Mittwoch, 19. Juli 2017

Mehr als Fahnen !

Bereits Mitte Juni, an einem der sonnigsten Tage des Jahres, fand die Einweihung der Photovoltaik-Fassade «Swissness» statt. Zusammen mit allen Partnern und Gästen wurde die Anlage in einem symbolischen Akt in Betrieb genommen.

Unter dem Motto Swissness präsentierten die Hochschule Luzern – Technik & Architektur, die ÜserHuus AG sowie die Umwelt Arena Schweiz eine innovative Photovoltaik-Fassade «Swissness», die sich weit weg vom tristen Einheitslook bewegt. Die PV-Fassade «Swissness» zeigt alle Schweizer Kantonsfahnen in Farbe und wurde gemeinsam mit dem Schweizer Nationalfonds, Glas Trösch, BE Netz und Schweizer Metallbau in der Umwelt Arena Schweiz in Spreitenbach realisiert. Sie besteht aus über 20 mehrfarbigen PV-Modulen, deren Design und Stromertrag in der Umwelt Arena direkt mit Standard-PV-Modulen verglichen werden kann. Die Kantonsfahnen stehen stellvertretend für die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten, welche anlässlich der Einweihung erläutert wurden. Viele Architektinnen und Architekten installieren an Privathäusern keine Solarpanels, weil sie die blauschwarzen Tafeln optisch wenig überzeugend finden. Dies umso mehr, als es besonders in alpinen Regionen sinnvoll ist, die Panels an der Hausfassade und nicht am Dach anzubringen, weil die Dächer dort an Sonnentagen oft von Schnee bedeckt sind. 

Ein interdisziplinäres Team der Hochschule Luzern entwickelte aus diesem Grund eine Möglichkeit, Solarenergie auch ästhetisch attraktiv zu produzieren. In der Umwelt Arena Schweiz ist nun die Photovoltaik-Anlage «Swissness» mit bedruckten Panels im Einsatz. Ihre Leistung wird dort kontinuierlich gemessen und ab dem 1. Juli auf www.hslu.ch/umweltarena öffentlich zugänglich dokumentiert. Je dunkler die Oberfläche von Solarpanels ist, umso mehr Sonnenlicht kann sie absorbieren und damit auch mehr Energie produzieren. Die bedruckten Glasplatten, die als äusserste Fassadenschicht auf die Panels montiert werden, beeinträchtigen deshalb die Effizienz notgedrungen. «Achtzig Prozent der Leistung von herkömmlichen Panels werden aber doch erreicht. In der Umwelt Arena haben wir nun die Gelegenheit, dies durch ein konstantes Monitoring und den direkten Vergleich mit unbedruckten blauschwarzen Panels zu messen», sagt Stephen Wittkopf, Co-Leiter des Kompetenzzentrums Gebäudehülle der Hochschule Luzern – Technik & Architektur. «Wenn es dadurch gelingt, mehr Architektinnen und Architekten zur Berücksichtigung von Solarenergie zu motivieren, macht der vermehrte Einsatz die etwas verminderte Energieproduktion der einzelnen Panels leicht wett.»  

Auch für die Ecobuild-Messe London entwickelte die Hochschule Panels mit Mustern in Form von Mauerwerk, Dachschindeln, Schottenmuster und Britischer Fahne. Diese stiessen dort auf so grosses Interesse, dass der Innovationspark des Londoner Britischen Building Research Establishments sie als Ausstellungsobjekte für seinen Innovation Park in Watford bei London übernahm, wo sie jetzt ausgestellt sind – als Dekorationsobjekte im Innenraum.

Quelle: Hochschule Luzern  / Bilder: Guntram Rehsche

Montag, 17. Juli 2017

EE brauchen Wärmespeicher

Wärmespeicher sind Technologien, die eine zeitliche Entkopplung von Energieerzeugung und -verbrauch ermöglichen.

