Montag, 19. Februar 2018

Solarmedia twittert auch



Solarmedia twittert auch. Unterdessen in rund zwei Jahren mehr als 1100mal  - Twitter lohnt schon nur wegen Solarmedia - unter www.twitter.com/rehsche immer - oder hier auf der Solarmedia-Site in der rechten Spalte mit dem Twitter-Botton (auch erreichbar mit der Twitter-App - siehe Screenshot oben). Aktuell mit Hinweisen auf die segensreiche Wirkung der Solarenergie in Burkino Faso oder Solarstromerzeugung im Winter hierzulande. 

Und so geht es:

-       Um nur einen Einblick zu erhalten oder auch die jeweils tagesaktuellen  Tweets von Solarmedia einzusehen, einfach den Twitter-Botton rechts (blau unterlegt) anklicken. M.a.W. Stets aktuell ist auch der Twitterdienst mit regelmässigem Energie- / Nachhaltigkeits- und Vorsorgegezwitscher präsent. Schauen Sie / schau mal rein unter twitter.com/rehsche – Lesen ist ohne Anmeldung möglich!

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© Guntram Rehsche / Solarmedia 

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Freitag, 16. Februar 2018

Das ist Tankstelle der Zukunft

Immer mehr Autos haben künftig einen Elektromotor oder nutzen andere alternative Antriebe. Die dazu passende Tankstelle entwickeln jetzt Wissenschaftler des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). 

Ein Tesla-Modell in Zürichs Strassen - der US-
Autobauer verfügt bereits über ein eigenes
Tankstellennetz (Bild: Guntram Rehsche)
Mitte Februar 2018 begannen die Forschungsarbeiten. Die Zapfsäule der Zukunft soll den Fahrern Strom, Wasserstoff sowie das Erdgassubstitut Methan aus regenerativen Quellen bereitstellen – und das möglichst effizient, kostengünstig und bedarfsgerecht. Das vom Bundeswirtschaftsministerium mit rund 1,3 Millionen Euro geförderte Vorhaben dauert fünf Jahre und erfolgt im Rahmen des Projekts „QUARREE 100“, in dem die vollständige erneuerbare Energieversorgung eines Stadtteils getestet wird. Die Mobilität wird sich in den nächsten Jahren stark wandeln. Strom aus Wind und Sonne für Elektroautos und erneuerbarer Wasserstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge spielen bald eine immer größere Rolle. Auch Methan aus Ökostrom für Erdgasautos aus Ökostrom ist ein klimafreundlicher Kraftstoff. Noch fehlt dazu jedoch die entsprechende Tankstelle. Bislang werden Strom- und Wasserstofftankstellen massiv ausgebaut, auch welche, die beide Energieformen anbieten. Eine Tankstelle, die Strom, Wasserstoff und auch Methan liefert, gibt es bislang aber noch nicht. Mit dem ZSW-Projekt soll sich das nun ändern.

Die Idee der Wissenschaftler aus Stuttgart: Eine Multienergiezapfsäule. Erneuerbarer Strom etwa aus Windkraftanlagen soll über das Stromnetz direkt in die Batterie der Elektroautos geladen werden. Ist der Bedarf höher als das Angebot, springt eine zugeschaltete stationäre Großbatterie ein, die zuvor bei einem Überangebot an Strom gefüllt wurde. „Ist die Batterie voll und können auch die tankenden Elektroautos den Strom nicht mehr abnehmen, erfolgt bei Bedarf in einem zweiten Schritt die Umwandlung des Ökostroms in Wasserstoff“, erklärt Dr. Ulrich Zuberbühler vom ZSW. Diesen Kraftstoff nutzen Brennstoffzellenfahrzeuge. Fällt mehr Wasserstoff an, als gebraucht wird, kommt er in einen Speicher.

