Dienstag, 30. Dezember 2014

Wenn ausschreiben - dann richtig!

Ab Januar 2015 sollen in Deutschland erste Solarprojekte ausgeschrieben werden. Und kurz vor dem Start kürzt das Team des Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel das zugehörige Paket auf ein kritisches Mass. Eine Stellungnahme der Projektgesellschaft Juwi. 

Bisher werden Sonne-, Wind- und Biomasse-Anlagen durch feste Einspeisevergütungen gefördert, die 20 Jahre lang gezahlt werden. Investoren können dadurch sicher planen und Banken vergeben zudem einfacher Kredite für Projekte mit erneuerbaren Energien. Kommendes Jahr startet die Testphase für das neue Ausschreibungsmodell, welches 2017 die bisherige Fördermethode ablösen soll. Dann gilt: Die Erbauer der entsprechenden Anlagen sollen in einer Auktion gegeneinander antreten und sagen, wie viel Förderung sie brauchen, um ihre Anlagen wirtschaftlich zu betreiben. Wer am wenigsten braucht, darf bauen. 

Derzeit erschwert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit einigen Änderungen am Entwurf für das Ausschreibungsmodell jedoch genau das, was mit dem Paket gefördert werden soll: einen breiteren Wettbewerb. Die Flächen, auf denen die ausgeschriebenen Solarparks gebaut werden dürfen, will das Team um Gabriel begrenzen. Es plant etwa, die ohnehin schon wenigen Konversionsflächen weiter durch Größenbegrenzungen und Abstandsregeln zu beschränken. Abzüglich aller nicht bebaubaren Flächen blieben lediglich 2.000 ha übrig. Zudem sollen Ackerflächen als potentieller Untergrund für Solarparks wegfallen.  

Ursprünglich noch vorgesehen, sollen sie 2015 nicht für Ausschreibungen zugelassen werden und 2016 auch nur eingeschränkt. Spiegel Online zitiert dazu David Wortmann, Geschäftsführer der Firma DWR eco, ein Vertreter von Solarprojektierern: "Mit Flächenrestriktionen sind Ausbauziele und vertretbare Kosten nicht erreichbar“. Heißt einfach gesagt: Keine Ackerflächen, weniger günstige Standorte. Um das Modell zum Laufen zu bringen sollte auf die Flächenbeschränkungen verzichtet werden.

Ein weiteres Problem: Die Firmen, die Solarparks planen und bauen, betreiben mehr Aufwand, wenn sie um die Projekte wetteifern. Die Kosten für kleinere Projekte könnten dadurch sogar steigen und etwa finanzschwächere Bürgergenossenschaft aus dem Wettbewerb nehmen. Auch der enorme bürokratische Mehraufwand für Behörden und die Regierung ist nicht zu vergessen. In anderen Ländern wie den Niederlanden oder England gab es mit einem solchen System unterschiedliche Ergebnisse. Fest steht: Ohne den nötigen Spielraum nützt das Modell niemanden, der Energiewende schon gar nicht. 

Quelle: Juwi

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Montag, 29. Dezember 2014

Solaraktien: Versöhnlich zum Schluss


Der PPVX stieg letzte Woche um 3,2% auf 1.538 Punkte, der NYSE Arca Oil um 0,2%. Seit Jahresanfang 2014 liegt der PPVX mit +8,7% währungsbereinigt rund 6 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (+2,6%). Das PPVX-Spitzentrio 2014 bilden Hanergy Solar Group(+244%), Enphase Energy(+134%) und Scatec Solar(+53%). Die grössten Gewinner der Woche warenMotech Industries(+24%) und E-Ton Solar(+17%), die grössten Verlierer Shunfeng International (-9%) undYingli Green Energy (-5%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 42,2 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+447%) rund 284 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +163%).

Vergrössern mit Klick auf Tabelle !

Der Solaraktienindex PPVX erscheint zweiwöchentlich auf Solarmedia, in den Zwischenwochen auf Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Freitag, 26. Dezember 2014

Atomstrom doppelt so teuer

Der Bundesrat hat es im laufenden Jahr angetönt, der Experte für Rechnungsprüfung Kaspar Müller bringt es auf den Punkt. Bei den grössten - und am längsten laufenden - Schweizer AKW in Leibstadt und Gösgen wird falsch gerechnet. Sonst wäre deren Atomstrom schon heute mindestens doppelt so teuer. Eine Klage gegen die irreführenden Rechnungspraxen der Muttergesellschaften wurde aber abgeschmettert.

Ein Beitrag im Magazin der Umweltbewegung Greenpeace klärt auf: Kaspar Müller, unabhängiger Finanzmarktexperte, weist auf gravierende Mängel in der Bilanzierung der beiden AKW Leibstadt und Gösgen (siehe Bild) hin. Im Interview mit dem Wahlbasler, der auch Präsident der aktionärskritischen Pensionskassen-Stiftung Ethos ist, belegt Müller Löcher in Milliardenhöhe in den Bilanzen sowohl des AKW's in Leibstadt wie in Gösgen. 

Wie ist so etwas überhaupt möglich? Müller, der betont, nichts über die technischen Sicherheitsfragen sagen zu können, weist darauf hin, dass in den vergangenen Jahren bei den Betreibern schlicht zu optimistisch gerechnet wurde. Zwar hat das unterdessen auch der Bund gemerkt, die erfolgten Anpassungen seien aber ungenügend. Noch immer geht man davon aus, dass eine Rendite der Mittel in den beiden Fonds für Sicherheit und Entsorgung von 3,5 Prozent möglich sei und die Inflation 1,5 Prozent betrage. Zu dieser unrealistischen Ausgangslage komme hinzu, dass vor allem in den Entsorgungsfonds erst nach der Jahrtausendwende eingezahlt wurde, also viel zu spät nach Beginn der Laufzeiten der beiden AKW in den mittleren 80er Jahren. 

Allein schon eine Korrektur solch offensichtlicher Fehleinschätzungen (zu denen sich weitere falsche Bewertungsannahmen etwa bezüglich der vorhandenen Wertpapiere in den Fonds gesellten) würde die Produktionskosten mindestens verdoppeln. Eine Kilowattstunde Strom müsste demnach schon heute statt vier bis fünf deren zehn oder gar gegen 20 Rappen kosten. Müller unterlässt folgenden Hinweis, aber diesen Zahlen ist nachzureichen: Damit ist Atomstrom schon heute eigentlich so teuer wie die Produktion erneuerbarer Energie aus Wind- und Solaranlagen. Und längst nicht alle effektiven Kosten sind damit in der Berechnung der Atomkosten enthalten - so fehlen etwa die Versicherungsprämien, die geschuldet wären, um das effektive Risiko des Atomstroms abzudecken.  

Greenpeace und der so genannte Trinationale Atomschutzverband hatten Gösgen und Leibstadt vor zwei Jahren angezeigt. Die Solothurner Staatsanwaltschaft hat gemäss Müller daraufhin zwar die monierten Zustände nicht abgestritten. Dennoch berief sie sich darauf, dass es sich nur um Buchverluste handle in den Bilanzen der beiden AKW, diese also noch nicht realisiert und deshalb irrelevant seien. Gemäss Müller sei ein solcher Schluss aber weder nachvollziehbar noch mit den Richtlinien für die ordentliche Buchführung vereinbar. Müller wörtlich im Greenpeace-Interview: «Das ist unglaublich».

Quelle: Greenpeace Magazin 4/2014 - noch nicht verfügbar im Internet

© Solarmedia / Text und Bild: Guntram Rehsche

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Donnerstag, 25. Dezember 2014

Schule in Aktion: «Jede Zelle zählt»

Mitte Monat hat die Sekundarschule Turbenthal-Wildberg ihr Solarprojekt „Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!“ (JZZ) gestartet: Begleitet von vielfältigen Aktionen im Klassenzimmer und im Schulumfeld, baut sie in den nächsten neun Monaten eine grosse Solaranlage auf dem Dach des neuen Schulgebäudes. „Damit setzt die Sekundarschule ein Zeichen für erneuerbare Energie“, freut sich Schulpräsidentin Cornelia Oelschlegel. 

