Dienstag, 30. Juni 2015

Auf steinigem Weg zur grössten PV-Anlage

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) planen am Walensee die derzeit grösste Solaranlage der Schweiz. Deren Realisierung hängt massgebend davon ab, ob sie wirtschaftlich und bewilligungsfähig sein wird. Um die zu erwartenden Stromerträge zu simulieren, misst eine Testanlage seit Januar die Stromproduktion von 43 Solarmodulen. Im Rahmen einer Medienbegehung konnten die Testanlage und der potentielle Standort heute besichtigt werden.

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) bauen an der nachhaltigen Stromversorgung von morgen. Mit den Plänen für die derzeit grösste Solaranlage der Schweiz am Walensee beschreiten sie neue Wege im Bereich der
erneuerbaren Energien.  Die geplante 15-Megawatt-Anlage in einem stillgelegten Steinbruch wäre eine Pionierleistung: Eine Solaranlage dieser Grösse, befestigt an Felsen, wurde in der Schweiz noch nie realisiert – wohl auch weltweit nicht.  Die Voraussetzungen für optimierte Solarstromproduktion sind viel versprechend: Eine senkrechte Anordnung der Solarmodule und die südliche Ausrichtung des Steinbruchs versprechen vor allem im Frühjahr, Herbst und Winter überdurchschnittlich viel Solarstrom. Die Reflexionswirkung von See und Schnee auf die Solarstromproduktion erforschen die EKZ und die SAK erstmalig – gemeinsam mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil (ZHAW).

Seit Januar misst eine temporäre Testanlage im Steinbruch mindestens bis Frühjahr 2016 die Stromerträge und Klimaverhältnisse vor Ort. Die Testanlage wurde zusammen mit der ZHAW gebaut und umfasst 43 Solarmodule mit sieben unterschiedlichen Technologien, von der Monokristallin- bis zur Dünnfilmtechnologie. 

Erfolgskriterium 1: Wirtschaftlichkeit  - Die Realisierung des Grossprojekts ist massgebend von der Wirtschaftlichkeit und der Bewilligungsfähigkeit abhängig. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus Kosten und Erträgen. Die Testanlage wird in den nächsten Monaten klare Ertragsdaten liefern. Die Entwicklung der Beiträge aus der kostendeckenden Einspeisevergütung des Bundes (KEV) und die zukünftigen Panel- und Konstruktionskosten sind dagegen noch ungewiss. Bisher sanken die KEV-Beiträge für Solarstrom ebenso kontinuierlich wie die Anlagekosten. 


Erfolgskriterium 2: Bewilligungsfähigkeit: Ebenso entscheidend ist der Verlauf des Bewilligungsprozesses. Ab 2016 werden die EKZ und die SAK mit einer Machbarkeitsstudie die verfahrenstechnischen Grundlagen für die Eingabe in den Richtplan des Kantons St.Gallen erarbeiten. Die Bewilligungsfähigkeit der Solaranlage wird aufgrund eines Gutachtens der Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) beurteilt. Die unabhängige ausserparlamentarische Kommission des Bundes wird eine Interessensabwägung zwischen Landschaftsschutz und Stromproduktion aus erneuerbaren Energien vornehmen, welche beide im Bereich der nationalen Interessen liegen. Denn der stillgelegte Steinbruch gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Danach können der Bund, der Kanton St. Gallen und die Gemeinde Amden über das Grossprojekt befinden. 

Mit einer Baubewilligung rechnen die EKZ und die SAK frühestens Mitte 2018.


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Quelle: EKZ

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Sonntag, 28. Juni 2015

Solarkühlschrank von Greenpeace - Aufruf




Der SolarChill (Englisch) ist ein solarbetriebener Kühlschrank, der von Greenpeace zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation und anderen Partnern entwickelt wurde. Das Gerät verbessert die Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten ohne Stromversorgung auf ökologische Weise. Denn viele lebenswichtige Medikamente sowie Impfstoffe müssen gekühlt gelagert werden.
Das Geniale am SolarChill ist, dass er ohne Batterie funktioniert. Mit der Energie der Sonne wird tagsüber das Kühlwasser zu Eis gefroren und damit die Kälte gespeichert. Auch in der Nacht sorgt dieses Eis für stetige Kühlung.
Ich heisse Aline Kana Fomekong und bin Projektverantwortliche für die Klima-Karawane in Kamerun. Dies ist ein Projekt für den Schutz des Klimas und des tropischen Regenwaldes, das von Greenpeace aufgebaut wurde und heute vom Spin-off Solafrica mit unserem Team in Kamerun umgesetzt wird. Dieses Jahr wollen wir in einem Pilotprojekt zwei SolarChills in zwei ländlichen Gesundheitszentren in Kamerun installieren.
Für die Umsetzung sind wir auf deine Hilfe angewiesen. Nur wenn wir die notwendigen Mittel zusammenbringen, gelangen die SolarChills zu den Menschen, die Medikamente und Impfstoffe dringend benötigen. Mach mit und unterstütze das Projekt auf betterplace.org. Diese Spenden-Plattform überzeugt uns, weil 100% der Spende direkt in das Projekt fliessen.

Vielen Dank fürs Mitmachen und sonnige Grüsse aus Kamerun!

Aline Kana Fomekong
Projektverantwortliche Klima-Karawane, Kamerun

PS: Dies ist erst der Anfang. Sollte das Budget übertroffen werden, so können wir mit deiner Spende weitere SolarChills installieren.




 


Greenpeace Schweiz, Badenerstrasse 171, Postfach 9320, 8036 Zürich, www.greenpeace.ch
Kontakt: schweiz@greenpeace.ch

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Neu 1,3 Rappen Umlage pro Kilowattstunde

Für die Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und Gewässersanierungen bezahlen wir ab 1. Januar 2016 mehr Geld. Dies hat der Bundesrat in einer Revision der Energieverordung beschlossen.

 2016 wird der Netzzuschlag für die erneuerbaren Energien 1,3 Rappen pro Kilowattstunde betragen. © Uwe Drewes, pixelio.de

Hauptgrund der Erhöhung ist der kontinuierliche Zubau von neuen Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Der bei den Stromkonsumentinnen und -konsumenten erhobene Netzzuschlag fliesst in den so genannten Netzzuschlagsfonds. Mit diesem Fonds werden die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), die Einmalvergütungen für kleine Photovoltaikanlagen, die wettbewerblichen Ausschreibungen für Stromeffizienz, die Rückerstattungen an Grossverbraucher, die Risikogarantien für Geothermieprojekte, die Vollzugskosten sowie Gewässersanierungsmassnahmen finanziert.

Das Energiegesetz legt das Maximum des Netzzuschlags auf 1,5 Rappen/kWh fest (davon 0,1 Rappen/kWh für Gewässersanierungsmassnahmen nach Art. 83a des Gewässerschutzgesetzes und Art. 10 des Bundesgesetzes über die Fischerei). Im Rahmen dieses Maximums muss der Bundesrat die effektiv notwendige Höhe des Netzzuschlags festlegen. Er berücksichtigt dabei die Wirtschaftlichkeit und das Potenzial der Technologien (Art. 15b Abs. 4 Energiegesetz). Wenn der erhobene Netzzuschlag zur Finanzierung der oben genannten Verwendungszwecke nicht mehr ausreicht, kann der Bundesrat den Netzzuschlag erhöhen.

 

Neun Franken mehr pro Haushalt

Um die Liquidität des Netzzuschlagsfonds weiterhin zu gewährleisten (siehe Kasten), erhöht der Bundesrat den Netzzuschlag per 1. Januar 2016 auf 1,3 Rappen/kWh (2015: 1,1 Rappen/kWh). Die Belastung durch den Netzzuschlag für einen Vierpersonenhaushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4500 kWh steigt damit um 9 Franken auf 58,50 Franken pro Jahr (2014: 49,50 Franken).

Um stromintensive Grossverbraucher zu entlasten, wurde in dem per 1. Januar 2014 revidierten Energiegesetz die Rückerstattung des Netzzuschlags für stromintensive Unternehmen ausgebaut. Unternehmen mit Elektrizitätskosten von mehr als 5 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung können sich den Netzzuschlag teilweise oder vollumfänglich zurückerstatten lassen, wenn sie sich in einer Zielvereinbarung mit dem Bund zur Steigerung ihrer Energieeffizienz verpflichten. Für kleine und mittlere Unternehmen ohne Anspruch auf diese Rückerstattung bedeutet die Erhöhung des Netzzuschlags allerdings spürbar höhere Stromkosten.

