Dienstag, 25. April 2017

Weltweit gigantisch gewachsen

Die Internationale Energieagentur hat ihren Bericht zur Entwicklung des Solarstrom-Markts im vergangenen Jahr publiziert. Fazit des Dachverbands Swissolar: Weltweites Wachstum um 50% gegenüber 2015, hauptsächlich getrieben durch China, Amerika und Indien, während in Japan und Europa Rückgänge zu verzeichnen waren. 


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Im vergangenen Jahr wurden weltweit Solarstrom-Anlagen mit einer Leistung von 75 Gigawatt (GW; 2015: 50 GW) neu installiert. Die total installierte Leistung nahm damit in einem Jahr um über 50% zu und hat inzwischen die 300 GW-Marke überschritten. Die Ende 2016 installierten Anlagen produzieren jährlich 375 Milliarden Kilowattstunden, soviel wie 47 AKW von der Grösse Gösgens. Solarstrom liefert damit weltweit 1.8% des Strombedarfs, in Europa etwa 4%. In Honduras stammen bereits 12.5% des Stroms von der Sonne, Griechenland, Italien und Deutschland liegen über 7%. China, Indien und die USA trugen am meisten zum globalen Wachstum bei, aber Schwellenländer wie Südafrika, Chile, Mexiko, Türkei, Thailand und die Philippinen investieren ebenfalls in Solarenergie. In Europa sank der Zubau um 2 GW auf 6 GW. Der grösste Markt innerhalb Europas war wie schon im Vorjahr Grossbritannien, gefolgt von Deutschland. In der Schweiz lag der Zubau 2016 bei rund 250 MW, etwa 25% tiefer als im Vorjahr. Für den fristgerechten Ersatz der bestehenden AKW wäre der jährliche Zubau zu verdoppeln. 

Solarstrom ist unterdessen unschlagbar günstig: Bei Ausschreibungen für grosse Photovoltaikanlagen wurden in verschiedenen Ländern neue Tiefstpreise erzielt. Der bisher tiefste Preis wurde in Abu Dhabi mit 2.4 US-Cent/Kilowattstunde erreicht. In einer gemeinsamen Ausschreibung von Deutschland und Dänemark im Oktober 2016 erhielten Projekte in Dänemark mit einem Preis von 5,38 Euro-Cent pro Kilowattstunde den Zuschlag. Zum Vergleich: Das AKW-Projekt Hinkley Point C in Grossbritannien soll während 35 Jahren einen staatlich garantierten Einspeisetarif von rund 13 Euro-Cent/Kilowattstunde erhalten, der jeweils an die Teuerung angepasst wird.

Download: «Snapshot of Global Photovoltaic Markets 2016» des Photovoltaik-Programms der Internationalen Energieagentur IEA PVPS:
http://www.iea-pvps.org/fileadmin/dam/public/report/statistics/IEA-PVPS_-__A_Snapshot_of_Global_PV_-_1992-2016.pdf

Mehr Informationen bei der Internationalen Energieagentur:
http://www.iea-pvps.org/index.php?id=trends0

Grafik: Entwicklung des jährlichen Zubaus weltweit:
http://www.swissolar.ch/fileadmin/user_upload/Medien/170425_MM_IEA_PVPS_Grafik.png

 

Swissolar vertritt als Branchenverband die Interessen von 600 Verbandsmitgliedern mit rund 7‘000 Arbeitsplätzen der Schweizer Solarenergiebranche in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden. Swissolar setzt sich für eine schnell wachsende Nutzung von Solarenergie in der Schweiz ein. Diese wird zur Stromerzeugung, zur Beheizung von Gebäuden sowie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Der Grundstein für den Verband wurde bereits 1978 gelegt. Swissolar zählt damit zu den ersten Solarorganisationen weltweit.


Quelle: www.swissolar.ch

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Sonntag, 23. April 2017

Preis-Sensation an Solarfront

Ein neu am Markt präsenter Solar-General-Unternehmer schickt sich an, den Markt für Solaranlagen in der deutschen Schweiz aufzumischen. Wer sich eines der angebotenen Geschäftsmodelle zu eigen macht, bringt es auf sensationell tiefe Erzeugerpreise von sechs bis zwölf Rappen pro Kilowattstunde. 