Der Neubau der Turnhalle Breiti im Zürcher Tösstal ist in vollem Gang. Auf dem Dach gibt’s eine neue Solaranlage, das haben Schulleitung und Schulpflege so beschlossen. „Nun wird es konkret“, freut sich Schulleiter Beat Spaltenstein, „am nächsten Samstag starten wir mit dem Verkauf der Solarzellen am Wochenmarkt.“ Zu einem symbolischen Preis von Fr. 40.- wollen die Sek-Schülerinnen und Schüler möglichst viele Zellen an den Mann oder die Frau bringen. So tragen sie zur Finanzierung der Solaranlage bei – und lernen viel über erneuerbare Energie und den Umgang mit Geld. „Sunneklar: Breiti goes solar“ heisst der Slogan zum zukunftsträchtigen Vorhaben. Die Energiewende, Klimaschutz und die lokale Gemeinschaft werden die Schule in den kommenden Monaten stark beschäftigen, schliesslich sollen die Zellen auf dem Dach nicht nur gegen 40 Prozent des Stromverbrauchs der Schule decken, sondern auch die Hirnzellen der Jugendlichen elektrisieren. Ideen sind genug da:
·  Aktionswochen zu Umweltthemen wie Recycling und Energie
·   Ein Energietag vor dem Einweihungsfest im September 2015
·   Besuche in der Umweltarena Spreitenbach mit allen Klassen

Kantonsrätin Theres Agosti (SP, Turbenthal) lobt das Vorhaben: „Mit einem Kraftwerk auf dem Dach wird Klimaschutz in der Schule zur Praxis.“ Die Solaraktion der Sekundarschule wird auch vom lokalen Gewerbe begrüsst. Roland Kessler, Präsident des Gewerbevereins, sagt: „Die Sonne gibt uns Energie. Nutzen wir sie!“ Realisiert wird das Sonnenkraftwerk in Partnerschaft mit der Winterthurer Klimaschutzbewegung Myblueplanet, die die Aktion „Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!“ erfunden hat. Das Breiti-Schulhaus ist nach den Schulhäusern Rychenberg und Oberseen in Winterthur das erste im Tösstal, das mitmacht. Mit einem Teil des Erlöses aus dem Stromverkauf finanziert die Schule ihre künftigen Klima-Aktionen. 

Bis 2018 sollen 100 Schulhäuser in der ganzen Schweiz in die Aktion eingebunden sein und 100‘000 Schweizer sich durch den Kauf einer Solarzelle als grösste Social Solar Community an der Energiewende beteiligen. Die Trägerorganisation Myblueplanet hat für die Aktion bereits renommierte Partner gewonnen. So unterstützt das Programm Energieschweiz die Aktion mehrjährig; dank der Stiftung Praktischer Umweltschutz (Pusch) und der Swisspower AG verfügt JZZ über direkte Verbindungen zu den zentralen Akteuren, nämlich Gemeinden, Schulen und Energieunternehmen.

Montag, 22. Dezember 2014

Millionen für Marokko-Solarkomplex

Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank hat im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesumweltministeriums (BMUB) weitere Darlehensverträge in Höhe von 654 Millionen Euro für den Solar-Komplex Ouarzazate im Südosten Marokkos unterzeichnet. 
 
Weitere Finanzierungspartner sind die Agence Française de Développement (AFD), die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB), die Europäische Investitionsbank (EIB), die Europäische Union (EU) und die Weltbank. Die jetzt unterzeichneten Darlehensverträge für das zweite und dritte Kraftwerk des Solar-Komplexes – Noor II und III - umfassen insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Das erste Kraftwerk - Noor I - mit einer Leistung von 160 Megawatt wird im Oktober 2015 ans Netz gehen, mit dem Beginn der Bauarbeiten für Noor II und III wird für April 2015 gerechnet. Insgesamt wird am Standort Ouarzazate eine Gesamtkapazität von etwa 560 Megawatt installiert - der größte im Bau befindliche Solar-Komplex der Welt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 2,2 Milliarden Euro, an denen die KfW mit 829 Millionen Euro als größter Financier beteiligt sein wird (knapp 40 Prozent der Gesamtsumme).

Der Kraftwerkskomplex wird Strom für rund 1,3 Millionen Menschen erzeugen. Gegenüber der konventionellen Stromerzeugung werden jährlich zirka 800.000 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden. Drei innovative Technologien werden eingesetzt: Parabolrinnen, Solarturm und Photovoltaik. Drei der Kraftwerke werden über einen Salzspeicher verfügen, der auch nachts eine Stromversorgung erlaubt.

„Mit der Realisierung des Kraftwerkkomplexes verschafft Marokko einer kohlenstoffarmen und klimafreundlichen Zukunftstechnologie den Durchbruch und kann gleichzeitig die starke Abhängigkeit des Landes von Energieimporten verringern“, sagte Dr. Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe. „Das Land ist mit der Verwirklichung der ehrgeizigen Energiepläne ein Vorreiter in der Region. Bis 2020 sollen 42 % der Stromerzeugungskapazität auf erneuerbaren Energien basieren. Der Marokkanische Solarplan hat das Ziel, bis 2020 Solar-Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 2.000 MW zu bauen. Die Moroccan Agency for Solar Energy (MASEN) setzt diesen ehrgeizigen Plan in vorbildlicher Weise um.“ 

Quelle: KfW Entwicklungsbank

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Sonntag, 21. Dezember 2014

Mehr Solarstrom aus höheren Lagen

Damit sich die Schweiz während des ganzen Jahres selbst mit Strom versorgen kann, werden vermehrt Produktionsanlagen benötigt, die insbesondere im Winterhalbjahr Strom liefern. Dies könnte mit Photovoltaikanlagen in den Alpen erreicht werden. Die ZHAW entwickelt derzeit ein Planungstool für komplexe Photovoltaikanlagen im Alpenraum.

Eine Versuchsanlage zur Überprüfung der Einflussfaktoren wird nun nach zwei Wochen Testbetrieb am ZHAW-Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen in Wädenswil (siehe Bild) im Dezember am Walensee installiert. Messungen an weiteren Standorten im Alpenraum sollen folgen. Für das Projekt „Tools zur Optimierung komplexer Photovoltaikanlagen“ untersucht die ZHAW in Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) und der ZENNA AG die Einflussfaktoren auf die solare Stromproduktion in den Alpen. Das von der nationalen Kommission für Technologie und Innovation (KTI) unterstützte Projekt dient der Entwicklung einer Software, um grössere Photovoltaikanlagen an komplexen Standorten zu planen und zu realisieren. 

Das Tool wird es ermöglichen, Solarstromanlagen entsprechend den gewünschten Kriterien, wie z.B. ein hoher Anteil der Produktion im Winter oder bevorzugter Morgen-/Abendstrom, zu optimieren und deren Wirtschaftlichkeit im Voraus besser abzuschätzen. Zu den berücksichtigten Einfluss­faktoren gehören unter anderem die Reflexionswirkung von Schnee- oder Wasserflächen sowie die eventuelle Blendwirkung der Module. Um die theoretischen Modelle der Software an verschiedenen Standorten zu prüfen und den realen Bedingungen anzupassen, wurde eine mobile Photovoltaik-Versuchsanlage zur Messung dieser Faktoren gebaut und auf dem Campus Grüental der ZHAW in Wädenswil getestet. Diese Versuchsanlage umfasst 44 Solarpanels mit einer Gesamtfläche von ca. 70 Quadratmetern sowie einen Container mit Messinstrumenten.

Die EKZ finanzieren im Rahmen des KTI-Projektes die Versuchsanlage zu einem grossen Teil, weil sie aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Winterstrom Interesse an genauen Modellen zur Ertragsabschätzung von Photovoltaikanlagen im Gebirge haben. Im Gegenzug führt die ZHAW die ersten Testmessungen am Walensee im Steinbruch Schnür durch. Dort planen die EKZ zusam­men mit der St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) den Bau der grössten Solaranlage der Schweiz. Die Versuchsanlage wird zeigen, ob die Reflexion des Wassers die Produktion im erwarteten Rahmen steigert. Daraus ergeben sich wichtige Hinweise bezüglich der Wirtschaftlich­keit einer grossen Anlage. Erste Resultate aus den Messungen am Walensee sind im Laufe des kommenden Jahres zu erwarten.

Die Entwicklung eines Planungstools für komplexe Photovoltaikanlagen wird weitere Messungen, insbesondere an alpinen Standorten, erfordern. Dort ist die Stromproduktion gemäss Schätzungen aufgrund der hohen Einstrahlungswerte und der Reflexionen der Schneedecke um bis zu 50 Prozent höher als im Flachland. Überdies liefern Photovoltaikanlagen im Alpenraum über das ganze Jahr gleich viel Strom, während im Flachland die Stromproduktion im Sommer rund doppelt so gross ist wie im Winter. Die Nutzung der Sonnenenergie im Alpenraum ist daher nicht nur wirtschaftlich interessant. Sie kann aufgrund der hohen Winterproduktion einen bedeutenden Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Fachkontakt
Jürg Rohrer, Leiter Fachgruppe Solartechnik & Energieeffizienz, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, ZHAW, Wädenswil. Telefon 058 934 54 33; E-Mail: juerg.rohrer(at)zhaw.ch

Quelle:  Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften /  Bild: Guntram Rehsche

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Samstag, 20. Dezember 2014

Calyxo: Neue Dünnschichtmodule

Es ist ruhig geworden um die Hersteller von Dünnschichtmodulen (siehe auch Solarmedia vom 20. Januar 2013). Die starke Verbilligung der Kristallinen hat diese zu einer übermächtigen Konkurrenz gemacht. Viele Hersteller von Dünnschichtmodulen existieren schon gar nicht mehr oder wurden durch grössere PV-Konglomerate aufgekauft wie Miasolé und Solibro durch Hanergy. Calyxo allerdings wagt einen nächsten Schritt.