In einem dritten Schritt erzeugt die Tankstelle der Zukunft Methan. Das soll dann erfolgen, wenn der Wasserstoffspeicher voll ist und die Brennstoffzellenautos das Gas nicht abnehmen. Zur Umwandlung in Methan wird dem Wasserstoff Kohlendioxid zugeführt. Beide Gase reagieren an einem Katalysator zu Methan. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas, Erdgasautos können den Kraftstoff problemlos nutzen. Ist mehr verfügbar als getankt wird, kommt das Methan in einen Speicher. Ist dieser voll, wird das Methan in das Erdgasnetz eingespeist.
„Mit unserem Vorhaben bleibt die Kopplung des Stromnetzes mit der Mobilität nicht auf Elektroautos beschränkt“, erklärt Zuberbühler. „Auch die anderen alternativen Antriebe profitieren davon.“

Die ZSW-Wissenschaftler sprechen von einer stufenförmigen Nutzung der erneuerbaren Energie. Priorität hat die Nutzung mit den geringsten Energieverlusten. Die Stufe 1 wird erst verlassen, wenn ihr Potenzial ausgereizt ist und so weiter. Am effizientesten ist die Verwendung des regenerativen Stroms in Elektromotoren. Hier fallen keine Energieumwandlungsverluste an, sondern nur bis zu 10 Prozent Batteriespeicherverluste. Erst wenn dieser Bedarf gedeckt ist, kommen die nächsten Stufen in Betracht: Zuerst die Umwandlung in Wasserstoff und dann die Methanisierung. Der Wirkungsgrad von Strom zu Wasserstoff liegt bei rund 75 Prozent, der von Strom zu Methan bei 60 Prozent. Gelagert werden können die chemischen Langzeitspeicher ohne Verluste. Wird die bei der Umwandlung entstehende Abwärme genutzt, steigert das den Wirkungsgrad um einige Prozentpunkte.

Ziel des ZSW in dem Projekt ist es, die Effizienz, Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit der beiden Hauptkomponenten zu verbessern. Bei ihnen handelt es sich um einen alkalischen Druck-Elektrolyseur und einen Plattenreaktor zur Methanisierung. Sie werden im 100-Kilowatt-Maßstab weiterentwickelt. Um die Elektrolyse und die Methansynthese zeitlich voneinander zu entkoppeln, ist ein Wasserstoffzwischenspeicher vorgesehen, den das Institut konzeptionell entwickelt und sicherheitstechnisch bewertet. Für die technische Entwicklung inklusive Sicherheitskonzept und Klärung aller Genehmigungsdetails haben die Forscher drei Jahre Zeit. In einem Demonstrationsbetrieb vor Ort soll das Ganze dann ab dem Jahr 2020 getestet werden.

Das ZSW-Vorhaben ist Teil des Projekts QUARREE100. In dem mit 24 Millionen Euro geförderten Leuchtturmprojekt setzen Institute, Unternehmen und die öffentliche Verwaltung den nachhaltigen Umbau der Energieversorgung eines Stadtquartiers in der Stadt Heide, Kreis Dithmarschen, um. Die Tankstelle fungiert hierbei im Quartier als Energiezentrum für die Energiewandlung und -speicherung.

Der Ökostromanteil im deutschen Stromnetz liegt inzwischen bei rund einem Drittel, Tendenz steigend. 2030 sollen es bereits 65 Prozent sein. Eine Nutzung außerhalb des Stromnetzes, etwa in Elektroautos und als alternativer Kraftstoff, würde den Sektor Mobilität klimafreundlicher machen. Bislang gibt es hier nur geringe Fortschritte. Die alternativen Kraftstoffe Wasserstoff und Methan haben zudem den großen Vorteil, als chemische Speichermedien lange ohne Verluste gelagert und in das deutsche Erdgasnetz eingespeist werden zu können, wo sie auch für die Sektorkopplung zur CO2-neutalen Wärmeversorgung von Gebäuden bereitstehen.

Die Förderung erfolgt im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms, Förderinitiative Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt, einer gemeinsamen Initiative von Bundesforschungsministerium und Bundeswirtschaftsministerium. 

Montag, 12. Februar 2018

So geht Energiewende

Nachdem die IAEA (Internationale Atomenergie Agentur) die 2017er Zahlen für Inbetriebnahme und Stilllegung von Atomkraftwerken noch einmal verändert hat, zeigt sich eine beeindruckende weltweite Energiewende.