 

Hauptgrund der Erhöhung ist der kontinuierliche Zubau neuer Anlagen

2016 werden viele neue KEV-Anlagen in Betrieb gehen, die im laufenden Jahr eine Finanzierungszusage erhalten:
  • Im April 2015 erhielten 2541 Photovoltaikanlagen eine Förderzusage. Die Warteliste für Photovoltaikanlagen konnte damit bis und mit Anmeldedatum 20. September 2011 abgebaut werden.
  • Tausende Projektanten von kleinen Photovoltaikanlagen unter 30 kW Leistung erhalten in diesem und im nächsten Jahr eine Einmalvergütung, die rund 30 Prozent der Investitionskosten abdeckt. 2016 werden für die Auszahlung dieser Einmalvergütungen 100 Millionen Franken veranschlagt.
  • Im Oktober 2015 werden weitere 48 Biomasse-, 11 Windkraft- und 82 Kleinwasserkraftwerke in die Förderung aufgenommen.
  • Viele Anlagen, die bereits über eine Zusage für die KEV verfügen, aber bisher noch nicht gebaut wurden (laufende Bewilligungsverfahren oder noch im Bau), werden im Jahr 2016 in Betrieb gehen.
Nur ein Teil der KEV-Vergütungen wird durch den Netzzuschlagfonds finanziert. Der Rest muss durch Einnahmen aus dem Stromverkauf am Markt gedeckt werden. Der Strommarktpreis ist jedoch im Vergleich zum Vorjahr um rund 1 Rp./kWh gesunken und für die nächsten Jahre ist ebenfalls von einem tiefen Marktpreis (4 Rp./kWh) auszugehen. Das hat zur Folge, dass die bestehenden KEV-Verpflichtungen den Netzzuschlagsfonds im Vergleich zum Vorjahr um zusätzliche rund 20 Millionen Franken belasten werden. (BFE)

Die Auszahlungen aus dem Netzzuschlagfonds belaufen sich im Jahr 2016 voraussichtlich auf 843 Millionen Franken. Mit dem aktuell geltenden Netzzuschlag von 1,1 Rp./kWh werden zusammen mit den Erträgen aus dem Stromverkauf und dem Fondsübertrag aus dem Vorjahr Einnahmen von 798 Millionen Franken erzielt. Die Liquidität des Netzzuschlagfonds kann damit nicht durchgängig gewährleistet werden. Durch die Erhöhung des Netzzuschlags per 1. Januar 2016 auf 1,3 Rp./kWh (inklusive Gewässersanierungsabgabe von 0,1 Rp./kWh) entstehen Mehreinnahmen von jährlich rund 120 Millionen Franken.

 

Die Kostenstruktur 2016 sieht wie folgt aus (in Klammern jeweils Zahlen für 2015):

  • KEV-Vergütungen: 564 Millionen Franken (449 Millionen Franken)
  • Einmalvergütungen für kleine Photovoltaikanlagen: 100 Millionen Franken (157 Millionen Franken)
  • Mehrkostenfinanzierung: 30 Millionen Franken (30 Millionen Franken)
  • Wettbewerbliche Ausschreibungen: 41 Millionen Franken (41 Millionen Franken)
  • Ausgleichsenergie: 5 Millionen Franken (5 Millionen Franken)
  • (Teil-)Rückerstattungen an Grossverbraucher: 32 Millionen Franken (16 Millionen Franken)
  • Vollzugskosten: 12 Millionen Franken (12 Millionen Franken)
  • Gewässersanierungsmassnahmen: 59 Millionen Franken (59 Millionen Franken)
Total: 843 Millionen Franken (769 Millionen Franken)

Donnerstag, 25. Juni 2015

Ausserordentliches Minus beim Energieverbrauch

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2014 gegenüber dem Vorjahr um 7,7% auf 825‘770 Terajoule (TJ) gesunken. Die warme Witterung hat sich im Jahre 2014 deutlich auf den schweizerischen Energieverbrauch ausgewirkt.

Mit 825‘770 TJ wurde 2014 der tiefste Endenergieverbrauch der letzten 17 Jahre registriert. Letztmals lag der Endenergieverbrauch 1997 tiefer (823‘260 TJ). Der Rückgang des Endenergieverbrauches um 7,7% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die ausgesprochen warme Witterung im Jahr 2014 zurückzuführen. Gemäss Meteo Schweiz war 2014 zusammen mit 2011 das wärmste Jahr seit Messbeginn 1864. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 19,9% ab. Hingegen stiegen im 2014 Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauchs bestimmen: Ständige Wohnbevölkerung +1,2%, Bruttoinlandprodukt +2,0%, Wohnungsbestand (Zuwachs, jedoch detaillierte Zahlen noch nicht verfügbar), Motorfahrzeugbestand +1,6%.

Starker Rückgang von Energieträgern zu Heizzwecken

Die warme Witterung bewirkte einen deutlichen Rückgang des Verbrauchs von Energieträgern zu Heizzwecken: Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht sank um 24,7%, derjenige von Erdgas um 11,3% gegenüber dem Vorjahr. Der Elektrizitätsverbrauch reduzierte sich um 3,1% (siehe Medienmitteilung BFE vom 16. April 2015). Zugenommen hat die energetische Verwendung von Industrieabfällen (+13,2%) und Kohle (+4,2%). Der Verbrauch der schweren Heizölsorten sank um 57,5%, derjenige von Petrolkoks stieg um 18,1%.

Treibstoffverbrauch leicht gesunken

Der Treibstoffverbrauch insgesamt sank leicht gegenüber dem Vorjahr (-0,5%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl erhöhte sich um 2,5%, hingegen war der Benzinverbrauch wie jedes Jahr seit 2001 rückläufig (-4,0%). Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 0,7%.

Verbrauchsrückgang auch bei den erneuerbaren Energien

Die warme Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch der erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus. Der Verbrauch von Energieholz sank um 14,7%. Auch die Nutzung von Umgebungswärme durch Wärmepumpen lag 7,6% unter dem Vorjahreswert, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (-8,9%). Trotz der warmen Witterung zugenommen hat die Nutzung von Solarwärme (+8,3%).
Die direkte Nutzung von Biogas erhöhte sich um 1,1%. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeiste Biogas (das statistisch als Erdgas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauchs von 11,3%. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm deutlich zu (+81,3%).

Revision bei den fossilen Treibstoffen

Die Beimischungen biogener Treibstoffe zu Benzin und Diesel gewinnen zunehmend an Bedeutung. Deshalb werden rückwirkend ab 2008 bei Benzin und Diesel die Beimischungen von biogenen Treibstoffen abgezogen. Die Beimischungen sind bei den übrigen erneuerbaren Energien unter Biogene Treibstoffe enthalten. Gegenüber den im Vorjahr ausgewiesenen Werten reduzieren sich die Verbrauchsangaben 2013 von Benzin um 130 TJ (-0,1%) und von Diesel um 430 TJ (-0,4%).

Energieverbrauch in der Industrie und im Dienstleistungssektor

Der jährlich vom BFE veröffentlichte Energieverbrauch von 19 Branchengruppen der Industrie und des Dienstleistungssektors basiert auf einer Stichprobe und einem Hochrechnungsverfahren des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die Definition und die Datenquelle der Beschäftigten im Betriebs- und Unternehmungsregister, welches die Grundlage für die Definition der Grundgesamtheit für die Ziehung der Stichprobe bildet, sind revidiert worden. Dies hat Auswirkungen auf die Hochrechnung und insbesondere auf die Vergleichbarkeit der Resultate für das Jahr 2014 mit den Vorjahren. Es wird vom BFS überprüft, inwieweit Resultate bereitgestellt werden können, die einen Vergleich des Energieverbrauches zwischen den Jahren 2013 und 2014 ermöglichen, der von den geänderten Rahmenbedingungen möglichst wenig beeinflusst wird. Deshalb wird die Publikation nicht wie vorgesehen Ende Juli, sondern Ende September publiziert.

Der Energieverbrauch der Schweiz insgesamt und nach Wirtschaftssektoren ist von der Überprüfung nicht betroffen. Die für die Erstellung dieser Statistiken notwendigen Grundlagen konnten aus den bereits vorhandenen Auswertungen der Daten verwendet werden. Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2014 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2015 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick.

Quelle: Bundesamt für Energie (mit Verweis auf Materialien)

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Mittwoch, 24. Juni 2015

Wie wir Strom erzeugen, verändert sich für immer !

Sechs Trends transformieren den Elektrizitätsmarkt in den kommenden Jahren. Die renommierte US-Wirtschaftsagentur Bloomberg hat sie eruiert und sagt eine Revolution der Strom- und allgemeinen Energieversorgung voraus - getrieben von der solaren Energie. Innerhalb von nur 25 Jahren werden wir uns demnach aus der fossilen Energieerzeugung verabschieden. 