Die Bedingungen für eine solare Stromversorgung der Schweiz stellen sich immer besser dar. Hat doch der Wetterdienst Metteotest in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Swissolar in einer neuen Studie ermittelt, dass gegen die Hälfte (!) des hiesigen Stromverbrauchs dank photovoltaischen Anlagen erzeugt werden könnte (bisher war selbst der Fachverband von 20 bis 30 Prozent ausgegangen - Quelle: meteotest.de/photovoltaik.eu - 4/17). Und neben der solaren Verfügbarkeit sind es auch die Preise, die Solarstrom immer attraktiver erscheinen lassen. Sind doch die Kosten für eine hierzulande erzeugte Kilowattstunde (kWh) auf noch vor kurzer Zeit utopisch anmutende sechs bis 18 Rappen gesunken – je nach Berechnungsart. 

Nun ist diese Preisspanne immer noch gross, geschuldet den sehr unterschiedlichen Bedingungen, unter denen Solaranlagen arbeiten. Und selbst die erwähnte obere Preisobergrenze ist nicht überall einzuhalten, je nach Ausrichtung der Anlage und nach baulichen Vorbedingungen (etwa auf Altbauten, deren Dächer für die Errichtung einer PV-Anlage beispielsweise Verstärkungen benötigen oder deren bisheriger Belag entfernt werden muss wie bei einer Dachbegrünung). 

Dennoch – es gibt die Anbieter, die solch günstige Kilowattstunden-Preise budgetieren oder im Rahmen eines Contractings gar auf eigenes Risiko hin offerieren. Zum Beispiel der neu am Markt agierende Zürcher Solar-Generalunternehmer Goldstroem. Wer mit deren Team zusammenarbeitet, kommt nach Angaben des Unternehmens – die kürzlich im Rahmen einer Medienorientierung öffentlich wurden – auf Erzeugerpreise von Solarstrom zwischen sechs und zwölf Rappen pro Kilowattstunde. Und so rechnet Goldstroem:






Quelle: Goldstroem - Vergrössern mit Klick auf Darstellungen !

Bei allen Berechnungen wird die vollständige Nutzung des Solarstroms im Eigenverbrauch vorausgesetzt -  das heisst kein Strom muss zu ungünstigen Bedingungen ins Netz des örtlichen Stromversorgers eingespeist werden. Dann ergeben sich unter obigen Voraussetzungen Kosten von leicht über sechs Rappen pro Kilowattstunde für jene Anlagenersteller, die selbst als Generalunternehmer auftreten (Modell links) und von rund zwölf Rappen für jene, die Erstellung, Finanzierung und Management dem Unternehmen Goldstroem überlassen. 

In beiden Fällen ist der Vorteil von selbst erzeugtem Solarstrom gegenüber herkömmlichem Haushaltstrom eklatant - denn letzterer kostet schweizweit im Durchschnitt 20 Rappen. Im Hochtarif liegt der Preis gar noch deutlich höher. Mit anderen Worten: Schon heute fährt besser, wer sich zum Beispiel mit grösserem Eigenheim, als Genossenschaft mit vielen Wohnungen oder als Gewerbeliegenschaft mit Solarstrom versorgt und diesen selbst nutzen kann. Der Preisvorteil ist zudem bereits so gross, dass der zur Finanzierung einer Batterie ausreicht, die den Eigenverbrauch erst umfassend ermöglicht. Die Nachfrage beim Fachverband Swissolar ergab übrigens, dass diese Berechnungen nicht als völlig abwegig anzusehen sind, wenn auch der tiefste angegebene Erzeugerpreis von sechs Rappen pro Kilowattstunde eher noch Zukunftsmusik darstelle.

Hinweise:  In der Westschweiz ist ein Startup tätig, das unter ähnlichen Voraussetzungen arbeitet (siehe Tages Anzeiger vom 30.5.16). Das Unternehmen Goldstroem stellt für Interessierte ein Rating von Solarmodulen (die rund die Hälfte der Anlagekosten verursachen) zur Verfügung. Eigene Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage ermöglicht > Tool von Swissolar !

© Text:  Solarmedia

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Freitag, 21. April 2017

2016: Stromverbrauch stabil

Im Jahr 2016 lag der Stromverbrauch in der Schweiz mit 58,24 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) praktisch auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (- 0,01%). Die Landeserzeugung (nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen) betrug 58,7 Mrd. kWh. Der Stromimportüberschuss lag bei 3,9 Mrd. kWh. 2016 verzeichnet die Schweiz erstmals über das ganze Kalenderjahr einen negativen Aussenhandelssaldo von 145 Millionen Schweizer Franken.