Das Entwicklungs- und Technologieteam der Calyxo GmbH am Standort Solar Valley in Bitterfeld-Wolfen erreichte gemäss einer Mitteilung des Unternehmens über 14,3 % Wirkungsgrad (aperture area) mit einer neuen Produktgeneration (97 Wp auf 0,72 m²; 13,5% full size area), welche im Jahr 2015 eingeführt werden wird.

Die Herstellung der neuen Produktgeneration erfolgt in der vor einem Jahr neu eröffneten Produktionslinie. „Es ist eine großartige Leistung, parallel zum Hochlauf der Fertigung die anvisierten Leistungsziele bei der Produktneuentwicklung zu erreichen.. Wir gehen davon aus, dass wir über 15% Wirkunsgrad mit der neuen Produktgeneration erzielen können. Wir sind davon überzeugt, dass der einzigartige Calyxo Abscheideprozess neben seinen Kostenvorteilen das Potential für höchste Halbleiterschichtqualitäten hat“, so Dr.-Ing. Michael Bauer, CTO/COO.

Für die Calyxo GmbH hat sich mit der neuen Produktgeneration neue Ziele für das Jahr 2015 gesteckt. „Der Druck nach höheren Leistungsklassen ist am Markt durch die kristalline Konkurrenz für uns deutlich spürbar. Mit der neuen Produktgeneration werden wir mittelfristig aufgrund des besseren Temperaturkoeffizienten im Endeffekt mehr Energie auf der gleichen Fläche als die kristalline Konkurrenz erzeugen. Außerdem arbeiten wir an anderen Produkteigenschaften, welche die Installationskosten der Kunden nochmals verringern werden“, CEO Dr. Florian Holzapfel.

Calyxo Module produzieren bei Temperaturen oberhalb von 25°C bis zu 10% mehr Energie als vergleichbare Solarmodule aufgrund des niedrigeren Temperaturkoeffizienten. Der Übergang der Entwicklungskonzepte in die Massenproduktion ist für Beginn 2015 geplant und wird aktuell mit dem Produktnamen CX4 geführt.

Quelle: Calyxo GmbH

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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Weltrekord !

Mit einer Mehrfachsolarzelle wurde ein neuer Weltrekord für die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom erreicht. 46% des einfallenden Sonnenlichts wandelt die Zelle direkt in elektrische Energie um. 




Soitec und CEA Leti, Frankreich, sowie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg haben die Zelle gemeinsam entwickelt. Mehrfachsolarzellen werden in der konzentrierenden Photovoltaik (CVP) eingesetzt, die in Regionen mit hohem Direktstrahlungsanteil regenerativen Strom zu günstigen Kosten erzeugt. Die 46%-Solarzelle ist der zweite Rekord der Partner innerhalb von nur einem Jahr und unterstreicht die starke Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Photovoltaik-Forschung und -Industrie.
 
Mehrfachsolarzellen basieren auf III-V-Halbleiterverbindungen. Die Rekordzelle ist eine Vierfachsolarzelle, jede Teilzelle wandelt exakt ein Viertel der Photonen im Wellenlängenbereich zwischen 200 und 1750 nm in elektrische Energie um. Beim Einsatz in der Konzentrator-Photovoltaik bündelt eine Fresnel-Linse das Sonnenlicht auf eine sehr kleine Zelle. Der neue Rekordwert wurde bei einer Konzentration von 508 Sonnen, d. h. der 508-fachen Bündelung des einfallenden Lichts, gemessen. Der gemessene Wirkungsgrad der Solarzelle ist jetzt durch das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) in Japan bestätigt worden, einer der führenden Einrichtungen für unabhängige Solarzellenmessungen unter Standard-Testbedingungen.

Eine besondere Herausforderung, die bei dieser Zelle erfolgreich gelöst wurde, liegt in der gleichmäßigen Verteilung der Photonen auf die vier Teilzellen. Dies haben die Forscher durch die genaue Anpassung der Materialzusammensetzung und Dicke jeder einzelnen Halbleiterschicht in der Solarzelle erreicht. »Dieser Weltrekord ist ein wichtiger Meilenstein in unserer französisch-deutschen Zusammenarbeit. Wir sind sehr froh, dass unser Ergebnis von 46% jetzt durch eine unabhängige Messung von AIST in Japan bestätigt wurde«, erklärt Dr. Frank Dimroth, Projektleiter für die Zellentwicklung am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. »Die Konzentrator-Photovoltaik ist heute die effizienteste Solartechnologie und eignet sich für alle Länder mit hoher direkter Solarstrahlung.«

Jocelyne Wasselin, Vice President Solar Cell Product Development bei Soitec, einem der Weltmarktführer für Hochleistungshalbleiter mit Sitz in Frankreich, sagt: »Wir sind sehr stolz auf diesen neuen Weltrekord. Er bestätigt uns in der Wahl der Technologie für die Entwicklung dieser Vierfachsolarzelle und ist gleichzeitig ein klarer Indikator dafür, dass wir in naher Zukunft die 50 Prozentmarke erreichen können«. Sie fügt hinzu: »Wir haben für diese neue Zellgeneration bereits eine Linie in Frankreich aufgebaut. Dort sind mehr als 25 Ingenieure und Techniker beschäftigt, die unsere Bonding- und Schichttransfertechnologien zum Einsatz bringen. Ich habe keine Zweifel, dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren deutschen und französischen Partnern sowohl die Wirkungsgrade der Zellen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der CPV-Technologie, weiter voranbringen wird.«

Über SOITEC
Soitec ist ein internationaler Marktführer in der Entwicklung und Herstellung neuartiger Materialien für die Halbleiterindustrie und ein Vorreiter im Bereich Energie und Elektronik. Soitec stellt unter anderem Substrate für die Mikroelektronik, wie etwa SOI (Silicon-on-Insulator), und Konzentrator-Photovoltaik-Systeme her. Soitecs Schlüsseltechnologien sind Smart Cut™, Smart Stacking™ und Concentrix™. Außerdem verfügt das Unternehmen über besondere Expertise im Bereich Epitaxie. Diese Produkte finden Anwendung in der Verbraucherelektronik, mobilen Geräten, Mikroelektronik, Telekommunikation sowie in der Automobilelektronik, in der Beleuchtung und in Solarkraftwerken. Soitec verfügt über Produktionsanlagen und Forschungszentren in Frankreich, Singapur, Deutschland und den Vereinigten Staaten.
www.soitec.com

Über CEA-Leti
Mit Innovation und Technologietransfer bildet Leti die Brücke zwischen Grundlagenforschung und der Produktion von Mikro- und Nanotechnologien zum Nutzen der Menschen. Gestützt durch ein Portfolio mit 2200 Patenten arbeitet Leti mit großen sowie mit kleinen und mittelständischen Firmen zusammen, um deren Wettbewerbspositionen mit maßgeschneiderten Lösungen zu stärken. Mehr als 50 Startups hat Leti initiiert. Auf 8000m² modernster Reinraumfläche werden 200mm und 300mm Wafer prozessiert, von Weltraumanwendungen bis hin zu Smart Devices. Das Institut beschäftigt mehr als 1700 Mitarbeiter, einschließlich 200 Mitarbeitern aus Partnerfirmen. Leti hat seinen Sitz in Grenoble, Frankreich, und hat Büros im Silicon Valley, Calif., sowie Tokyo.
www.leti.fr


Über Fraunhofer ISEMit 1300 Mitarbeitern ist das in Freiburg angesiedelte Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE das größte europäische Solarforschungsinstitut. Das Fraunhofer ISE setzt sich für ein nachhaltiges, wirtschaftliches, sicheres und sozial gerechtes Energieversorgungssystem ein. Es schafft technische Voraussetzungen für eine effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung. Hierzu entwickelt das Institut Materialien, Komponenten, Systeme und Verfahren für Energieeffizienz, Energiegewinnung, Energieverteilung und Energiespeicherung. Das Institut ist Mitglied der Fraunhofer-Gesellschaft, der größten Organisation für angewandte Forschung in Europa. www.ise.fraunhofer.de

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Mittwoch, 17. Dezember 2014

Sonne schickt weiter keine Rechnung

2014 hat in Deutschland die Große Koalition das Erneuerbare-Energien-Gesetz so radikal novelliert, dass der Ausbau der Photovoltaik gegenüber 2012 um etwa 80 % zurückging. Viele Menschen meinen, dass sich Solarstrom hierzulande jetzt nicht mehr rechnet. Doch Fachleute kommen zum Schluss, dass gerade die kleineren Anlagen nach wie vor auch ökonomisch attraktiv sind, ökologisch sowieso. Ein Kommentar des Energie-Publizisten Franz Alt.