Solarmedia hat es wiederholt beschworen: Der Boom der Erneuerbaren Energien hat eingesetzt. Billionen werden in den kommenden 25 Jahren laut Bloomberg in diesen Boom investiert. Getrieben durch sechs einzelne Entwicklungen, die sich gegenseitig verstärken. Zuvorderst steht die Preisentwicklung der solaren Energieerzeugung, sie kennt weiterhin nur einen Trend: nach unten. Solarenergie wird damit zur billigsten Energie überhaupt, und das schon bis Mitte der 20er Jahre - dieses Jahrhunderts wohlgemerkt. Zugrunde liegt eine weitere Kostenreduktion um die Hälfte (nachdem sie allein in den vergangenen fünf Jahren um bis zu drei Viertel betrug). Das wird gemäss Bloomberg so weit gehen, dass Solarenergie sicher billiger als jene aus neuen Kohle- und Gasanlagen sein, teils sogar unter das Niveau solch bestehender Anlagen tauchen wird. Mit anderen Worten: Wir werden innerhalb von 25 Jahren schon nur aus preislichen Gründen das Ende der Dominanz der fossilen Energieerzeugung erleben.

Kommen weitere Trends hinzu, die diese Entwicklung befeuern. Die bereits stark gefallenen Preise der erneuerbaren Energieproduktion katapultieren die Investitionen in ungeahnte Höhen - nicht weniger als 3,7 Billionen (!) sollen sie bis ins Jahr 2040 erreichen. Zur Erinnerung: Eine Billion setzt sich aus 1000 Milliarden zusammen. Allein rund ein Drittel wird auf solare Investitionen entfallen (gelbe Fläche in Grafik - siehe BNEF).






Electricity capacity additions, in gigawatts
Source: BNEF

Eine weitere Besonderheit der Energierevolution - sie wird dezentralisiert stattfinden. Mit einem Schwerpunkt auf den Dächern ungezählter Wohnhäuser und Gebäude überall auf der Welt. Und das wird um so schneller geschehen, je höher die Preise der konventionellen Stromerzeugung liegen. Deutschland und Italien sind beredte Beispiele. Im Jahr 2040 werden sodann bereits 13 Prozent des weltweit verbrauchten Stroms auf diese Art solar erzeugt (heute sind es rund ein einziges) - ohne den Strom aus solaren Grossanlagen wohlgemerkt.

Trotz des weiterhin starken Wachstums der Anzahl strombetriebener Geräte sagt die Bloomberg-Expertise zumindest ein reduziertes Wachstum des Verbrauchs voraus - dies dank allumfassender Steigerung der Effizienz - und nennt dabei etwa die Einführung des LED-Lichts, welche den Verbrauch um rund vier Fünftel senkt. In konkreten Wachstumsraten ausgedrückt - dieses wird von jährlich 3 auf 1,8 Prozent sinken - in reicheren Nationen sogar ins Minus kippen.

Und wie steht es ums Erdgas als Energiequelle? Dieses wird gemäss Bloomberg NICHT zur viel gepreisenen Brückentechnologie. Nur wenige Länder würden vom Fracking-Boom so wie die USA profitieren - und auch dort werde etwa Windenergie bis 2023 billiger als das Fracking-Gas sein, Sonnenenergie erreiche dieses Level Mitte der 30er Jahre. Gleichzeitig würden die fossilen Energien nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden, vielmehr 2040 immer noch einen Anteil von 44 Prozent der Stromerzeugung ausmachen - mit einem viel höheren Wert in den Schwellen- und Entwicklungsländern des Südens. 

Der Wechsel hin zu den Erneuerbaren Energien vollzieht sich trotzdem erstaunlich schnell - aber wiederum nicht schnell genug, um die Klimaerwärmng in genügendem Ausmass einzuschränken. Der Treibhausgas-Ausstoss werde 2040 auch mit einer solchen Entwicklung höher als heute liegen - und damit zu hoch, um das viel beschworene Ziel zu erreichen, die Erwärmung auf unter zwei Grad zu beschränken.  Weitere Angaben finden sich unter:

Quellen:
- energyrenewableworld.com   
- Bloomberg

© Solarmedia

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Montag, 22. Juni 2015

Solaraktien-Index neu zusammengesetzt


Der Solaraktienindex PPVX stagnierte letzte Woche bei 1.782 Punkten, der NYSE Arca Oil fiel um 1,6%. Seit Jahresanfang 2015 liegt der PPVX mit +15,1% währungsbereinigt rund 10,5 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (+4,6%). Das PPVX-Spitzentrio 2015 bilden SolarEdge Technologies (+83%), SunEdison(+61%) und JinkoSolar Holding (+53%). Die grössten Gewinner der Woche waren SolarEdge Technologies (+14%) und REC Silicon (+13%), die grössten VerliererXinyi Solar Holdings(-8%) undMeyer Burger Technology AG (-7%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 53,9 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+533%) rund 360 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +173%). Am 19.6.2016 hat 8point3 Energy Partners (zum Schlusskurs USD 20,49 am ersten Handelstag) den kleinsten Titel Gintech Energy ersetzt.

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Der Solaraktienindex PPVX erscheint abwechslungsweise auf Solarmedia und in den Zwischenwochen auf  Vorsorgemedia!

Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at

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Sonntag, 21. Juni 2015

Formvollendet gebaut und energieeffizient

Nicht nur international renommierte Architekten wie Norman Foster und Zaha Hadid setzen Photovoltaikelemente bewusst ein, um gestalterische Akzente zu setzen. Auch in der Schweiz entwickeln zukunftsorientierte Gestalter Ideen, um mit dieser Technologie schon heute die Solargebäude von morgen zu bauen. Dank der Kreativität der Hersteller von Solarsystemen können die Architekten heute die Energieproduktion perfekt in ihre ästhetischen Bauwerke eingliedern und neue architektonische Formen erfinden. Die neue Broschüre «Integrale Solararchitektur» von Minergie und EnergieSchweiz zeigt, wie Gebäude dank der ästhetischen und funktionalen Integration von Photovoltaik zu Energieerzeugern werden.

Quelle: energieschweiz.ch  / Bild: Guntram Rehsche

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Freitag, 19. Juni 2015

CSEM auf Erfolgskurs

Mit einem Zuwachs von fast acht Prozent der Projekte mit direktem Bezug zur Industrie und dem Eintritt von drei Industriepartnern in den Verwaltungsrat zieht das Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM eine sehr positive Bilanz des Jubiläumsjahres seines 30-jährigen Bestehens. 
 
Anlässlich seiner Generalversammlung vom 19. Juni 2015 hat der Verwaltungsrat die sehr positive Bilanz des Jubiläumjahres mit grosser Zufriedenheit zur Kenntnis genommen. Das Geschäftsvolumen belief sich auf CHF 83 Millionen, bei einem Anstieg um mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr. 

Die Entwicklung ist einerseits auf den Zuwachs von fast 8% bei den Projekten mit direktem Bezug zur Industrie zurückzuführen, andererseits auf das sehr hohe Investitionsvolumen bei Spitzentechnologien, die vom öffentlichen Sektor gestützt wird. Im Zuge der Renovation und Instandsetzung eines seiner beiden Gebäude in Neuenburg, welches unter anderem für sein Photovoltaik-Kompetenzzentrum bestimmt ist, hat das CSEM neue Reinräume für seine Aktivitäten im Bereich Uhren und Photovoltaik eingerichtet. Die Forscher und Wissenschaftlerinnen des CSEM werden damit ihre Expertise in hochpräziser Silizium-Mikroproduktion vertiefen und Entwicklungen für den Solarmarkt vorantreiben.

Im Jahr 2014 vertrauten über 200 Firmen dem CSEM Projekte an. Rund 125 davon waren Schweizer Unternehmen, darunter fast die Hälfte KMUs. Das CSEM, das in fünf Zentren an den Standorten Alpnach, Landquart, Muttenz, Neuenburg und Zürich tätig ist, arbeitet in Partnerschaft mit und in engster Nähe zu lokalen Unternehmen und Universitäten. Diese Synergien stärken die Innovations­anstrengungen und tragen zur regionalen und nationalen wirtschaftlichen Entwicklung bei. 