Der Landesverbrauch lag 2016 bei 62,6 Mrd. kWh. Nach Abzug der Übertragungs- und Verteilverluste von 4,4 Mrd. kWh ergibt sich ein Stromverbrauch von 58,239 Mrd. kWh. Das sind 0,01% oder 7 Millionen kWh (entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 1`400 Haushalten) weniger als 2015 (58,246 Mrd. kWh). Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr betrugen -1,2% im ersten, +1,0% im zweiten, -2,8% im dritten und +2,8% im vierten Quartal 2016.

Obwohl wichtige Einflussgrössen (siehe unten) verbrauchssteigernd wirkten, blieb der Stromverbrauch in der Schweiz stabil, da diese durch Effizienzsteigerungen kompensiert werden konnten:
  • Wirtschaftsentwicklung: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm 2016 gemäss den ersten provisorischen Ergebnissen um 1,3% zu (Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO).
  • Bevölkerungsentwicklung: Die Bevölkerung der Schweiz nahm 2016 gemäss den provisorischen Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom 6. April 2017 um 1,1% zu.
  • Witterung: 2016 nahmen die Heizgradtage gegenüber dem Vorjahr um 6,7% zu (siehe Tabelle im Anhang). Da in der Schweiz gegen 10% des Stromverbrauchs für das Heizen verwendet werden, wirkt diese Entwicklung leicht verbrauchssteigernd.
Die Elektrizitätsproduktion (Landeserzeugung) sank 2016 um 6,6% auf 61,6 Mrd. kWh (2015: 66,0 Mrd. kWh). Nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen von 2,9 Mrd. kWh ergibt sich eine Nettoerzeugung von 58,7 Mrd. kWh. Im dritten Quartal lag die Landeserzeugung über dem Vorjahreswert (+0,7%), im ersten (-10,6%), zweiten (-1,3%) und vierten Quartal (-16,4%) jedoch unter den entsprechenden Vorjahreswerten.

Die Wasserkraftanlagen (Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke) produzierten 8,0% weniger Elektrizität als im Vorjahr (Laufkraftwerke - 0,1%, Speicherkraftwerke - 13,7%). Im Sommer 2016 sank die Produktion der Wasserkraftwerke im Vergleich zum Vorjahr um 2,4% (Laufkraftwerke + 1,4%, Speicherkraftwerke - 6,2%), in den beiden Winterquartalen um 15,4% (Laufkraftwerke - 3,2% resp. Speicherkraftwerke - 21,2%).

Die Stromproduktion der schweizerischen Kernkraftwerke sank um 8,4% auf 20,2 Mrd. kWh (2015: 22,1 Mrd. kWh). Dies ist trotz des Produktionsrekords des Kernkraftwerks Gösgen vor allem auf ausserordentliche Stillstände des Kernkraftwerks Beznau I (ganzjährig) sowie des Kernkraftwerks Leibstadt (September bis Dezember) zurückzuführen. 2016 lag die Verfügbarkeit des schweizerischen Kernkraftwerkparks bei 69,4% (2015: 76,0%). An der gesamten Elektrizitätsproduktion waren die Wasserkraftwerke zu 59,0%, die Kernkraftwerke zu 32,8% sowie die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen zu 8,2% beteiligt.

Bei Importen von 38,0 Mrd. kWh und Exporten von 34,1 Mrd. kWh ergab sich 2016 ein Importüberschuss von 3,9 Mrd. kWh (2015: Exportüberschuss von 1,0 Mrd. kWh). Im ersten und im vierten Quartal (Winterquartale) importierte die Schweiz per Saldo 8,2 Mrd. kWh (2015: 3,3 Mrd. kWh), im zweiten und dritten Quartal exportierte sie per Saldo wie im Vorjahr 4,3 Mrd. kWh. Der Erlös aus den Stromexporten betrug 1'387 Mio. Franken (4,09 Rp./kWh). Für die Importe fielen Ausgaben von 1'532 Mio. Franken an (4,04 Rp./kWh). Somit ergab sich im 2016 erstmals für die Schweiz ein negativer Aussenhandelssaldo von 145 Mio. Franken (2015: positiver Aussenhandelssaldo von 234 Mio. Franken).