Fakt ist, dass im Dezember 2014 pro Kilowattstunde Solarstrom auf dem Hausdach 12,59 Cent Einspeise-Vergütung bezahlt werden. „Das Solardach lohnt sich weiterhin“, schrieb die FAZ-Sonntagszeitung schon im August 2014. Es lohnt sich deutlich besser als das Tagesgeldkonto auf einer Bank.  „Renditen von vier Prozent sind gut möglich“, schrieb die FAZ. Die 12,59 Cent pro KWh gibt es nach wie vor 20 Jahre lang. Wenn sich dann die Anlage amortisiert hat, kann der Besitzer etwa 20 weitere Jahre Solarstrom für etwa einen Cent pro KWh erzeugen – das ist unschlagbar preiswert.  

Der Strom aus der Steckdose kostet heute etwa 27 bis 29 Cent pro KWh. Deshalb ist Eigenverbrauch das Gebot der Stunde. Die Speicherbatterien hierfür werden ähnlich wie der Solarstrom immer preisgünstiger.  Eine Kilowatt Anlagenleistung kostet zurzeit etwa 1.600 Euro, bei Anlagen bis zu zehn KW. Bei über 10 KW kann man mit circa 1.300 Euro pro KW rechnen. Wer seine Anlage exakt auf den Wirtschaftlichkeits-Prüfstand stellen will, wird fündig bei Stiftung Warentest. Natürlich hängen die Erträge wesentlich vom Standort und von der Ausrichtung der Dächer ab.  

Nachtrag Solarmedia: Die Verhältnisse in der Schweiz sind nicht so günstig zugunsten des Solarstroms, entwickeln sich aber in die gleiche Richtung. Der Preis für eine Kilowattstunde Strom beträgt schweizweit im Schnitt gegen 21 Rappen - gleichviel wird die hiesige Einspeisevergütung (KEV) im Jahr 2015 bringen. Vorderhand bleibt also kein Ertrag, um eine Solarstrombatterie zu finanzieren, immerhin ist damit aber die so genannte Grid Parity (Gleichstand des Preises für den Strom aus der Steckdose mit den Produktionskosten von Solarstrom auf dem eigenen Dach) auch in der Schweiz erreicht
 
Weblinks:
Franz Alt "Die Sonne schickt uns keine Rechnung - Neue Energie - Neue Arbeit - Neue Mobilität" - Online bestellen!
Thomas Seltmann "Photovoltaik: Solarstrom vom Dach" - Online bestellen!
www.photovoltaikratgeber.info

PV-Rechner im Internet
Online-Rechner Photovoltaik - EnergieAgentur .NRW
Solar­strom Vergleichs­rechner: So kalkulieren Sie Ihre Rendite

Ertragskarte


Quelle: sonnenseite.com

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Dienstag, 16. Dezember 2014

Heliatek's erste Gebäudefassade

Der deutsche Solarfilm-Produzent Heliatek konnte erfolgreich erste BIOPV – Gebäude integrierte OPV – Solarfilme nach China liefern. HeliaFilm® wurde auf dem Gelände von Reckli China in PuDong, Shanghai installiert. Sie wurden direkt in die Betonmatrizen von Reckli, einem langfristigen strategischen Partner von Heliatek, integriert.

Heliatek ist  nach eigenen Angaben weltweit führend in der Produktion und Kommerzialisierung der organischen Solarfilme. HeliaFilm® wird bereits erfolgreich gemeinsam mit verschiedenen Baustoffen wie Glas, Beton und PVC Membranen vermarktet. Heliatek arbeitet dabei eng mit Industriepartnern im Bereich der verschiedenen Materialien zusammen.

Pilotinstallation in PuDong, Shanghai
Pilotinstallation – HeliaFilm® auf Beton 

RECKLI und Heliatek entwickeln partnerschaftlich eine nachhaltige Gebäudelösung basierend auf HeliaFilm® und strukturierten Beton-matrizen, um die Fassade zur Energie-gewinnung auszunutzen. RECKLI ist als Weltmarktführer im Bereich von elastischen Betonmatrizen bekannt. “Heliatek’s führende OPV Technologie funktioniert perfekt in Kombination mit der BiPV-Anwendung für Beton-fassaden, da sie ultra-leicht, dünn und hoch effizient ist. Die Energieausbeute bleibt effizient auch unter suboptimalen Licht- und Temperaturbedingungen.

Der Film kann direkt auf den Beton aufgebracht werden, ohne dass es eines extra Kühlungs- oder Ventilationssystem bedarf. Mit dieser BiPV Lösung kann die CO2 Bilanz drastisch verbessert werden, ohne dass ästhetische Aspekte vernachlässigt werden.“ erklärt Dr. Bernd Trompeter, der Geschäftsführer der RECKLI GmbH.

“HeliaFilm® in Kombination mit Reckli’s architektonischer Betonlösung liefert eine lang durchdachte Lösung für chinesische Architekten und Bauplaner. Betonstrukturen werden mit HeliaFilm® zur Energiegewinnung angereichert und bewahren gleichzeitig den ästhetischen Anspruch,” kommentiert Dr. Thomas Bickl, VP Sales & Marketing.

Das Büro von RECKLI China wurde für die Installation des HeliaFilm® einer ersten Betonfassade gewählt, um bei einer nach Osten, Westen und Süden ausgerichteten Fassade den hohen Grad der Energieausbeute demonstrieren zu können. Diese unterschiedlichen Ausrichtungen findet man häufig bei BiPV Anwendungen. Die installierte Kapazität beträgt 0,62 kWp und die gewonnene Energie wird zu 100% intern genutzt.

Quelle: Heliatek

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Montag, 15. Dezember 2014

Stromspartipps für Jahreswende

Advent, Weihnachtszeit, Jahreswechsel – Millionen Lichter sorgen für festliche Stimmung in langen Winternächten. Doch nicht nur die Beleuchtung kostet. Stromspartipps der Deutschen Energie-Agentur, die sinngemäss für die Schweiz zutreffen. 

Weil die meisten Menschen viel Zeit Zuhause verbringen, hinterlassen Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte deutliche Spuren auf der Stromrechnung. Im Jahresdurchschnitt betrachtet sind der Dezember und Januar die beiden Monate mit dem höchsten Stromverbrauch. Circa zehn Prozent mehr Strom verbrauchen die deutschen Haushalte in diesen Monaten gegenüber dem Jahresmittelwert. Damit es am Zahltag keine Überraschung gibt, sollte man einige Fakten beachten.

Mit diesen Energiespartipps behalten Sie die Kontrolle
Eines vorneweg: auf Komfort müssen Sie nicht verzichten! Mit dem richtigen Blick auf die technischen Stromverbraucher in Ihrem Haushalt und auf Ihr ganz individuelles Verbrauchsverhalten können Sie einer zu hohen Stromrechnung vorbeugen. Die Initiative EnergieEffizienz hat Ihnen die wichtigsten Tipps zusammengestellt:

Modern sind LED-Lampen und Lichterketten
Ein zehn Meter langer herkömmlicher Lichtschlauch kann in sechs Wochen rund 33 Euro an Stromkosten verursachen. Das entspricht ungefähr den Betriebskosten einer kleinen Kühl- und Gefrierkombination der Energieeffizienzklasse A+++ in einem ganzen Jahr. Deutlich energieeffizienter sind LED-Lichtschläuche. Sie benötigen etwa 85 Prozent weniger Strom und können auch draußen eingesetzt werden.
Wer auf moderne Beleuchtung setzt, entscheidet sich heute für die LED-Technologie. Sie zeichnet sich durch eine hohe Lichtausbeute, einen niedrigen Energieverbrauch sowie eine sehr hohe Lebensdauer aus. Im Innenraum stehen LED-Lampen für fast alle gängigen Fassungen zur Verfügung. In der E27-Standardfassung sind LED-Lampen mit über 800 Lumen erhältlich. Sie können damit alte Glühlampen mit bis zu 75 Watt ersetzen.
stromeffizienz.de

Licht bewusst einschalten
Die Beleuchtung macht zwischen acht und zwölf Prozent des privaten Stromverbrauchs aus. Licht sollte also nur dort brennen, wo es tatsächlich gebraucht wird. Häufiges ein und ausschalten ist unproblematisch: Energiesparlampen mit Vorheizfunktion oder LED werden auf der Verpackung als „besonders schaltfest“ ausgewiesen. Lassen Sie sich beim Händler beraten.

Energielabel vereinfacht Lampenkauf
Schon beim Einkauf können Sie feststellen, wie sparsam eine Lampe wirklich ist. Das auf der Verpackung angebrachte EU-Energielabel weist die Energieeffizienzklasse der Lampe aus. A++ bedeutet, dass die Lampe einen niedrigen Stromverbrauch hat. Bei Energieeffizienzklasse D ist der Stromverbrauch sehr hoch.