»Ich bin sehr glücklich, dass unser Jubiläumsjahr als eines der besten in die Geschichte des CSEM eingehen wird«, erläuterte CSEM Generaldirektor Mario El-Khoury. »Wir haben nicht nur Wettbewerbs­vorteile für unsere Industriepartner entwickelt, sondern auch grundlegende Innovationen in sehr unterschiedlichen Bereichen lanciert«. Zu den Vorzeigeprojekten des CSEM gehören der Genequand-Regler, der die Zeitmesstechnik der mechanischen Uhren revolutioniert, ebenso wie die Photovoltaikmodule, die perfekt integriert nun auch in Weiss und Farbe unsere Aussenfassaden zieren. Und im Weltraumbereich darf daran erinnert werden, dass letzten November der ganzen Welt die ersten Bilder des Kometen Tchuri von CSEM-Kameras präsentiert wurden.

Claude Nicollier, Präsident des Verwaltungsrates, hat den Eintritt in den Verwaltungsrat von drei Industriepartnern begrüsst: die Berner BKW und die Neuenburger Viteos hatten ihre Beteiligung am Aktien-Kapital des CSEM am 15. April 2015 angekündigt. Die Genfer Patek Philippe, bereits Aktionärin, nimmt nach Erhöhung ihres Engagements ebenfalls im Verwaltungsrat Einsitz. An der GV haben die Aktionäre einstimmig folgende neue Mitglieder des Verwaltungsrates gewählt: Herrn Christophe Bossel (Leiter des Geschäftsbereichs Netze und Mitglied der Konzernleitung von BKW), Frau Josette Frésard (geschäftsführendes Verwaltungsratsmitglied von Viteos), Herrn Jean-Pierre Musy (technischer Direktor von Patek Philippe) sowie Herrn Jérôme Faist (Professor und Stellvertretender Leiter des Instituts für Quantenelektronik) als neuen Vertreter der ETH Zürich. 

Über das CSEM
CSEM – Technologien, die den Unterschied machen
Das CSEM ist ein Forschungs- und Entwicklungszentrum (öffentlich-private Partnerschaft), das sich auf Mikro- und Nanotechnologie, Mikroelektronik, Systems Engineering, Photovoltaik und Kommunikationstechnologien spezialisiert hat. Rund 450 hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diversen wissenschaftlichen und technischen Bereichen arbeiten für das CSEM in Neuchâtel, Alpnach, Muttenz, Landquart und Zürich.
Weitere Informationen auf www.csem.ch

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Mittwoch, 17. Juni 2015

Kalifornien im Club der 10-Gigawatt-Nationen

Kalifornien ist der erste US-Bundesstaat, der eine installierte Photovoltaik-Leistung von über 10.000 Megawatt erreicht hat. Das geht aus dem jüngsten Bericht „U.S. Solar Market Insight“ hervor, den GTM Research und der US-Solarbranchenverband SEIA (Solar Energy Industries Association) soeben veröffentlicht haben. Aktuell seien in Kalifornien mehr Solarstrom-Anlagen installiert als in den meisten Ländern, darunter auch Großbritannien, Frankreich, Spanien, Australien und Belgien, betont SEIA.

Im ersten Quartal profitierte Kalifornien von der Fertigstellung des Photovoltaik-Kraftwerks „Desert Sunlight“ in der Mojave-Wüste, das von First Solar entwickelt wurde

Im ersten Quartal profitierte Kalifornien von der Fertigstellung des Photovoltaik-Kraftwerks „Desert Sunlight“ in der Mojave-Wüste, das von First Solar entwickelt wurde
Der US-Bundesstaat hat im ersten Quartal 2015 mit einem Zubau von 718 MW Geschichte geschrieben, wie die Plattform solarserver.de vermeldet. Die aktuell installierte PV-Leistung beträgt 10.649 MW und ist ausreichend, um fast 2,6 Millionen Haushalte mit Solarstrom zu versorgen. Laut dem Bericht gab es im Berichtsquartal in Kalifornien in allen Solar-Sektoren große Zuwächse. Von der neu installierten Leistung entfielen 231 MW auf private, 88 MW auf gewerbliche Anlagen und 399 MW auf Kraftwerke. Die Gesamtinvestition belief sich allein im ersten Quartal auf 1,7 Milliarden US-Dollar. 

„Wenn es darum geht, grüne Arbeitsplätze zu schaffen und die Umwelt zu schützen, so zeigt Kalifornien der Welt, wie man das richtig macht“, sagte der SEIA-Präsident und Geschäftsführer Rhone Resch. „Die installierte PV-Leistung in Kalifornien ist heutzutage zehn Mal höher als die 2007 in den gesamten Vereinigten Staaten.“ Hauptgrund für das explosive Solar-Wachstum in dem Bundesstaat ist laut Resch seine stabile und wirkungsvolle Förderung durch den Investment Tax Credit (ITC), die Renewable Portfolio Standards (RPS) und das Net Energy Metering (NEM). Die Solar-Sparte wächst von allen erneuerbaren Energien in den USA am schnellsten, und die Technologie wird von 90 % der Amerikaner befürwortet.

Im ersten Quartal profitierte Kalifornien von der Fertigstellung des Großprojekts „Desert Sunlight“ in der Mojave-Wüste, das von First Solar entwickelt wurde. Mit einer Nennleistung von 550 MW kann das Kraftwerk 160.000 Haushalte versorgen. Auch der Markt der privaten Solarstrom-Anlagen gedieh im ersten Quartal. Die Anlagenpreise in diesem Segment sanken seit dem Vorjahresquartal um 4 Prozent und seit 2010 um fast 50 Prozent. Der Aufschwung im Privatmarkt soll in der nächsten Zeit anhalten. Ein neuer Bericht der kalifornischen Energiekommission zeigt, dass ein Viertel aller neuen Wohnhäuser in Südkalifornien mit Solarmodulen ausgestattet werden. Aktuell gibt es in Kalifornien 2.226 Solar-Unternehmen mit 54.700 Angestellten.

Quelle: SEIA | solarserver.de

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Tritec und Energiedienst spannen zusammen

Die Laufenburger Energiedienst Holding AG und die Tritec-Gruppe gründen ein neues Unternehmen. Die Tritec AG mit Sitz in Aarberg (Kanton Bern) wird künftig in der Schweiz und in Deutschland als Systemanbieter für Anlagen zur dezentralen Erzeugung, unter anderem Photovoltaik-Anlagen, elektrische Speicher und Wärmepumpen, tätig sein. 

Das umfasst Beratung, Projektierung, Planung, Ausführung, Finanzierung sowie Service und Unterhalt der errichteten Anlagen. Zweites Standbein wird der Grosshandel von Komponenten in diesem Bereich sein. Mit Energiedienst und Tritec treffen zwei versierte Unternehmen im Energiesektor zusammen. Der regionale Versorger Energiedienst als erfahrener Betreiber von Erzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien und Tritec als innovativer Projektierer und Ersteller von PV-Anlagen ergänzen sich. Ziel ist gemäss einer Medienmitteilung, gemeinsam die Märkte dezentraler Erzeugung in der Schweiz und Deutschland zu bearbeiten. Beide Märkte bieten Potenzial. In der Schweiz hat die Tritec-Gruppe einen Marktanteil von rund 10 Prozent beim Bau von PV-Anlagen und ist damit einer der Markführer.

„Wir folgen mit dieser Neugründung unserer Strategie, neue Geschäftsfelder im Bereich der erneuerbaren Energien zu erschliessen und dort zu investieren“, sagt Martin Steiger Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG. „Die Tritec-Gruppe ist ein erfahrener Projektentwickler und Ersteller von grossen Photovoltaik-Anlagen und darüber hinaus im Grosshandel von PV-Komponenten und Eigenprodukten tätig. Gemeinsam können wir in den Märkten Schweiz und Deutschland erfolgreich sein. Bei der Energiewende kommt der dezentralen Erzeugung sowie dem dezentralen Verbrauch eine besondere Bedeutung zu.“

„Im stark wachsenden Markt der erneuerbaren Energien genügt es mittelfristig nicht mehr, «nur» PV-Anlagen zu verkaufen. Wir verstehen PV als Teil eines gesamten Energiesystems. Zusammen mit Energiedienst wird die neue Tritec-Gesellschaft in der Lage sein, die für die Zielerreichung notwendigen Investitionen tätigen zu können. Gleichzeitig kann die neue Tritec AG vom Know-how und vom bestehenden Kundenbeziehungsnetz von Energiedienst in Deutschland und in der Schweiz profitieren. Ich sehe diese Partnerschaft persönlich als klares Bekenntnis, die mittel- und langfristigen Ziele der Tritec für die Umsetzung einer nachhaltigen Energieversorgung zu erreichen“, erklärt Giorgio Hefti, Gründer und CEO der Tritec-Gruppe.