Eine neue Broschüre der deutschen Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zum Thema „Großwärmespeicher: Ein zentraler Baustein einer flexiblen Strom- und Wärmeversorgung“ gibt ab heute einen Überblick, welche Bedeutung Wärmespeicher für das heutige und zukünftige Energiesystem haben. „In einem Energiesystem, das mehr und mehr auf Erneuerbare Energien setzt, wächst der Bedarf an Wärmespeichern“, erklärt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. So rechnet beispielsweise das Beratungsunternehmen Prognos damit, dass für den flächendeckenden Einsatz von Wärmespeichersystemen allein im Bereich der öffentlichen Fernwärmeversorgung ein Speichervolumen von insgesamt 1,4 bis 2,2 Millionen Kubikmetern benötigt wird. 

Wärmespeicher können Wärme aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder an Wärmeverbraucher abgeben. Dieses Prinzip macht sich heute schon die bayerische Gemeinde Hallerndorf zu Nutze: Sie hat 2016 einen Teil ihrer Wärmeversorgung auf Erneuerbare Energien umgestellt und setzt auf eine Kombination von Holzenergie und Solarthermie. Neben fünf Biomasseheizkesseln mit einer Leistung von 880 Kilowatt wurde auch eine 1.304 Quadratmeter große Freiflächen-Solarthermieanlage installiert. Sie erzeugt dank der Kraft der Sonne rund 600.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr – vornehmlich im Sommer und zur Mittagszeit. Die Erzeugungsanlagen ergänzt ein Wärmespeicher mit einer Kapazität von 85 Kubikmetern „Der Wärmespeicher ist ein unentbehrlicher Bestandteil des Wärmenetzes.

Denn immer, wenn die Produktion den Bedarf übersteigt, wird Wärme zwischengespeichert“, erklärt Thilo Jungkunz, Geschäftsbereichsleiter Dezentrale Energieversorgung beim Energieversorger Naturstrom, der das Heizsystem in Hallerndorf errichtet hat und es nun über eine Gesellschaft, an der das Unternehmen beteiligt ist, betreibt. „Das ist vor allem in den Mittagsstunden der Fall, wenn die Solarthermieanlage besonders viel Sonnenwärme produziert. Diese Wärme wird in den Abend- oder Morgenstunden verbraucht.“ Aber auch im Winter kommt der Speicher zum Einsatz und sorgt dafür, dass die Biomasseheizkessel gleichmäßig gefahren werden können. 

Renews Spezial „Großwärmespeicher: Ein zentraler Baustein einer flexiblen Strom- und Wärmeversorgung“ veröffentlicht

Über die Bedeutung von Wärmespeichern für das Energiesystem informiert die heute veröffentlichte 28-seitige Informationsbroschüre „Großwärmespeicher: Ein zentraler Baustein einer flexiblen Strom- und Wärmeversorgung“ aus der AEE-Publikationsreihe Renews Spezial. Sie stellt die unterschiedlichen Bauarten und Anwendungsgebiete von Wärmespeichern vor. Leser können sich über das Funktionsprinzip, Bauweise und Dimensionierung verschiedener Speichertypen informieren. Weiterhin werden drei Praxisbeispiele vorgestellt. Das Hintergrundpapier beleuchtet ferner, dass Wärmespeicher auch eine Flexibilitätsoption für den Stromsektor darstellen können. Wenn zukünftig Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen mehr Strom erzeugen, als verbraucht wird, kann dieser Ökostrom auch mittels „Power to heat“ in Wärme umgewandelt und gespeichert werden. So können Wärmespeicher negative Regelleistung bereitstellen und zur Netzstabilität beitragen. 