Heimkino – vergleichen lohnt sich
Auch TV-Geräte müssen beim Kauf mit einem EU-Energielabel ausgezeichnet sein. Das Label gibt Auskunft über die Energieeffizienzklasse, den jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden bei einer Nutzung von vier Stunden täglich und darüber, ob das Gerät einen echten Ein- und Ausschalter zur Vermeidung des Stand-by-Betriebs besitzt. Ein Modell der im Handel bei einigen Geräten schon erhältlichen Klasse A++ mit 110 Zentimetern Bildschirmdiagonale verursacht pro Jahr rund 15 Euro Stromkosten, ein zehn Jahres altes Gerät durchschnittlich das Vierfache – rund 60 Euro Stromkosten. 
Besonders energieeffiziente Fernseher listet die TopGeräte-Datenbank der Initiative auf

Multifunktionsgeräte statt Fax, Kopierer und Drucker
Laut statistischem Bundesamt verfügen heute ¾ aller Haushalte über einen stationären Drucker, fast ein Viertel über ein privates Faxgerät. Eine energieeffiziente Alternative zu Faxgerät, Drucker, Kopierer und Scanner sind Multifunktionsgeräte. Sie kombinieren alle Einzelfunktionen in einem Gerät. Das nimmt nicht nur weniger Platz ein, sondern ist in der Summe auch energieeffizienter.

Energiesparend kochen und backen
Beim Backen lassen sich die Stromkosten mit der Umluftfunktion um bis zu 20 Prozent reduzieren. Umluft ist energiesparender, weil die Backtemperatur um 20 Grad niedriger gewählt werden kann. Bei der Zubereitung des Weihnachtsmenüs gilt zudem: Ein passender Deckel für jeden Topf spart bares Geld. Wer Töpfe und Pfannen dem Durchmesser nach passend zur Herdplatte wählt, reduziert ebenfalls seinen Stromverbrauch. Bei langen Garzeiten von über 20 Minuten lohnt sich außerdem der Einsatz von Schnellkochtöpfen. Das spart bis zu 30 Prozent Energie – und einiges an Zeit. Nach dem Festtagsschmaus sollten die Lebensmittel gut abkühlen  – denn durch heiße Lebensmittel im Kühlschrank schnellt der Energieverbrauch ebenfalls in die Höhe.

Geschirr spülen: besser maschinell als per Hand
Eine energieeffiziente Geschirrspülmaschine der Energieeffizienzklasse A+++ kommt mit weniger Strom und Wasser aus als ein geübter Handabwäscher. Stromsparende Geräte benötigen heute unter 0,9 kWh  und nur etwa 10 Liter Wasser pro Spülprogramm (14 Maßgedecke). Ineffizientere Geräte hingegen verbrauchen deutlich mehr Wasser und Strom. Die niedrigsten Stromvrebrauchswerte bietet das Energiesparprogramm Ihres Geschirrspülers. Dieses nennt sich z. B. Sparprogramm, Öko, Eco oder Intelligent und spült meistens bei 50 °C. Das Geschirr wird dennoch strahlend sauber.


Quelle:   Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) 2014

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Sonntag, 14. Dezember 2014

X-Fabrik weiter auf Investorensuche

Der Institutsleiter des Fraunhofer ISE, Eicke Weber, kämpft weiter für die Realisierung einer großen Fabrik für Photovoltaik-Module in Europa. Er erklärte nun in Berlin, warum der erste Investor abgesprungen ist und trotzdem noch eine große Realisierungschance besteht. Ein Bericht des Solarmagazins pv-magazine.de.

Die Gigawatt-Solarmodulfabrik, für die sich Eicke Weber seit längerer Zeit einsetzt, soll die Rettung für den Produktions- und Forschungsstandort Europa sein. Jetzt wurde bekannt, dass ein möglicher ernsthaft interessierter Großinvestor aus Frankreich abgesprungen ist, um lieber „weiter das verlustbehaftete Geschäft mit der Nuklearenergie zu machen“, wie Weber am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Berlin erklärte. Der Institutsleiter des Fraunhofer ISE strahlte trotzdem noch Zuversicht aus, dass es gelingt, dieses Projekt zu realisieren. Die Fabrik soll fortschrittliche Technologien verwenden und den europäischen Maschinenbauern helfen, diese zu entwickeln und auf dem Weltmarkt anzubieten.

Dabei seien nicht mehr die Technologien in der Planung, für die das Institut vor einem knappen Jahr eine Machbarkeitsstudie veröffentlicht hat, die detaillierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen enthielt. Diese analysierte eine mögliche Produktion von CIGS-Modulen, PERC, womit bereits etliche Linen aktuell produzieren, und einer PERC-Weiterentwicklung. Weber hat zwar nicht im Detail verraten, was geplant sei, die Technologie sei aber „disruptiv“ und spiele „in der Liga“ der Hocheffizienzmodule von Sunpower und Panasonic. Damit seien Wirkungsgrade von bis zu 25 Prozent möglich. Ein Modul habe dann 350 bis 400 Watt statt heute 250 bis 300 Watt.

Das Investitionsvolumen für das erste Gigawatt liege bei ungefähr 500 Millionen Euro. Dabei hält er es für unwahrscheinlich, dass die Fabrik wie ursprünglich anvisiert in Frankreich gebaut werde, wenn es keinen französischen Investor gebe. Zu den Zukunftschancen sagte er: „Ich darf das Stichwort Niederlande fallen lassen.“ Die Fabrik könne aber auch woanders gebaut werden, etwa in Frankfurt an der Oder.

Nach wie vor sieht er es so, dass sich auch der Staat oder Europa engagieren müssen, um in Europa eine Produktion aufzubauen. „Man braucht eine Industriepolitik“, sagt er. So würden Kreditgarantien sehr helfen. Genaugenommen hat das denselben Effekt wie das, was auch die chinesische Regierung unternommen und damit den Boom im eigenen Land vor einigen Jahren initiiert hat. Es verschafft den Investoren billigere Kredite und macht das Projekt dadurch attraktiver. Weber verweist auch auf die USA. Dort unterstütze der Staat New York ein ähnliches Projekt von Silevo mit 750 Millionen Euro.

Deutschland und Europa sind in dieser Hinsicht sehr zurückhaltend. Eicke Weber sieht allerdings, dass „der Wille sehr stark zunimmt“. Die Gigawatt-Fabrik habe es auch auf die Vorschlagsliste Deutschlands für das Europäische Konjunkturprogramm geschafft. Die EU-Kommission will private Investitionen anreizen und absichern. Nach jüngsten Berichten sollen mit dem Programm 315 Milliarden Euro investiert werden. Europaweit seien Projekte mit einem Volumen von 1.300 Milliarden Euro vorgeschlagen worden, sagt Weber. Mit den bestehenden Modulproduzenten in Europa, Solarworld hat zum Beispiel schon mehr als ein Gigawatt Produktionskapazität, gebe es dabei keinen Konflikt. „Das was wir vorhaben, steht bei den Technologie-Roadmaps der Hersteller ganz weit in der Zukunft“, sagt Weber. Die europäischen Hersteller könnten daher am Ende mit dabei sein, was etwa Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender von Solarworld, auch in Aussicht gestellt habe.

Wissenschaftler haben übrigens schon länger die Vision, dass man die Technologien von Sunpower und Panasonic, auf die sich Eicke Weber bezog, miteinander kombinieren müsse. Beide Unternehmen stellen seit Jahren so genannte n-Typ Zellen her. Sunpower hat dabei eine Rückkontakttechnolgie entwickelt, die als sehr zukunftsweisend gilt. Panasonic kombiniert die kristallinen Zellen mit Dünnschicht-Methoden, was die Verluste an der Oberfläche reduziert.


Freitag, 12. Dezember 2014

Preisrutsch bei Solarstrom-Speichern

Weihnachtsgeschenk für die Energiewende: Die Preise für Solarstromspeicher sind in Deutschland seit dem Frühjahr um ein Viertel gefallen. Die Solarwirtschaft rechnet gemäss ihrem Bundesverband mit weiterem Anziehen der Speicher-Nachfrage.

Die Preise für Solarstromspeicher sind in den vergangenen Monaten um rund ein Viertel gesunken. Gleichzeitig zog die Nachfrage nach Solarbatterien kräftig an. Infolge deutlich gefallener Preise rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. mit einem weiter wachsenden Interesse an den Batteriesystemen. Bereits über 15.000 Haushalte decken in Deutschland nach Schätzungen des Verbandes mit Hilfe von Speichern auch in den Abendstunden relevante Anteile ihres Stromverbrauchs aus der eigenen Solaranlage und machen sich damit unabhängiger von steigenden Strompreisen. 

Die Durchschnittspreise für Batteriespeicher sind aufgrund technischen Fortschritts und der wachsenden Nachfrage zwischen dem ersten und zweiten Halbjahr 2014 um rund 25 Prozent gesunken. Das geht aus dem unlängst veröffentlichten Solarstromspeicher-Preismonitor des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Intersolar Europe hervor. „Das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Energiewende und alle Betreiber von Solarstromanlagen. Mit günstigen Stromspeichern können sie sich jetzt ihren Wunsch nach mehr Unabhängigkeit erfüllen und langfristig mit stabilen Strompreisen rechnen“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. 