Das neue Unternehmen entsteht aus Teilen der bisherigen Tritec-Gruppe. 60 Prozent der Anteile der neuen Tritec AG hält die Energiedienst Holding AG, 40 Prozent Giorgio Hefti. Die Tritec AG übernimmt die Markenrechte, Vertriebskanäle, Know-how, Tools sowie neue und noch nicht begonnene Projekte in der Schweiz und Deutschland. Die bisherigen Tritec- Gesellschaften in der Schweiz und Deutschland firmieren neu unter dem Namen TRIENERGY. Das internationale Geschäft der Tritec-Gruppe ist von dieser Partnerschaft nicht betroffen und wird wie bisher auf Märkten ausserhalb der Schweiz und Deutschlands weitergeführt.

Die Tritec AG übernimmt von der Tritec-Gruppe den grössten Teil der bisherigen 50 Mitarbeitenden in der Schweiz und Deutschland. Denn sie sind erfahren, hoch motiviert und kompetent. In die Geschäftsführung der Tritec AG werden Roland Hofmann, bislang Geschäftsführer der Niederlassung Schweiz der Tritec-Gruppe, und Christian Bersier, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, berufen.

Quelle: Energiedienst

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Montag, 15. Juni 2015

Hier erwächst Meyer Burger Konkurrenz

Wafe GmbH – Fraunhofer ISE startet neue Ausgründung: »Kerfless Wafer« Technologie reduziert Photovoltaikkosten und Materialverlust, indem das Schneiden der Silizium-Blöcke überflüssig wird - und damit vielleicht auch die Technologie des grössten Schweizer Solarunternehmens.

ProConCVD Anlage zur Herstellung von epitaktischen Wafern mittels Epitaxie. ©Fraunhofer ISE
Für den globalen Photovoltaik-Markt wird 2015 ein Wachstum von 25% prognostiziert. Ähnlich hohe Zuwachsraten werden für die darauffolgenden Jahre vorhergesagt. Dieses starke Marktwachstum basiert auf den schon drastisch gesunkenen Preisen für PV-Module und dem immer noch hohen Kostensenkungspotenzial entlang der ganzen Wertschöpfungskette. Die Industrie braucht jedoch neue, bahnbrechende Technologien um den Modulwirkungsgrad zu steigern und den Material- und Energieverbrauch in der Produktion weiter zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund gibt das Fraunhofer ISE die Gründung eines neuen Spin-Offs bekannt: Die NexWafe GmbH wird den am Fraunhofer ISE entwickelten Herstellungsprozess für epitaktisch gewachsene Wafer (»kerfless wafer« Technologie) in die Produktion transferieren. Gründer und CEO des Unternehmens ist Dr. Stefan Reber, zuvor Abteilungsleiter »Kristallines Silicium – Materialien und Dünnschichtsolarzellen« am Fraunhofer ISE. Die Ausgründung wird von Fraunhofer Venture mit einer Anschubfinanzierung unterstützt.

NexWafe adressiert den mehrere Milliarden großen Markt für hochwertige Wafer. Das Unternehmen wird epitaktisch gewachsene monokristalline Siliciumwafer liefern, die mit der hochinnovativen Technologie hergestellt werden, welche in den letzten fünfzehn Jahren entwickelt wurde. Die »kerfless wafer« Technologie basiert auf einem Epitaxie-Prozess und kann das konventionelle Herstellen und Sägen der Blöcke in der Waferfertigung für Siliciumsolarzellen direkt ersetzen.
Dr. Stefan Reber und sein Team am Fraunhofer ISE haben einen zuverlässigen epitaktischen Wachstumsprozess für kristalline Siliciumschichten speziell für die Photovoltaik entwickelt. 

Im Zentrum des Verfahrens steht die chemische Gasphasenabscheidung bei Atmosphärendruck (atmospheric pressure chemical vapor deposition, APCVD) bei Temperaturen bis zu 1300° C. Das Verfahren ist grundsätzlich aus der Mikroelektronik gut bekannt. Für PV-Anwendungen musste die Anlage jedoch an die notwendigen hohen Durchsätze radikal angepasst werden. Reber und sein 30-köpfiges Team haben dafür verschiedene Generationen von Abscheideanlagen entwickelt, von sehr flexiblen kleinen Laboraufbauten bis hin zu großen in-line Systemen mit mehreren Kammern, die ein kontinuierliches Abscheiden von p- und n-dotierten Epitaxie-Schichten ermöglichen. Die jüngste Entwicklung, der so genannte ProConCVD Reaktor, wurde für hohe Durchsätze ausgelegt, wie sie in der industriellen Fertigung benötigt werden, und demonstriert hochwertige Silicium-Epitaxie zu geringen Kosten.

»Ich freue mich sehr darüber, dass diese herausragende und über viele Jahre am Fraunhofer ISE durchgeführte Forschungsarbeit nun in ein kommerziell erfolgreiches Produkt überführt werden kann«, so Dr. Andreas Bett, Bereichsleiter »Materialien – Solarzellen und Technologie« sowie stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer ISE. Sein früherer Kollege und CEO von NexWafe, Dr. Stefan Reber ergänzt: »Für mich ist es ein einzigartiger und aufregender Moment, jetzt die Ergebnisse unserer langjährigen Arbeit in die Produktion zu überführen und der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.« Institutsleiter Prof. Eicke R. Weber fügt hinzu: »Ich bin überzeugt, dass NexWafe mit seinem herausragenden Gründungsteam einen wichtigen Beitrag dazu leisten wird, die Produktionskosten für Silicium-Photovoltaik wesentlich zu senken.«

Mehr Information finden Sie auf der NexWafe Website:  www.nexwafe.com

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Sonntag, 14. Juni 2015

Energiewende ist Sonnenwende


Die Energiewende hat längst eingesetzt. Das erkennt, wer offenen Auges durch das Land fährt – in der Schweiz vielleicht etwas weniger als in den umliegenden Nachbarstaaten, und paradoxerweise ausgerechnet im nördlichen. Paradox, weil Deutschland ja weiss Gott nicht so gute Voraussetzungen für die erneuerbaren Energien hat wie unser Land. Eine Betrachtung von Solarmedia-Autor Guntram Rehsche zur nahenden Sonnenwende.

Der Energiemix macht es aus – das zeigt ein Beispiel, das kürzlich (siehe Solarmedia vom 4.6.15) die Runde machte und das für die Schweiz in Erinnerung rief, dass wir eben doch kein rohstoffloses Land sind. Denn neben dem Wasser – das dank seiner Nutzung als Energiequelle zu einem der wichtigsten Faktoren hiesigen Wohlstands wurde – verfügt die Schweiz auch über Holz. Und dieses ist immer noch reichlich vorhanden, wird gemessen am nachhaltigen Potential nur rund zur Hälfte genutzt, und ist doch dank der Verwendung als Schnitzel oder Pellet auch eine hervorragende Wärmequelle. Vor allem dann, wenn das Holz in Kombination mit der unregelmässig anfallenden Solarwärme zum Einsatz gelangt.

Womit wir beim Kern der Sache sind respektive eben bei der Energiewende, die gerade hierzulande eine Sonnenwende sein wird. Die aktuelle Diskussion um Speichertechnologien, die immer einfacher und kostengünstiger zum Einsatz gelangen (die deutsche Solarwatt hat jetzt ein Tesla-ähnliches Modell angekündigt), zeigt auf, dass sich der Kreis zu schliessen beginnt. Vereinfacht ausgedrückt: In einem Gesamtenergiesystem, das nicht nur Strom, sondern auch Wärme produziert und Treibstoff für die vielfältigen Verkehrsbedürfnisse zur Verfügung stellt, wird die Sonne als Energiequelle absolut zentral. Und sie wird zusehends, ja in Riesenschritten, zu jener kostengünstigen Energiequelle, die uns eben wirklich keine Rechnung schickt und die gleichzeitig auf Zusehen endlos zur Verfügung steht.

Will heissen: Durch die Sonne gewonnener Strom und verfügbare Wärme können letztlich alle Energiebedürfnisse abdecken. Sie fällt zwar weiterhin unregelmässig und selbstredend in der Nacht gar nicht an – steht aber dank Speichermöglichkeiten, vor allem auch dezentral, zunehmend dauerhaft zur Verfügung. Der gewonnene Strom wird nicht nur wie die Elektrizität heute verwendet, sondern auch als Ausgangspunkt für die Erzeugung von Energie in Wärmepumpen und für die Elektromobilität – die bekanntlich in Form ders elektrifizierten öffentlichen Verkehrs eh schon lange im Einsatz steht, nun aber auch für den Privatverkehr (eben ist mir auf dem Weg zur Arbeit ein lautloses Elektro-Moped um die Ohren geflitzt).