Quelle:  http://www.bfe.admin.ch

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Mittwoch, 19. April 2017

Jetzt kommen MW-Speicher

Das passt gut zur aktuellen Diskussion über die Energiestrategie 2050: Wird doch immer wieder die fehlende Speichermöglichkeit für Solar- und Windstrom als Argument gegen die Strategie (und für das Abstimmungsreferendum) angeführt. Abgesehen davon, dass die Schweiz mit den bestehenden Speicherseen bereits vergleichsweise gute Voraussetzungen bietet, schreitet die technische Entwicklung rasant voran - bis hierzulande die Notwendigkeit der Speicherung von Solar- und Windstrom akut ist, werden ausreichende Technologien vorhanden sein. Dazu passend die Meldung der Solarplattform pv-magazine.de über einen neuen Megawatt-(MW)-Speicher.


Das System besteht aus vier Container-Speicherlösungen des Berliner Unternehmens Younicos und sorgt unter anderem für eine effiziente Integration von Solarstrom ins örtliche Netz. Ein Microgrid für gewerbliche und industrielle Anwendungen soll für mehr Netzstabilität und Versorgungssicherheit sorgen. Younicos hat den Lithium-Ionen-Speicher für Panasonic in Betrieb genommen. 

Das System bestehe aus vier Container-Lösungen „Y.Cubes“ eine Leistung von einem Megawatt und eine Kapazität von zwei Megawattstunden, teilte der Berliner Speicherpionier am Dienstag mit. Für mehr Netzstabilität und Versorgungssicherheit habe Younicos dabei gemeinsam mit dem japanischen Elektronikkonzern und dem in Colorado heimischen Energieversorger Xcel Energy ein Microgrid für gewerbliche und industrielle Anwendungen realisiert. Die Speicherlösung optimiere die Nutzung des Solarstroms aus einer 1,6-Megawatt-Dachanlage sowie einer 259-Kilowatt-Anlage in unmittelbarer Nähe der Pena Station Next in Denver. Neben einer effizienten Integration des Solarstrom ins Netz von Xcel Energy leiste der Speicher noch weitere Dienstleistungen, unter anderem Frequenzregulierung, Glättung von Einspeisespitzen, Energiearbitrage und Back-up-Power.

Die Umsetzung des Projekts werde den praktischen Nutzen des neuen Plug-and-Play-Speichersystems von Younicos demonstrieren, sagt Stephan Prince, Vorstandschef des Berliner Unternehmens. Die Projektpartner seien von den Vorteilen des Photovoltaik+Speichersystems für verschiedene Anwendungsbereiche überzeugt. „Das PV-plus-Storage-System steht im Zentrum einer neuen intelligenten und vor allem nachhaltigen Entwicklung, sowohl auf dem 400 Hektar großen Panasonic-Gelände selbst als auch für ganz Denver“, so Jamie Evans, Geschäftsführer der Energy Solutions Group bei Panasonic Enterprise Solutions Company. Ende Oktober 2016 hatten Younicos und Panasonic die Umsetzung des Projekts am US-Firmensitz des japanischen Konzerns angekündigt.

Quelle: pv-magazine.de

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Dienstag, 18. April 2017

2017 rund 85 Gigawatt-Zubau

Die Analysten gehen nun auch in diesem Jahr von einer weiter wachsenden Photovoltaik-Nachfrage aus. Der Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen könnte sich gegenüber 2014 verdoppeln. Der Weltmarkt wird dabei erneut von China getrieben, wie die Solarplattform pv-magazine.de schreibt.

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GTM Research erwartet für dieses Jahr eine Photovoltaik-Nachfrage von 85,4 Gigawatt weltweit, wie aus dem jüngsten „Global Solar Demand Monitor“ hervorgeht. Dies wäre mehr als eine Verdoppelung des Photovoltaik-Weltmarktes von 2014. Nach den zunächst pessimistischeren Annahmen, dass die weltweite Nachfrage in diesem Jahr schrumpfen könnte, sei das Wachstum nun hauptsächlich auf den höheren Zubau in China zurückzuführen. Dort würden in diesem Jahr nach 34 Gigawatt im Vorjahr wohl etwa 30 Gigawatt zugebaut.

Im vergangenen Jahr lag der Photovoltaik-Weltmarkt bei etwa 78 Gigawatt. GTM Research war zunächst von einem Rückgang in diesem Jahr um sieben Prozent ausgegangen und hat dies nun in ein weiteres Wachstum um 9,4 Prozent korrigiert. Bis 2022 gehen die Analysten von weiteren jährlichen Wachstumsraten von 5,3 Prozent aus. Damit würde der Weltmarkt dann eine Photovoltaik-Nachfrage von 110 Gigawatt übersteigen.