Das bereits deutlich gestiegene Interesse an Solarstromspeichern lässt sich auch an der Anzahl der Förderzusagen bei der KfW klar ablesen. Im dritten Quartal 2014 wurden 32 Prozent mehr Anträge für Speicher-Zuschüsse bewilligt als im zweiten Quartal dieses Jahres. Solarstrom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage ist deutlich günstiger als Strom vom Energieversorger. Oft haben Haushalte aber gerade dann einen hohen Stromverbrauch, wenn ihre Solarmodule wenig oder keinen Solarstrom produzieren — etwa in den Abendstunden. Mit einem Stromspeicher kann der günstige Solarstrom immer dann genutzt werden, wenn er benötigt wird. „Mit jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde sinkt die Stromrechnung“, so Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH und Veranstalter der intersolar Europe. Parallel zur intersolar Europe findet in München die electrical energy storage (ees), die internationale Fachmesse für Batterien, Energiespeichersysteme und innovative Fertigung statt. 

Marktexperten sagen Solarspeichern eine sonnige Zukunft voraus. So wird sich nach Erwartungen des amerikanischen Marktforschungsunternehmens IHS der weltweite Markt für Solarbatterien bis 2018 um den Faktor zehn vergrößern. Die KfW fördert die Installation einer Photovoltaik-Anlage und eines Batteriespeichers mit einem zinsgünstigen Darlehen. Zusätzlich werden bis zu 30 Prozent der Anschaffungskosten als Tilgungszuschuss übernommen. Der BSW-Solar lobt dieses 2013 von der Bundesregierung geschaffene Marktanreizprogramm als unverzichtbaren Beitrag zur Markteinführung von Solarstromspeichern. Ergänzend empfiehlt er zur Qualitätssicherung die Ausstellung eines Photovoltaik-Speicherpasses, die der Verband gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke entwickelt hat. Dieser wird auch von der KfW bei der Gewährung der Förderzuschusse als Nachweis einer sachgerechten Speicher-Installation akzeptiert. Der BSW-Solar informiert darüber hinaus anschaulich und kostenfrei rund um das Thema Solarstromspeicher. 

Hintergrund
Für den Solarstromspeicher-Preismonitor befragt ein Marktforschungsunternehmen im Auftrag des BSW-Solar und der Intersolar Europe regelmäßig einen ausgewählten Kreis von Photovoltaik-Installationsbetrieben. Details zum Abonnement des Solarstromspeicher-Preismonitors und Informationen zum ebenfalls erhältlichen Photovoltaik-Preismonitor unter www.solarwirtschaft.de/preisindex.html.
Weitere Informationen über Solarstromspeicher und die Fördermöglichkeiten: www.die-sonne-speichern.de und www.photovoltaik-anlagenpass.de.
Mehr Informationen zur electrical energy storage (ees), Europas größter Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme: www.ees-europe.com/de/ees/die-ees.html 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

«Tage der Sonne» neu koordiniert

Der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie Swissolar übergibt die „Tage der Sonne“ an die Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES. An den jährlich im Mai stattfindenden Tagen der Sonne stellen Firmen, Private, Gemeinden, Energiestädte und Schulen an verschiedenen Veranstaltungen Neues und Wissenswertes rund um Wärme und Strom von der Sonne vor. Nach elf Jahren schweizweiter Koordination ist für Swissolar nun die Zeit reif, die Veranstaltungsplattform in neue Hände zu übergeben.
 
Die Übergabe der Koordinationsaktivitäten und der Webseite <www.tagedersonne.ch> hat in den vergangenen Wochen bereits stattgefunden. Verändern wird sich für Aussenstehende kaum etwas, die Veranstaltungsplattform ist nach wie vor demselben Publikum offen und angesprochen werden auch dieselben Veranstalter. Es ist Swissolar ein grosses Anliegen, dass die mit grossem Engagement weiter geführt werden und Swissolar wird auch weiterhin die Veranstaltungsplattform unterstützen. Zweck der Übergabe war es jedoch auch, dass neue Köpfe mit frischen Ideen am Konzept weiter arbeiten, dies wird die Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie nun etappenweise angehen.
 
Die Tage der Sonne in der Schweiz sind Teil der «European Solar Days», die 2014 in der ersten Maihälfte an mehr als 7000 Veranstaltungen in 20 Ländern stattfanden und über 700‘000 Teilnehmende erreichten, die sich auf lokaler Ebene für die saubere, nachhaltige Energieversorgung engagieren. Die Europäischen wie auch die Schweizerischen Tage der Sonne haben zum Ziel, auf das grosse Potenzial der Solarenergie zur Energieversorgung aufmerksam zu machen. Im Jahr 2015 werden die Tage der Sonne vom 1.-10. Mai 2015 stattfinden. 

Quelle: Swissolar

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Dienstag, 9. Dezember 2014

AEE bekennt sich zu NR-Beschlüssen

Der Nationalrat (NR) hat Farbe bekannt und Pflöcke eingeschlagen. Die Energieversorgung soll schrittweise und marktnah umgebaut werden. Energieeffizienz und erneuerbare Energien liefern dafür die Grundlagen. Sie werden die Schweiz aus ihrer fossilen und nuklearen Abhängigkeit befreien und langfristig für Versorgungssicherheit sorgen. Die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz AEE SUISSE, mit 24 Branchenverbänden und 15'000 Unternehmungen, stellt sich geschlossen hinter diese wegweisenden Entscheide.

Der Nationalrat hat entschieden und er hat in weiten Teilen gut entschieden. Wichtige Pflöcke konnten eingeschlagen werden. So soll das Finanzierungssystem für den Zubau erneuerbarer Energien (KEV) weiterentwickelt und optimiert werden. Ziel ist es, die erneuerbaren Energien zügig an den Markt heranzuführen. Das neue Einspeiseprämiensystem sorgt mit der Kombination von Einspeiseprämie und Einnahmen aus dem Stromverkauf für die in der Zukunft erforderliche Investitionssicherheit. Damit u.a. die 36'000 erneuerbaren Energieanlagen, die bereits heute auf der KEV-Warteliste stehen, auch tatsächlich realisiert werden können, und damit die unter Druck geratene Wasserkraft eine finanzielle Unterstützung findet, hat der Nationalrat richtigerweise auch einer moderaten Erhöhung der KEV auf 2.3 Rp./kWh zugestimmt. Bundesrätin Doris Leuthard hat klar gemacht, dass diese geringen Mehrkosten tragbar sind, werden sie doch einen vierköpfigen Haushalt nur gerade mit 50 Franken pro Jahr zusätzlich belasten.

 
Dass bedeutende erneuerbare Energieanlagen zum «nationalen Interesse» erklärt werden sollen, ist nötig und gibt dem Bewilligungsprozess die erwünschte Beschleunigung. Die Befürchtungen, wonach Natur und Landschaft darunter leiden werden, sind unbegründet. Auch unterstützt die AEE SUISSE die Definition von klaren Verbrauchszielen, wie sie jetzt mit einer 43 prozentigen Verbrauchssenkung bis ins Jahr 2035 festgeschrieben wurde. Umgekehrt ist das beschlossene Ausbauziel für die erneuerbaren Energien bis 2020 zu bescheiden ausgefallen. Die Hälfte der geforderten Zubaumenge von 4.4 TWh ist nämlich bereits heute installiert und liefert Strom. Dass die umweltverträgliche Kleinwasserkraft abgestraft wird und in Zukunft keine Fördermittel mehr beanspruchen darf, muss zurückgewiesen werden. Der Ständerat ist aufgefordert, hier korrigierend einzugreifen.
 
Bei den Effizienzzielen für Elektrizitätsversorgungsunternehmen liegt auch mit der Annahme des Bonus-Malus-Systems noch keine überzeugende Lösung auf dem Tisch. Hier sind die EVUs aufgefordert, gangbare Konzepte zu präsentieren, die mit der allgemeinen Stossrichtung der Energiestrategie 2050 übereinstimmen. 
Mit dem Langzeitbetriebskonzept hat der Nationalrat eine Regelung für die laufenden Atomkraftwerke beschlossen. Stossend daran ist, dass die beiden ältesten Atomkraftwerke Beznau I und II davon ebenfalls profitieren und der nötige Zusatz der «steigenden Sicherheit» mit einer Stimme Unterschied gestrichen wurde. Wenn erneuerbare Energien jetzt konsequent zugebaut werden, muss auf der anderen Seite Platz geschaffen werden und müssen bestehende Kraftwerke vom Netz gehen. Eine Befristung der Laufzeit für Beznau I und II ist deshalb auf 50 Jahre festzulegen. Der Ständerat ist aufgefordert, diesen Entscheid zu korrigieren. 