Anders gesagt: Sonnenenergie ist künftig sowohl Strom- wie auch Wärmequelle und steht dank neuen Speichersystemen nahe beim Verbrauch in ausreichender Menge zur Verfügung. Oder – die Energiewende wird zur eigentlichen Sonnenwende. Dies um so mehr, als sie gerade in den armutsgeplagten Ländern des Südens besonders reichlich scheint und dort Ausgangspunkt einer netzunabhängigen breiten Energieversorgung werden kann – Entwicklungshilfe im besten Sinn.

© Solarmedia

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Samstag, 13. Juni 2015

Flisom macht Schritt näher an den Markt

Es ist eines der wenigen verbliebenen, bereits konkreten Schweizer Solarprojekte. Flisom, ein Spinoff der ETH aus dem Jahre 2005 nimmt in diesen Tagen eine 15-Megawatt-Produktionslinie für flexible Dünnschicht-Solarmodule in Betrieb. Mit dabei ist vor allem Kapital aus Indien - der Grosskonzern Tata hat eine weitere Finanzspritze gesprochen.

Schon 2013 gehörte das Projekt mit Sitz im kantonalzürcherischen Niederhasli zu den «zehn spannensten Innovationen der Solarbranche» (siehe Wirtschaftswoche Green). Unbeirrt sind die Flisom-Protagonisten zusammen mit einer Spezialabteilung der EMPA in Dübendorf weiter gegangen, haben den Wirktungsgrad und die Produktionstechnik fortlaufend verbessert. So dass nun der Beginn der Produktion bekannt gegeben werden konnte. Im Rahmen der Eröffnung einer Pilotproduktionsanlage in der Nähe von Zürich konnte das Schweizer Start-up-Unternehmen die weitere Firmenentwicklung durch eine Finanzierungsrunde in Höhe von CHF 10 Millionen sicherstellen, nur zwei Jahre nach einer Investition in der Höhe von CHF 42.5 Millionen. Flisom entwickelt innovative Technologien zur Produktion günstiger flexibler und leistungsstarker Dünnschicht-Solarmodule. Mithilfe seines Rolle-zu-Rolle-Verfahrens ist die Firma in der Lage, bis zu ein Meter breite Bahnen von «Solarfolien» herzustellen, was bislang nicht möglich war. Grundlage für den erfolgreichen Technologietransfer ist die langjährige Forschungskooperation zwischen Flisom und der Empa, wie die Eidgenossenschaft in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Zahlen sind durchaus beeindruckend: von 15 auf 55 Mitarbeiter in etwas mehr als eineinhalb Jahren, eine brandneue 4'500 m² grosse Pilotproduktionsanlage in Niederhasli bei Zürich mit einer Kapazität für installierte Solarenergie von 15 MW (Megawatt) sowie eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von CHF 10 Millionen. So lässt sich die Entwicklung von Flisom in den letzten beiden Jahren zusammenfassen. Vorläufiger Höhepunkt dieser Erfolgsgeschichte ist die Eröffnung der Pilotproduktionsanlage am 11. Juni in Anwesenheit des Staatssekretärs für Bildung, Forschung und Innovation, Mauro Dell'Ambrogio, des Präsidenten des Regierungsrates des Kantons Zürich, Ernst Stocker, und K.R.S. Jamwal, Executive Director Tata Industries. Flisom wurde 2005 als Spin-off-Unternehmen der ETH Zürich gegründet und hat sich auf dem Empa-Areal in Dübendorf zu seiner heutigen Grösse weiterentwickelt. Das Unternehmen entwickelt Rolle-zu-Rolle-Fertigungstechnologien für kostengünstige, leistungsstarke CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen (Kupfer-Indium-Gallium-(Di-)Selenid) auf flexiblen Plastikfolien.

Weitere Quellen:
- Solarmedia 14.2.2013
- Eidgenossenschaft 
- Bild: Flisom

© Solarmedia

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Freitag, 12. Juni 2015

Aufsehen erregende Vorhersagen

Da kommt es faustdick: Eine Roland Berger-Studie sagt voraus, Photovoltaik werde die Energiebranche gründlich verändern. Endkunden könnten künftig durch Photovoltaik selbst Energie erzeugen – und die Energielandschaft werde zu einem multidirektionalen System. Aber auch die deutsche  Solarwirtschaft hat noch ihre Chancen - in einem Markt, der künftig nicht mehr in Giga-, sondern in Terawatt gemessen wird.  

Gemäss den deutschen Strategie-Konsulenten gefährdet diese Entwicklung das Geschäftsmodell der bisherigen Energieversorger, schafft aber auch neue Geschäftsmöglichkeiten. Aktuell decken traditionelle Energieversorger in Europa weniger als 1 Prozent der installierten Photovoltaik-Kapazität ab. Versorger sollten sich vorbereiten, um die großen Wachstumschancen des Photovoltaikmarktes für sich zu nutzen.

Die Photovoltaik (PV) ist weltweit bereits ein stabiler Wachstumsmarkt. Allein im vergangenen Jahr stieg die globale Photovoltaik-Kapazität im Vergleich zum Vorjahr um knapp 40 Gigawatt Leistung (GW); insgesamt beläuft sie sich auf 177 GW. Doch obwohl dieser Markt so schnell wächst, spielen die traditionellen Energieversorger im Bereich der Photovoltaik immer noch eine nur marginale Rolle: Auf sie entfällt in Europa nicht einmal ein Prozent der installierten Kapazität, so die neue Roland Berger-Studie "Solar PV could be similar to the shale gas disruption for the utitilities industry".

"Die meisten PV-Anlagen werden immer noch auf Dächern von Häusern und Firmengebäuden installiert",
erläutert Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Projektentwickler, Investoren, Haushalte und Gewerbetreibende werden so zu einer ernsthaften Konkurrenz für die traditionellen Energieversorger. Diese sollten daher die Marktchancen der Photovoltaik schnell erkennen und für sich nutzen."

In Europa werden sich voraussichtlich immer mehr Privathaushalte und Firmen in den kommenden Jahren entscheiden, in eine eigene Photovoltaikanlage zu investieren. Einer der Hauptgründe: Die Preise für PV-Anlagen in Europa sinken weiter; die Investition wird deshalb immer attraktiver. So gingen die Systemkosten der PV-Anlagen bei Privathaushalten zwischen 2010 und 2013 um 15 Prozent zurück; im Gewerbebereich nahmen die Kosten im gleichen Zeitraum sogar um 23 Prozent ab. Im europäischen Vergleich zeigen Deutschland und Italien besonders günstige Anlagenpreise im Haushaltsbereich.

Vorteilhaft ist auch die aktuelle Preisentwicklung des PV-Stroms. In Deutschland ist dieser im Privatbereich 17 Cent/kWh günstiger als der Einzelhandelsstrompreis. "Innovative Technologien wie Batteriespeicher und Hausautomationssysteme werden dazu führen, dass die Eigentümer einen höheren Anteil des günstig erzeugten Solarstroms selbst nutzen werden", erklärt Henzelmann. Hinzu kommen die guten Finanzierungsmöglichkeiten: Der leichte Zugang zu Finanzierungen und Dienstleistungsangeboten steigern das Interesse der Verbraucher am Kauf einer Photovoltaikanlage. Diese Faktoren werden in den kommenden Jahren für ein weiteres Wachstum der PV-Branche sorgen. So gehen die Roland Berger-Experten davon aus, dass bis 2030 fast 12 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Europa auf Photovoltaik entfallen werden. Doch trotz der starken Entwicklungsperspektiven des PV-Marktes ist der Anteil der europäischen Energieversorger derzeit sehr gering: Weniger als 1 Prozent der installierten PV-Kapazität ist auf die traditionellen Versorger zurückzuführen.