Während die Atomkapazität nahezu stagnierte, boomten Solar (Photovoltaik, PV) und Windenergie. Nach ersten Abschätzungen der Weltbranchenverbände und von Marktforschungsinstituten nahmen im Jahr 2017 die Windkraftleistung um 50 GW und die Photovoltaikleistung um sogar mehr als 100 GW weltweit zu.

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USA: In diesem am meisten Energie verbrauchenden Land wird zunehmend Kohleverbrennung durch das allerdings nicht minder schädliche Fracking mit anschließender Erdgasverstromung verdrängt.

Indien: In diesem Land mit den zweitmeisten Einwohnern haben im Jahr 2017 beim Zubau sowohl Solar wie auch Wind die bisher dominierenden Kohlekraftwerke überholt. Hatten im Jahr 2016 die Kohlekraftwerke noch einen Anteil von 62 % beim Kraftwerkszubau, sank dieser Anteil in 2017 auf 19 Prozent. 

China: Auch im bevölkerungsreichsten Land marschieren Solar und Windkraft voran und überholen beim Zubau die Kohlekraftwerke. 2017 wurden in China fast 53 GW Photovoltaik (PV) zugebaut. Also in nur einem Jahr wuchs die PV-Kapazität um mehr GW als China insgesamt Atomkraft mit 35 GW hat. In China werden mehrere tausend kleine Kohlegruben geschlossen. Der Wirtschaftsplan sieht vor, dass Jahr für Jahr die Kohleverbrennung um 2 – 4 Prozent verringert werden soll. Die Windkraftkapazitäten sind auf etwa 180 GW hochgeschnellt. Allerdings baut China weiter weltweit die meisten AKW. Aber auch hier hat das Ausbautempo abgenommen. So wurde 2015 noch mit sechs AKW-Bauten und 2016 mit zwei begonnen. 2017 gab es in China keinen AKW-Baubeginn.

Insgesamt wurde im Jahr 2017 erneut weniger Atomstrom erzeugt als zehn Jahre zuvor. Heute sind zwar die weltweite Zahl und Kapazität von AKW größer als vor zehn Jahren. Doch viele dieser AKW sind gerade in Japan seit geraumer Zeit außer Betrieb, so dass heute erheblich weniger Atomstrom erzeugt wird als vor zehn Jahren. 

Forderung: Subventionen beenden und alle Kraftwerke ihre Folgekosten bezahlen lassen! Die Energiewende geht weltweit stürmisch voran, weil Solar- und Windkraft betriebswirtschaftlich preiswerter sind als Atom, Erdgas, Erdöl und Kohle. Wenn damit begonnen wird, keine Subventionen mehr für Kraftwerke zu bezahlen und alle Kraftwerke für ihre Folgekosten - Atomrisiken und Atommüll wie Klimaschäden – aufkommen zu lassen, werden praktisch nur noch EE-Kraftwerke konkurrenzfähig sein.

Sonntag, 11. Februar 2018

Solaraktien im Rückwärtsgang



Der Solaraktienindex PPVX sank letzte Woche um 6,1% auf 1.083 Punkte, der NYSE Arca Oil um 6,0%. Seit Jahresanfang 2018 liegt der PPVX mit -9,4% währungsbereinigt rund 1 Prozentpunkt hinter dem Erdölaktienindex (-8,1%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind SMA Solar Technology AG (+18%), Sino-American Silicon Products (+17%) und Azur Power Global(+16%). Die grössten Gewinner der Woche waren REC Silicon (+8%) und REC Silicon (+2%), die grössten Verlierer JinkoSolar Holding (-20%) und Xinyi Solar Holdings (-15%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 26,6 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+285%) rund 143 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +142%). Der Gewichtungsfaktor von Canadian Solar wurde am 9. Februar von 4 auf 3 reduziert.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu - Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at 

Quelle: oeko-invest.net 

Freitag, 9. Februar 2018

Auch links und rechts beachten

Liebe Leserin, lieber Leser
Solarmedia freut sich über Ihr ungeteiltes Interesse an Meldungen und Berichten aus der weltweiten Solarwirtschaft. Zur Ergänzung dienen die Hinweise in der ganz linken und der rechten Spalte von Solarmedia, die zu interessanten Artikeln internationaler Medien zu den Themen Solar (aktuell u.a. zu Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen), Energie allgemein und Nachhaltigkeit (linke Spalte) sowie Finanz-Anlage und Vorsorge (rechte Spalte - zum Beispiel zur Frage, ob man mit Wasser Geld verdienen soll/darf) führen. Viel Vergnügen sodann mit der Bilderspalte (zweite von links), die auf Photographien internationaler KünstlerInnen wie auf Bilder des Solarmedia-Autors verweist!