„China ist ein historisch gesehen schwierig zu verfolgender Markt wegen der ‚unberechenbaren Launen‘ der Nationalen Energiebehörde NEA“, sagt GTM-Research-Analyst Benjamin Attia. Wegen der Kürzung der Solarförderung zur Jahresmitte 2016 habe es im vergangenen Jahr vor allem zu Beginn eine riesige Nachfrage und bis dahin einen Zubau von 22 Gigawatt Photovoltaik-Leistung gegeben. Auch in diesem Jahr sei eine neue Kürzungsrunde der Einspeisetarife erwartet worden, doch NEA habe nun höhere Vergütungssätze ausgegeben.

Was in China passiere, treffe die komplette Solarindustrie weltweit, auch weil die chinesischen Photovoltaik-Hersteller einen erheblichen Anteil repräsentierten. Dies bedeute, dass die politischen Unsicherheiten, die durch NEA hervorgerufen würden, ein potenziell destabilisierender Faktor für das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage weltweit seien.  „Die Konzentration und Unberechenbarkeit der Nachfrage auf Quartalsniveau, die durch die Unsicherheit in China getrieben wird, stellt für den Markt ein Risiko für instabile Modulpreise dar und könnte Leerlauf für Anbieter wegen überfüllter Lager bedeuten, die die künftige Bankability der Wertschöpfungskette gefährdeten“, heißt es in dem Bericht von GTM Research weiter.

Wie schon im Vorjahr erwarten die Analysten, dass auch in diesem Jahr der Photovoltaik-Weltmarkt neben China, von den USA, Japan und Indien dominiert wird. Die vier Länder würden voraussichtlich 73 Prozent der weltweiten Nachfrage auf sich vereinen. Indien werde dabei Japan als drittgrößten Photovoltaik-Markt ablösen. Für Deutschland und Großbritannien geht GTM Research dagegen von Nachfragerückgängen aus, während Mexiko, Frankreich, Australien und einige arabische Länder ihren Marktanteil erhöhen könnten. „Es ist nun möglich, dass in vielen Ländern Photovoltaik wettbewerbsfähig wird, ohne dass sie überhaupt einen heimischen Solarmarkt haben“, so Attia weiter. Es sei aber unklar, ob es nachhaltig sei, wenn es keine heimische Solarindustrie oder regelmäßige Photovoltaik-Ausschreibungen gebe.

Zum aktualisierten Ausblick heißt es, dass von 2017 auf 2018 der Photovoltaik-Weltmarkt um weniger als ein Prozent wachsen werde. Für 2019 gingen die Analysten dann aber wieder von einem deutlichen Anziehen aus, da zuvor ausgeschriebene Photovoltaik-Projekte vermehrt realisiert würden und bei Märkte erwartet würden.  Die weitere globale Marktentwicklung hingen auch von den sinkenden Kosten ab. Für dieses Jahr erwartet GTM Research, dass der erste Solarstrom-Abnahmevertrag für 2,0 US-Dollarcent pro Kilowattstunde oder sogar noch darunter unterzeichnet werde; wahrscheinlich in Saudi-Arabien. „Aber diese superniedrigen Preise werden noch nicht die Regel sein. Wir sehen nicht, dass die ultrageringen Gebote ein langfristiger nachhaltiger Trend sind“, so Attia weiter. Sie seien nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen wie günstige Finanzierung, Projektgröße, langfristige Realisierungszeiträume oder kostenloses Land möglich. Es müsse sich erst noch zeigen, ob sich Projekte zu diesen gebotenen Kosten lohnten. Für 2018 gehe GTM daher von der Stabilisierung der Gebotspreise für Photovoltaik-Anlagen aus.

Quelle: pv-magazine.de

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Freitag, 14. April 2017

Ist die Energiewende unsozial? WoZ treibt es mit der SVP

«Sozial ist diese Wende nicht» verunsichert WoZ-Redaktionsleiterin Susan Boos in der neuesten Ausgabe der Wochenzeitung die Leserschaft in ihrer Haltung zur Energieabstimmung. Mit vielen Zahlen wird da versucht die These zu untermauern, doch das endet als Schlag ins Wasser – und als unfreiwilliger Sukkurs für die einzige namhafte Gegnerin der Energiestrategie, die SVP.