"Diese Entwicklung des PV-Marktes wird sich in vielen Ländern erheblich auf die Energiekonzerne auswirken", prognostiziert Roland Berger-Partner Torsten Henzelmann. So wird die Photovoltaik-Kapazität in Ländern wie Deutschland, Griechenland und Italien schon 2025 die Grundlastnachfrage übersteigen. Sie könnte sogar 50 Prozent der Spitzenlastnachfrage übertreffen und dadurch mehr Exporte und Speicherkapazitäten erfordern, um der Marktlage gerecht zu werden. "Das wird die klassische Energielandschaft stark verändern", so Henzelmann. "Versorger müssen sich auf zunehmende Schwankungen des Energiesystems, den Verlust von Erzeugungsvolumen und niedrigere Preise einstellen. Außerdem werden neue Akteure auf diesem Markt agieren. Das Wachstum der Photovoltaik-Branche stellt nicht nur eine Herausforderung für Energieversorger dar – es ist für sie auch eine Chance, auf ein neues, zukunftsträchtiges Geschäftsfeld zu setzen. Denn konventioneller Strom wird weniger gefragt sein – vor allem auf dem margenstarken Wohnungsmarkt. "Energiekonzerne sollten den Umfang ihrer Erzeugungsanlagen reduzieren und flexibler auf Schwankungen bei Angebot und Nachfrage reagieren", rät daher Torsten Henzelmann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Versorgungssicherheit: Die starken Leistungsschwankungen der Photovoltaik zwingen Energieanbieter, neue Preismodelle für den Zugang zur Stromversorgung zu entwickeln. Ihre Hauptrolle wird sich daher zunehmend verlagern: von der traditionellen Energielieferung hin zur Abstimmung von Nachfrage und Angebot. So wird sich die Präsenz der Energieanbieter im Handel verstärken, denn hier können sie von ihren langjährigen Kundenbeziehungen profitieren.


Die Photovoltaik-Branche in Deutschland hat weiterhin viele Chancen, sich mit Spitzenforschung im weltweiten Wettbewerb zu behaupten. Dieses Fazit zog Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme, am Donnerstag auf der Intersolar Europe in München. „Die Photovoltaik-Technologie ist schon heute in vielen Einsatzfällen und Regionen wettbewerbsfähig, und sie wird in Zukunft zu den preisgünstigsten Stromquellen überhaupt zählen. Wir werden Photovoltaik mittelfristig nicht mehr in Gigawatt, sondern in Terawatt messen“, so die Einschätzung des Solarexperten. Weber: „Die Solarbranche in Deutschland wird weiterhin chancenreich auf den wachsenden Märkten agieren können, wenn sie die Ergebnisse der Spitzenforschung im industriellen Maßstab auf den Markt bringt und sich damit Vorteile im Qualitäts- und Kostenwettbewerb erarbeitet.“ 

Donnerstag, 11. Juni 2015

Das sind die diesjährigen Intersolar-Awards

Zum Start der Intersolar Europe wurden besonders wegweisende Lösungen in den Bereichen „Photovoltaik“ (PV) und „Solare Projekte in Europa“ mit dem Intersolar AWARD prämiert.

Die ausstellenden Unternehmen aller Intersolar Messen weltweit waren aufgerufen, die Jury mit herausragenden Innovationen zu überzeugen. Voraussetzung für die Bewerbung war, dass sich die eingereichten Produkte, Projekte, Dienstleistungen und Lösungen bereits in der Erprobungs- oder Anwendungsphase befinden und darüber hinaus erstmals auf der Intersolar vorgestellt werden oder bedeutsame Weiterentwicklungen bestehender Produkte darstellen. Zudem mussten die solaren Projekte innerhalb der vergangenen beiden Jahre vollständig realisiert worden sein. Die Bewertungskriterien orientierten sich dabei an den Herausforderungen des Marktes. Begutachtet wurden technologischer Innovationsgrad, Nutzen für Industrie, Umwelt und Gesellschaft, die Wirtschaftlichkeit sowie der Nachweis der Innovation.

Die Gewinner in der Kategorie „Photovoltaik“

Leicht und robust: Ein Wechseltrichter für individuell geplante Aufdachanlagen

Der dreiphasige TrueString 480V Inverter des jungen kalifornischen Herstellers HiQ Solar wurde vor allem für industrielle Aufdachanlagen konzipiert. Zwei unabhängige 1000-V-DC-Eingänge mit individuellem MPP-Tracking (Maximum Power Point Tracking) erleichtern eine flexible Anlagenkonfiguration und stellen gleichzeitig sicher, dass der Anlage die größtmögliche Leistung entnommen werden kann. Modernste Halbleitertechnologie auf Siliziumkarbid-Basis ermöglicht einen CEC-Wirkungsgrad (nach Version der California Energy Commission) von 98 Prozent sowie eine hohe Leistungsdichte und damit auch eine Gewichtsreduktion gegenüber herkömmlichen Systemen. Der lediglich elf Kilogramm wiegende Wechselrichter lässt sich einfach handhaben und installieren. Außerdem ist das Gerät so robust, dass es selbst unter extremen Wüsten- und Küstenbedingungen eingesetzt werden kann. „HiQ Solar hat damit ein Gerät auf den Markt gebracht, das den Intersolar AWARD 2015 verdient hat“, so die Jury. 

Clever verdrahtet: Mit CELLO zum nachhaltigeren Modul

Der LG Electronics Deutschland GmbH ist es gelungen, den Wirkungsgrad des Moduls MonoX NeON 2 zu erhöhen und den Materialverbrauch in der Produktion zu reduzieren. Durch den Einsatz der CELLO-Technologie können die Module künftig noch günstiger produziert und angeboten werden. Die neue Technologie nutzt zwölf Drähte, um den Kontakt zur Vorderseite der Zellen herzustellen. Sie bietet damit eine intelligente Alternative zu den bislang verwendeten aufgedruckten Silberstreifen und aufgelöteten Bändchen. Dadurch sinken die elektrischen Verluste. Die Drähte reflektieren dabei das einfallende Licht so, dass die Solarstromerzeugung optimiert wird. „Mit dieser Lösung ist LG ein Vorreiter einer aktuell viel diskutierten und künftig wohl verstärkt eingesetzten Technologie“, erklärt die Jury.

Erst halbiert und dann verlötet: Modultechnologie sinnvoll weiterentwickelt

Die REC Solar EMEA GmbH präsentiert mit dem Modul TwinPeak für Dachaufbauten eine besonders effiziente Technologie. Zunächst halbierte und anschließend wieder miteinander verlötete Zellen ermöglichen eine verlustarme Verschaltung. Neben PERC-Zellen (Passivated Emitter Rear Cell) mit multikristallinem Silizium kommen weitere innovative Lösungen zum Einsatz: Vier statt der bisherigen drei Busbars stellen die Elektrokontakte zu den Zellen her. Zudem bedienen je zwei getrennte Anschlussdosen einen Anschlusspol. Auf Basis dieses Verschaltungskonzeptes leisten die TwinPeak-Module im Vergleich zu Standard-Modulen 10 Watt mehr. „Innovative Ideen, intelligent verknüpft – ein Konzept, das die Modultechnologie sinnvoll weiterentwickelt: Auf Grund dieser Qualitäten wird die REC TwinPeak Series mit dem Intersolar AWARD 2015 gewürdigt“, lautet die Begründung der Jury.

Die Gewinner der Kategorie „Solare Projekte in Europa“

Mutige Pioniertat: Dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien ist möglich

Die Jury würdigt das von der IBC SOLAR AG vorgestellte Projekt als mutige Pioniertat. EnFa – Die Energiefabrik ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum stromnetzautarken Gewerbebetrieb. Das 2014 in Neuenstadt am Kocher errichtete Gebäude erzeugt die gesamte für Heizung, Kühlung, E-Mobility und Stromverbrauch benötigte Energie selbst. Zur Lastabdeckung in ertragsarmen Monaten wird lediglich Biogas bezogen. Möglich macht dies ein intelligentes Energiemanagement, das Photovoltaik, Stromspeicher, Blockheizkraftwerk und Wärmepumpen integriert. EnFa beweist, dass in Deutschland eine dezentrale, rein auf erneuerbaren Energien basierende Versorgung möglich ist, unterbrechungsfrei, mit stabilem lokalem Netz und zu niedrigen Kosten. Das ist aus Sicht der Jury eine preiswürdige Lösung, deren vielfältige Flexibilitätsoptionen künftig auch dem Verteilnetz oder der Nachbarschaft bereitgestellt werden sollten.