Sonntag, 4. Februar 2018

Probleme bei Strommessung

Nach Einschätzung des Verbandes unabhängiger Energieerzeuger (VESE), einer Fachgruppe der SSES, müssen Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung unter 30 kW nur den Stromüberschuss messen, den sie ins Netz einspeisen. Bei diesen Anlagen bestehe im Gegensatz zu grösseren Anlagen keine grundsätzliche Pflicht zur Messung der Nettostromproduktion – auch nicht nach den Anpassungen im neuen Energiegesetz per 1. Januar dieses Jahres. Diese Einschätzung hat Nachfragen ausgelöst. Eine aktuelle, nicht rechtsverbindliche Einschätzung des Fachsekretariats der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom stützt nun die Argumentation des VESE.

«Aus meiner Sicht muss zwischen den Fragen unterschieden werden, wo überhaupt eine Messung erforderlich ist und welchen Anforderungen eine Messung gegebenenfalls genügen muss», erklärt Markus Goepfert, Fachspezialist Recht ElCom. Aufgrund der neuen Gesetzeslage kommt er zum Schluss, dass Anlagen mit einer Anschlussleistung von höchstens 30 kVA nur dann über einen Produktionszähler verfügen müssen, wenn nicht von der Eigenverbrauchsregelung Gebrauch gemacht wird oder wenn sich hinter einem Netzanschlusspunkt mehrere eigenständige Anlagen (auf verschiedenen Grundstücken) befinden. Auch sei die Argumentation in der unter altem Recht ergangenen Verfügung 212-00283 der ElCom vom Januar 2017, in welcher ein Produktionszähler für Anlagen mit einer Anschlussleistung von höchstens 30 kVA als nicht notwendig gesehen wurde, unter dem neuen Recht noch korrekt.

Die neue Stromversorgungsverordnung definiert in Artikel 8a Anforderungen an Messsysteme, die für das Messwesen und die Informationsprozesse bei Endverbrauchern oder bei Erzeugern zum Einsatz kommen. Dort heisst es: «Für das Messwesen und die Informationsprozesse sind bei den Endverbrauchern und den Erzeugern intelligente Messsysteme einzusetzen.» Gemäss Markus Goepfert legt diese Bestimmung somit nicht fest, «wo messtechnisch Stromflüsse erfasst werden müssen, sondern ’nur‘, dass die Erfassung mittels eines intelligenten Messsystems zu erfolgen hat.»

Der Branchenverband Swissolar sieht dies ähnlich – ihr Geschäftsführer, David Stickelberger, meint: «Die neue StromVV schreibt ab 2018 intelligente Messsysteme vor. Dies gilt auch für Anlagen kleiner 30 kW, die neu an das Elektrizitätsnetz angeschlossen werden. Wir sehen aber keine Vorschriften, welche auch die Erfassung der Produktion bei Anlagen kleiner 30 kW und Eigenverbrauch rechtfertigen würden.» Weiterhin weist er darauf hin, dass die Kosten eines Smart Meters aufgrund der neuen Verordnung nicht mehr vom Anlagenbetreiber übernommen werden müssen. Kosten entstehen für ihn nur, falls ein neuer Zählerplatz installiert werden muss.

Zusammengefasst besteht deshalb im Moment keine Notwendigkeit, bei PV-Anlagen unter 30 kW, welche auch dem Eigenverbrauch dienen, einen Produktionszähler vorzusehen. Einige Verteilnetzbetreiber stellen besondere Anforderungen, dies soll jeweils bei der Planung der Anlage zusammen mit dem Netzanschlussgesuch geklärt werden.