Landeten am gleichen Tag in den Schweizer
Briefkästen: SVP-Abstimmungspropaganda
und neueste WoZ mit Wendekritik
(Bild: Guntram Rehsche)
Verwundert rieb sich am Gründonnerstag wohl so manche(r) die Augen, als er oder sie einerseits die neueste WoZ und andererseits gleichzeitig die Propagandazeitung  der Schweizerischen Volkspartei zur Energieabstimmung vom 21. Mai aus dem Briefkasten fischte. Worauf letztere zielt, ist aufgrund der nun schon lange rollenden PR-Maschinerie der SVP schnell einmal klar. «3200.- Franken mehr bezahlen... und erst noch kalt duschen?» titelt das Machwerk, das wie üblich bei dieser Partei in der Schublade Fake News abzulegen ist. Weitere Schlagzeilen wie «Zurück in die Steinzeit», «Attacke auf den Mittelstand», «Deutsche Energiewende ist ein Desaster» erübrigen die vertiefte Lektüre – da haben Ewig-Gestrige, Verblendete, Technologie-Aphobe gemeinsam ihr Süppchen gekocht. Unbefleckt von der Einsicht, dass erstens in der Schweiz auch ein grosser Teil der Wirtschaft die Vorlage zur Energiestrategie 2050 befürwortet – und dass zweitens (ein Blick über die Grenze schadet bekanntlich nicht immer) weltweit die Erneuerbaren Energien ihren Siegeszug längst angetreten haben und die Schweiz droht, ins Abseits zu geraten.
So weit so gut – doch nach der kurzen Lektüre des Abstimmungspamphlets kommt dann bei der Sichtung der Wochenzeitung der eigentliche Schlag in die Magengrube. Redaktionsleiterin Susan Boos stellt da folgende Rechnung an (WoZ vom 13.April 2017 «Sozial ist diese Wende nicht»): Erstens erhöhe sich mit Annahme der Energiestrategie der CO2-Zuschlag auf Heizöl um 150 Millionen Franken – und zweitens nehme die Stromabgabe mit dem um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde erhöhten Aufschlag um 450 Millionen zu. Und diese erhöhten Beiträge würden auf dem Buckel der MieterInnen und allgemein der ärmeren Bevölkerungsschicht erhoben – mithin sei die Energiewende unsozial. Doch hält diese Feststellung einer genaueren Untersuchung stand? Das Fazit vorweg: Nein, die Energiewende nach Schweizer Art ist keinesfalls unsozial. Richtig schreibt Boos zwar, der erhöhte Stromzuschlag komme der Wirkung der Mehrwertsteuer gleich. Doch genausowenig, wie Mehrwertsteuerprozente für die AHV unsozial sind, ist es eben ein Stromzuschlag, der langfristig zu einer Energiewelt ohne fossile Brennstoffe und verbesserter Umwelt führt – und der gerade auch ärmeren Bevölkerungsschichten zugute kommt. Das lässt sich nur schwer in Zahlen quantifizieren – aber es war doch schon immer so, dass ärmere Menschen schlechteren Umweltbedingungen weniger ausweichen können als reichere – die sich etwa Wohnorte mit geringeren Schadstoffemissionen leisten können.

Vollends daneben ist die Feststellung einer unsozialen Wirkung mit Bezug auf die Subventionen für bessere Energiemassnahmen beim Gebäudebestand. Denn erstens sind MieterInnen in der Schweiz bei einem Mieteranteil von insgesamt rund 60 Prozent in vielen Fällen GenossenschaftsmieterInnen (vor allem die einkommensschwächeren – fünf bis zehn Prozent aller Wohnungen), zweitens gibt es schweizweit durchaus geringverdienende HausbesitzerInnen und wie schon oben gilt wieder das Argument, dass von Umweltverbesserungen die sozial schwächeren durchaus profitieren.

Der WoZ-Artikel erweckt den Eindruck, da werden mit der Energiestrategie 2050 jährlich 600 Millionen Franken nach oben umverteilt. Bei genauerer Betrachtung dürfte dieser Betrag viel geringer sein –die unsoziale Wirkung kaum bestehen. Gilt schliesslich noch, dass neben der Schützenhilfe für die SVP eine wirksame Sozialpolitik doch bitte bei den bedeutenden sozialen Instrumenten eingefordert wird, also in erster Linie in der Sozial- und Krankenversicherung. Eine, was auch der WoZ-Artikel zugesteht, sinnvolle Umweltpolitik (wegen kaum vorhandener sozialer Misswirkungen) aber abzulehnen, ist in der aktuellen politischen Situation nichts als fehlgeleitete Propaganda respektive unerfreuliche Schützenhilfe für die SVP – da mag das zeitgleiche Erscheinen unerwünschter Zufall sein.

© Text und Bilder:  Solarmedia

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