Starke Partner: Konsortium erhält Intersolar AWARD für Solarkollektor-Feld mit Plasma-Technologie zur Dampferzeugung

Die Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG, die Ritter XL Solar GmbH, das Fraunhofer-Institut UMSICHT sowie die GEA Wiegand GmbH und die Uni Karlsruhe haben in enger Zusammenarbeit dieses anspruchsvolle Projekt realisiert. Das Projekt zur solaren Gebäudeklimatisierung hat die Jury des Intersolar AWARD mit seinem Solarkollektor-Feld mit Plasma-Technologie zur Dampferzeugung überzeugt, weil es die effektive Kombination verschiedener Neuentwicklungen zeigt. Als zentrale Komponente wird ein hocheffizienter Vakuumröhrenkollektor eingesetzt. Durch eine spezielle Antireflex-Beschichtung erzielt der Kollektor selbst bei Temperaturen zwischen 100°C und 150°C noch beachtliche Wirkungsgrade. Zudem kommt eine projektspezifisch angepasste Dampfstrahlkältemaschine mit einer Kälteleistung von 80 kW zum Einsatz. Ergänzt wird die Lösung durch einen eigens entwickelten Wärme- und Kältespeicher, der weitgehend konstante Betriebsbedingungen ermöglicht. Das Solarthermie-System belegt eindrucksvoll, dass es auch unter deutschen Witterungsbedingungen möglich ist, Klimakälte per Solarenergie effektiv, kostengünstig und umweltfreundlich bereitzustellen.

Alles eingeplant: Mehrfamilienhaus in Frankfurt erzeugt Energieüberschuss

Im Frankfurter Gutleutviertel ist eines der innovativsten Geschosswohngebäude Europas entstanden: Das mit Beteiligung der solarnova Deutschland GmbH realisierte „Aktiv-Stadthaus“ gewinnt mehr Energie als die Bewohner der 75 Wohnungen verbrauchen. Passive Effizienz durch Dämmung und aktive Energiegewinnung werden in diesem Effizienzhaus Plus optimal kombiniert. Richtungsweisend an diesem Konzept ist, dass schon bei der Planung der Energiebedarf der Nutzer sowie die städteplanerische Einbindung berücksichtigt wurden. „Das Aktiv-Stadthaus macht deutlich, dass die Energieeffizienz-Richtlinie der EU für das Jahr 2020 zu schaffen ist“, begründet die Jury die Auszeichnung des Projekts mit dem Intersolar AWARD.

Intersolar Europe 2015 noch bis zum 12. Juni auf der Messe München

Wer mehr über die Gewinner und über viele andere spannende Lösungen erfahren will, hat dazu noch bis kommenden Freitag, 12. Juni, auf der Intersolar Europe Gelegenheit. Dort präsentieren mehr als 1.000 Aussteller ihre Produkte, Lösungen und Dienstleistungen auf der Intersolar Europe. Auf rund 72.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in acht Messehallen und auf dem Freigelände werden in diesem Jahr 40.000 Besucher erwartet. Parallel zur Intersolar Europe findet die ees Europe statt, die internationale Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Leclanché liefert Schiffsbatterie

Der Schweizer Batteriehersteller Leclanché wurde als Lieferant eines Batterie-Systems für das grösste elektrisch angetriebene Fährschiff der Welt ausgewählt, das von der dänischen Werft Søby Shipyard Ltd gebaut wird. Das Schiff wird im Juni 2017 für den Transport von Fahrzeugen und Passagieren zwischen der Insel Ærø und dem dänischen Festland in Betrieb genommen.

Leclanché zählt gemäss einer Medienmitteilung zu den Projektpartnern und wird gemeinsam mit seinem Partner Visedo ein elektrisches Antriebsystem für die Fähre liefern. Ausgerüstet mit einem 4,2 MWh-Batteriesystem von Leclanché wird das Schiff die weltweit grösste Fähre unter dem Aspekt der Batteriekapazität sein. Das Vorhaben zählt zu den fünf Spitzenprojekten des mit 21 Millionen Euro ausgestatteten Horizon-2020-Programms der EU und ist Bestandteil des dänischen Natura-Projekts, das darauf abzielt, den Bewohnern der betroffenen Regionen umweltfreundliche Verkehrsmittel bereitzustellen.

Besondere Merkmale der Fähre sind ihr hochmodernes Design und ihre hohe Effizienz dank Gewichtsoptimierungen, ihrer Rumpfform und einem elektrischen Antriebssystem. So werden die CO2-Emissionen im Vergleich zu einer Diesel-Fähre um 2000 Tonnen und der NOx-Ausstoss um 41,5 Tonnen pro Jahr verringert. Auch die Lärmbelastung ist dank der geräuscharmen Elektromotoren erheblich geringer. Die Kielwellen werden bei diesem Schiff um 60-70 % reduziert, so dass es in den flachen Gewässern der dänischen Naturschutzgebiete verkehren kann. Die Rekord-Ladeleistung von bis zu 4 MW erlaubt kurze Hafenaufenthalte und einen effizienten Betrieb.

Anil Srivastava, CEO von Leclanché, erklärte: "Wir freuen uns, dass wir als Lieferant der Batterien in dieses bahnbrechende Projekt involviert sind. Es ist aufregend zu sehen, dass die Insel Ærø sich für die Verwendung einer innovativen Technologie entscheidet und die EU diese Pioniertätigkeit unterstützt. Dieser neue Vertrag, der kurz nach der Bestätigung des Grossauftrags für das Graciosa-Projekt abgeschlossen wurde, bestätigt erneut die wirksame Umsetzung des Geschäftsplans und der Wachstumsstrategie von Leclanché."

Martti Ukkonen, EVP des Geschäftsbereichs Mobile Speichersysteme von Leclanché, fügte hinzu: "Das Vorhaben ist ein echter Durchbruch für den kürzlich eingerichteten Geschäftsbereich Mobile Speichersysteme. Die neuartige, von Leclanché und Visedo entwickelte Kombination zwischen einem Lithium-Ionen-Batteriespeichersystem und einem elektrischen Antriebsstrang hat sich als echte Bereicherung auf dem Markt für mobile Systeme erwiesen, und zwar nicht nur im marinen Segment. Wir sind mehr als zufrieden mit unserer strategischen Allianz mit Visedo."

Am 4. Mai 2015 hatte Leclanché bereits eine Strategische Kooperationsvereinbarung mit Visedo Oy angekündigt. Der finnische Spezialist für wegweisende innovative Elektroantriebssysteme wurde als leitender Partner des Projekts ernannt und erhielt somit den Vorzug vor dem Branchenriesen Siemens. Angesichts neuer Emissionsbestimmungen und des immensen Potenzials für Kraftstoffeinsparungen wird bis 2023 mit einem Wachstum des Marktes für Schiffe mit Elektroantrieb von USD 2,6 Milliarden auf USD 6,3 Milliarden gerechnet.


Über Leclanché
Seit 1909 ist Leclanché ein verlässlicher Partner für Batteriespeicher-Technologien. Gegründet in der Tradition von Georges Leclanché, dem Erfinder der Trockenzelle, führt Leclanché heute neben den etablierten Speichertechnologien auch kundenspezifische Batteriesysteme sowie die erfolgreichen, hoch modernen Lithium-Ionen-Lösungen in seinem Portfolio. Durch die Integration eines Spin-Offs der Fraunhofer-Gesellschaft im Jahr 2006 entwickelte sich die Firma von einem traditionellen Batteriehersteller zu einem führenden Entwickler und Hersteller von Lithium-Ionen-Zellen in Europa.
Leclanché entwickelt Speicherlösungen für vielfältige Anwendungen wie die effiziente Nutzung von erneuerbaren Energien, Diesel-Kraftstoffreduktion, stromnetzgekoppelte Zusatzleistungen, Lastmanagement für die Schwerindustrie, aber auch Schwertransportsysteme wie Busse, Schienen- und Wasserfahrzeuge. Leclanché-Produkte zeichnen sich durch eine sehr hohe Zyklenfestigkeit (Zellen mit Titanat-Anode) und aussergewöhnlich lange Lebensdauer aus. Durch die patentierte Separator-Technologie, dem Kernelement der Lithium-Ionen-Zellen mit Titanat-Anode, ist Leclanché in der Lage, Zellen mit hervorragenden Sicherheitsmerkmalen in automatisierter Produktion herzustellen. Leclanché betreibt ein vollständig automatisiertes Werk für die Produktion grossformatiger Lithium-Ionen Zellen mit einer jährlichen Höchstkapazität von 175 MWh, was einer Million Zellen entspricht. Daneben bietet der Geschäftsbereich Portable Systeme eine Reihe weiterer Batteriensysteme wie z.B. kundenspezifische portable Energiespeicherlösungen für militärische und medizinische Anwendungen an. Hinzu kommen Primär- und Sekundärbatterien sowie Zubehörteile für andere Produzenten. Leclanché ist an der SIX Swiss Exchange (LECN) kotiert. Das Unternehmen bietet eine breite Palette an Speicherprodukten für Haushalts- und Büroanwendungen, Grossindustrieanlagen, Stromnetze und Transportsysteme wie Busse, Strassenbahnen usw. an.

Quelle: Leclanché / pv-magazine.de

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