Quelle: AEE

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Stromversorger unter Druck

Der anhaltende Ausbau von dezentralen Energieerzeugungs-Anlagen sowie Energieeffizienz-Maßnahmen könnten die Nachfrage bei den Stromversorgungs-Unternehmen erheblich bremsen und deren Umsätze einbrechen lassen. Das Managementberatungs-Unternehmen Accenture (New York, USA) geht in der Studie „Digitally Enabled Grid” davon aus, dass die Umsätze der Stromversorger in den USA bis 2025 dadurch um bis zu 48 Milliarden US-Dollar und in Europa um bis zu 61 Milliarden USD jährlich niedriger sein werden, wie solarserver.de berichtet.
 
Das global tätige Beratungsunternehmen hat in drei Szenarien untersucht, wie sich Photovoltaik, Energiespeicher, Elektro-Heizungen, Elektromobilität, Energieeffizienz und Energiesparmaßnahmen auf das Stromnetz und die Geschäftsmodelle der Stromversorger auswirken.  Accenture ermittelte außerdem, dass die Stromversorger sich mehr um ihre Umsätze sorgen als im vergangenen Jahr: 61 % rechnen mit einem mäßigen bis starken Umsatzeinbruch aufgrund der dezentralen Stromerzeugung z.B. durch Photovoltaik, 2013 waren es noch 43 %.

„Das wahrscheinlichste Szenario für die nächsten zehn Jahre könnte zu Umsatzeinbußen in der Größenordnung von 18 Milliarden USD in den USA und 39 Milliarden USD in Europa führen“, sagte Valentin de Miguel von Accenture Smart Grid Services. „Da Energieeffizienz-Maßnahmen und dezentrale Anlagen sich auch ohne Förderung lohnen, steigt ihr Marktanteil. Die Technologiekosten sinken, während die Strompreise der Versorger leicht steigen, insbesondere in Europa.“

In vielen US-Bundesstaaten ist die Photovoltaik-Netzparität bereits erreicht, das heisst Solarstrom kostet dort gleich viel oder sogar weniger als Netzstrom. Laut Accenture tritt sie 2015 in Australien und den meisten EU-Ländern ein. Ausnahmen seien nur weniger sonnige Länder wie Schweden und Polen sowie Spanien, wo es regulatorische Hürden zu überwinden gilt. Auch in Japan werde die Photovoltaik  in ein paar Jahren Netzparität erreichen, gefolgt vom übrigen Nordamerika – außer in einigen US-Bundesstaaten und Kanada mit sehr niedrigen Strompreisen. 

Einige Berichte sprechen von einer sich abzeichnenden „Todesspirale” für Stromversorger, bei der Kunden das Stromnetz nur noch als Backup-Lösung nutzen. Die Studie von Accenture zeigt jedoch, dass dies unwahrscheinlich und für viele Kunden unrentabel ist, da sie keine eigene Anlage installieren oder sich leisten können. 79 % der Vertreter von Stromversorgungs-Unternehmen sind überzeugt, dass es sich für Endverbraucher bis 2030 nicht lohnt, sich ohne Fördermittel vom Netz unabhängig zu machen. Bis 2035 werden sich voraussichtlich 12 % der Nordamerikaner und 11 % der Europäer komplett selbst mit Energie versorgen.


„Zusätzlich zu dem finanziellen Druck, unter dem Stromversorger stehen, werden sie erhebliche Probleme beim Netzbetrieb bekommen. Der technische Druck auf das Stromnetz steigt und öffnet den Markt für neue Wettbewerber mit Energieprodukten und -dienstleistungen.“ Fast zwei Drittel der Stromversorger gehen davon aus, dass Netzstörungen bis 2020 zunehmen werden, wenn immer mehr dezentrale Niedrigspannungs-Anlagen angeschlossen werden. Letztes Jahr dachten das noch 41 %. Mehr als die Hälfte rechnet außerdem mit Problemen, weil große erneuerbare Kraftwerke angeschlossen werden (2013: 33 %).

Die meisten Stromversorger rechnen mit einem anhaltenden Wettbewerb durch neue Anbieter von datenbezogenen Services, dezentraler Stromerzeugung, Lastmanagement, Elektrofahrzeugen und zugehöriger Ladeinfrastruktur. „Deshalb müssen sie ihr Geschäftsmodell grundlegend ändern und neue Dienstleistungen anbieten, um ein komplexeres und dezentraleres Netz zu managen“, so de Miguel. „In diesem Zusammenhang sollten sie sich mit den Regulierungsbehörden beraten, neue Stromtarife ausarbeiten, neue Märkte erschließen, in die Netzoptimierung investieren und neue Produkte und Dienstleistungen für die Kunden entwickeln.“

Quelle: Accenture | solarserver.de

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Sonntag, 7. Dezember 2014

Maximaler Ertrag bei Schnee und Eis

Die Leistung von Photovoltaikanlagen ist von der Witterung abhängig. Über den Ertrag der PV-Module im Winter gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen. Vor allem über die Sinnhaftigkeit des Befreiens der Fläche von Schnee und Eis wird viel diskutiert: Während die einen eine regelmäßige Räumung empfehlen, raten andere davon ab. Karma Werte, österreichischer PV-Anlagenbauer mit Sitz in Linz, klärt über die Leistung und Wartung von Photovoltaikanlagen im Winter auf.
 
Photovoltaik im WinterPhotovoltaikanlagen erzielen drei Viertel ihres Jahresertrags im Sommer – aufgrund des stärkeren und längeren Lichteinfalls und dem Winkel der Sonnenstrahlung. Trotzdem dürfen auch die Ertragsmöglichkeiten in den Wintermonaten auf keinen Fall unterschätzt werden. Die Leistung kann auch im Zeitraum von Oktober bis Februar durchaus Spitzenwerte erreichen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Das Hauptkriterium für ertragsstarke Wintermonate ist vor allem die Ausrichtung und der Montagewinkel der Anlage. Hier gilt: umso steiler der Winkel und umso südlicher die Ausrichtung, desto besser das Ergebnis. Durch den flacheren Stand der Wintersonne ist ein Neigungswinkel von 30 Grad und mehr optimal. Zusätzlich ist die Orientierung nach Süden, genauso wie auch im Sommer, am effizientesten. Nachgeführte Photovoltaikanlagen folgen dem Stand der Wintersonne zwar stetig, sind aber durch ihre Wartungsintensität und die hohen Anschaffungskosten im Vergleich zu Aufdachanlagen kaum rentabel.

Schneebedeckte Module sorgen bei Photovoltaikanlagenbesitzern nicht unbedingt für Freude. Dabei handelt es sich bei der Annahme, dass eine Schneedecke den Ertrag verhindert, um einen Mythos. „Tatsächlich ist es so, dass das UV-Licht eine bis zu 15 cm dicke Schneedecke durchdringt. Sobald das Licht auf die Module trifft, wird Spannung erzeugt und die Module erwärmen sich. Der Schnee rutscht bei ausreichender Modulneigung problemlos ab“, erklärt Alexander Schauer, Geschäftsführer der Karma Werte GmbH. „Auf eine Räumung der Anlagenfläche kann daher verzichtet werden. Zusätzlich ist von einer Beseitigung des Schnees in Eigenregie ohnehin dringend abzuraten, da hohe Verletzungsgefahr besteht.“

Der Produktionsausfall der schneebedeckten PV-Anlagen liegt real nur im einstelligen Prozentbereich. Hierzu kommt, dass die Winterkälte den Wirkungsgrad der Module erhöht. Grundsätzlich steigt der Ertrag um etwa 4% pro 10 Grad Temperaturabnahme – dies hängt mit den Eigenschaften des Siliziums, aus welchem die Module bestehen, zusammen. Gerade für den erhöhten Eigenbedarf an Energie im Winter bieten Photovoltaikanlagen in Kombination mit intelligenten Steuergeräten interessante Möglichkeiten. Mit dem Energieregler „Smartfox“ kann die Versorgung der Verbraucher im Haushalt an den jahreszeittypischen Bedarf angepasst werden und eine Optimierung erfolgen. So wird die Effizienz der Photovoltaikanlagen auch im Winter maximiert.

Quelle: presse@karmawerte.at

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Solar-Aktien-Index leicht im Plus


Der PPVX stieg letzte Woche um 0,3% auf 1.494 Punkte, der NYSE Arca Oil um 3,4%. Seit Jahresanfang 2014 liegt der PPVX mit +5,6% währungsbereinigt rund 4 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (+1,3%). Das PPVX-Spitzentrio 2014 bilden Hanergy Solar Group(+158%), Enphase Energy(+103%) und SunEdison (+61%). Die grössten Gewinner der Woche warenEnphase Energy(+22%) und Advanced Energy Industries(+11%), die grössten Verlierer SMA Solar Technology AG (-27%) undShunfeng International(-11%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 39,7 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+431%) rund 271 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +160%).


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Der Solaraktienindex PPVX erscheint zweiwöchentlich auf Solarmedia, in den Zwischenwochen auf Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Samstag, 6. Dezember 2014

EWZ versorgt Greencity mit Energie

Die Überbauung Greencity in Zürich-Süd am Eingang zum Sihltal soll alle Anforderungen an ein 2000-Watt-konformes Areal erfüllen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Energieversorgung, die zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erfolgen soll - auch aus Solarenergie. Die Bauherrin hat dafür mit dem ewz ein Energie-Contracting abgeschlossen. 
 
Auf dem Areal der ehemaligen Sihl Papierfabrik baut die Totalunternehmung Losinger Marazzi AG Wohnungen für 1500 bis 2000 Menschen sowie Raum für etwa 3000 Arbeitsplätze. Die Energieversorgung für die sogenannte Greencity soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien sein. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) hat die Ausschreibung für diesen Auftrag gewonnen. Das ewz wird für das Areal Greencity Energiedienstleistungen aus einer Hand erbringen. Es wird die Anlagen für die Kälte- und Wärmeversorgung planen, finanzieren, erstellen und betreiben. Herzstück der Energiezentrale ist eine Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel Ammoniak. Energiequellen für die Pumpe sind Grundwasser und Erdwärme. Für die Spitzenlast im Winter steht zusätzlich Biogas zur Verfügung. Der Strom soll mit Photovoltaikanlagen auf dem Areal produziert werden, der Auftrag für deren Bau ist aber noch nicht vergeben.

Der Stadtrat hat für das Energie-Contracting des ewz Ausgaben von 18,45 Mio. Franken bewilligt, die dem an der Urne gutgeheissenen Rahmenkredit von 180 Mio. Franken belastet werden. Dank dieser umweltfreundlichen Energieversorgung lassen sich pro Jahr 1800 Tonnen CO 2 einsparen, was rund 37 Tanklastwagen Öl entspricht. Greencity soll ein Vorzeigebeispiel für ein 2000-Watt-taugliches Areal sein, und die Energiezentrale wird einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.

Quelle: EWZ / Modellbild Marrazzi Immobilien AG

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Freitag, 5. Dezember 2014

BKW fördert Stromspeicherung

Wirtschaftliche Stromspeicherung zu Hause: Mit dieser Schlagzeile meldet die Berner BKW AG, einer der drei Stromriesen hierzulande, die Beteiligung am High-Tech Start-up Ampard AG. Dieses entwickelt und vermarktet europaweit ein Energie-Management-System, mit dem die Gesamtkosten von Batteriespeichern gesenkt werden können.

Mit dem System AMPARD bietet die BKW ihren industriellen und privaten Kunden die Möglichkeit, ihre Energiespeicher gewinnbringend zu nutzen. Diese technologische Lösung kombiniert Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher für den Endkunden. Wird der Heimspeicher gerade nicht für die Erhöhung des Eigenverbrauches verwendet, benutzt AMPARD den Heimspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes. AMPARD erzeugt durch den Verkauf dieser Regelleistung einen Ertrag zugunsten des Immobilienbesitzers.

Regelleistung ist ein interessantes Geschäftsfeld, in dem BKW schon länger tätig ist. So werden zusammen mit dem Kooperationspartner EnerNOC grosse industrielle Lasten flexibel gesteuert. AMPARD bringt weitere Intelligenz in das Verteilnetz, so dass auch kleine Speicher und Lasten im Haushalt intelligent genutzt werden können.

Die BKW betrachtet die Beteiligung als Investition in die Zukunft. BKW CEO Suzanne Thoma: «Der Umbau des Energiesystems erfordert innovative Lösungen. AMPARD bietet eine solche, weit in die Zukunft reichende Lösung.» Die Gründer von Ampard AG Simon Summermatter und Philipp Eisenring ergänzen: «Mit der BKW haben wir eine Partnerin gefunden, die dynamisch und innovativ am Markt agiert. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!» Die BKW beteiligt sich als strategischer Partner zusammen mit der Zürcher Kantonalbank am Start-up Unternehmen.

BKW AG
Die BKW Gruppe ist ein bedeutendes Schweizer Energiedienstleistungsunternehmen. Sie beschäftigt gegen 3 500 Mitarbeitende, versorgt zusammen mit Partnern rund eine Million Menschen mit Strom und deckt alle Stufen der Energieversorgung ab: von der Energieproduktion über den Handel und den Transport bis hin zum Verkauf. Neben dem klassischen Energiegeschäft betreibt die BKW das grösste Verteilnetz der Schweiz und positioniert sich als führende Dienstleistungsfirma im Bereich Energieeffizienz und Infrastruktur. Sie engagiert sich in Forschungsprogrammen zur Entwicklung innovativer Technologien für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung.

Zürcher Kantonalbank
Die Zürcher Kantonalbank ist die marktführende Zürcher Universalbank mit nationaler Ausrichtung. Sie investiert über den bankeigenen Venture-Fonds Pionier jedes Jahr Risikokapital in rund 20 Start-up Gesellschaften im Wirtschaftsraum Zürich. Damit unterstützt die Bank den Transfer von Ideen in die Wirtschaft. www.zkb.ch.

Ampard AG
Ampard AG aus Zürich entwickelt und vermarktet das Energie-Management-System AMPARD zur ökonomischen Steuerung dezentraler heterogener Kraftwerke. Dezentrale Kraftwerke sind zum Beispiel Fotovoltaik-Anlagen in Verbindung mit einem lokalen Batteriespeicher. In Kombination mit dem Energie-Management-System der Ampard AG werden aus Heimspeichern Schwarmspeicher. Immobilienbesitzer können so Regelenergie anbieten und zusätzliche Einnahmen generieren. Mittels AMPARD betriebene Stromspeicher von Ampard AG wurden als erster Schwarmspeicher in Europa offiziell zur Lieferung von Regelleistung zugelassen.

Quelle: Berner Kraftwerke AG

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Dienstag, 2. Dezember 2014

Gelb ist nicht nur die Farbe der Post

Die Schweizerische Post hat auf den Dächern des Brief- und Paketzentrums Härkingen zwei neue Fotovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Mit insgesamt rund 10‘000 Quadratmetern Modulfläche gehören die Anlagen zusammen zu den grössten im Schweizer Mittelland. Sie produzieren Strom für rund 380 Durchschnittshaushalte. Die Post bezieht seit 2012 ausschliesslich Schweizer Strom aus erneuerbaren Energien und produziert jährlich rund 5000 MWh eigenen Solarstrom.

Die Schweizerische Post hat Ende Oktober 2014 auf ihren Betriebsgebäuden in Härkingen zwei weitere Fotovoltaikanlagen fertiggestellt. Die Anlagen auf den Dächern des Brief- und Paketzentrums Härkingen bestehen aus 6‘000 Modulen mit einer Gesamtfläche von rund 10‘000 Quadratmetern. Sie werden jährlich bis zu 1‘340‘000 kWh CO2-freie und erneuerbare elektrische Energie produzieren. Das entspricht dem Stromverbrauch von über 380 Schweizer Haushalten über denselben Zeitraum. Im Vergleich zu Strom aus dem Schweizer Absatzmix sparen die beiden Anlagen jedes Jahr 180 Tonnen Treibhausgas ein. Die Anlagen am Standort Härkingen zählen zu den grössten im Schweizer Mittelland.

Weitere Anlagen hat die Post vergangenes Jahr auf den Paketzentren in Daillens und Frauenfeld sowie auf Postgebäuden in Sitten, Genf, Locarno und Giubiasco in Betrieb genommen. Zusammen mit den Anlagen in Yverdon und in Zürich-Mülligen, die seit Ende 2012 in Betrieb sind, betreibt die Post damit zehn Anlagen. Gesamthaft erzeugen sie rund 5‘000‘000 kWh Solarstrom, die ins Netz eingespeist werden. Damit leistet die Post einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes, die insbesondere auch auf den Ausbau erneuerbarer Energien setzt.

Seit 2008 deckt die Post ihren gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien. Seit 2012 kommt dieser vollständig aus der Schweiz, und seit 2013 ist der Strom zusätzlich "naturemade basic"-zertifiziert. Die Elektrizität stammt aus Schweizer Wasserkraft und zu 5 Prozent aus Wind-, Solar-, Kleinwasser- und Biomassekraftwerken in der Schweiz. Mit dem Einsatz von über 5000 Elektrorollern und 129 Biogasfahrzeugen in der Brief- und Paketzustellung sowie Hybrid- und Wasserstoffbussen bei PostAuto setzt sich die Post aktiv für den Klimaschutz ein. Unter anderem aufgrund dieser Anstrengungen hat die Post ihre CO2-Reduktionsziele bis Ende 2013 übertroffen. Zudem kompensiert sie die CO2-Emissionen des gesamten adressierten Inlandbriefverkehrs.

Quelle: Die Post

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