Renews Kompakt „Erneuerbare Energie für die Industrie: Prozesswärme aus Bioenergie sorgt für Unabhängigkeit und Klimaschutz“ veröffentlicht 

Gleichzeitig veröffentlicht die Agentur für Erneuerbare Energien ein vierseitiges Hintergrundpapier in der Reihe „Renews Kompakt“ zum Einsatz Erneuerbarer Energien bei der Erzeugung von Prozesswärme. Diese hat einen Anteil von 65 Prozent des industriellen Endenergieverbrauches. Bisher werden jedoch erst fünf Prozent der industriellen Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien zur Verfügung gestellt. Dementsprechend fällt die Klimabilanz des Industriesektor aus: Er ist mit 181 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente Deutschlands zweitgrößter Treibhausgasemittent nach der Energiewirtschaft. Bis 2030 soll der Treibhausgasausstoß des Industriesektors auf 140 bis 143 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken. Um dieses Klimaschutzziel zu erreichen, muss sich der Anteil Erneuerbarer Energien im Industriesektor in den nächsten Jahren also deutlich steigern. Das neue AEE-Hintergrundpapier informiert über die Potenziale bei der Umstellung auf Erneuerbare Prozesswärme und fokussiert auf die Nutzung von Bioenergie. Weiterhin beleuchtet es Fördermöglichkeiten und stellt drei Praxisbeispiele vor.


Freitag, 7. Juli 2017

Erfolgreiche Holzenergie

Der vom Bundesamt für Energie BFE veröffentlichte Vorabzug der Schweizerischen Holzenergiestatistik zeigt, dass die in der Schweiz genutzte Energieholzmenge 2016 erstmals seit Beginn der statistischen Erfassung 1990 bei mehr als 5 Mio. Kubikmetern lag. 

Holzschlag am Zürcher Üetliberg
Bild: Guntram Rehsche
Genau 5‘055‘646 Kubikmeter Energieholz wurden in der Schweiz 2016 zum Heizen, zur Warmwasseraufbereitung und zur Produktion von Elektrizität genutzt. 1990 waren es erst 3‘250‘360 Kubikmeter, welche in den damals insgesamt 692‘497 installierten Holzheizungen verbrannt wurden. Bis 2016 ging dieser Anlagenpark zwar auf 573‘532 Anlagen zurück. Diese nutzten aber 5,055 Millionen Kubikmeter pro Jahr. 17,2 Prozent weniger Anlagen nutzen heute 55 Prozent mehr Energieholz als 1990. Der Rückgang bei der Anlagenzahl betraf ausschliesslich die handbeschickten Geräte, während die Anzahl der automatischen Pellet- und Schnitzelheizungen stark angestiegen ist. Nutzte man 1990 noch fast drei Viertel des Energieholzes in kleinen, handbeschickten Anlagen, waren es 2016 noch weniger als 25 %. 

Damit geht das Jahr 2016 in zweifacher Hinsicht in die Geschichtsbücher der Holzenergie ein. Denn im letzten Jahr deckte die Wärme aus dem Wald erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder mehr als 10 Prozent des Schweizer Wärmebedarfes und ist in diesem Segment hinter dem Heizöl und dem Erdgas unbestritten die Nummer drei unseres Landes. Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass sich die heutige Energieholznutzung von 5 Millionen problemlos auf 7 bis 8 Millionen Kubikmeter pro Jahr ausdehnen lässt, ohne den Wald zu übernutzen oder andere, höherwertige Verwendungszwecke des Holzes zu konkurrenzieren.


Heizungsart
Jahr
Anzahl Anlagen
(Veränderung in %)
Energieholzverbrauch m3 (Veränderung in %)
Stückholzheizungen
1990
2016
689'184
536‘134 (- 22.2 %)
     2'416'031
     1‘223‘906 (- 49.3%)
Schnitzelheizungen
1990
2016
    3'264
  11‘310 (+ 246.5%)
        423'818
     2‘230‘490 (+ 426.3%)
Pelletheizungen
1990
2016
           0
  25‘983
                   0
        449‘855
Altholzfeuerungen (ohne KVA)
1990
2016
         23
         75 (+ 226.1%)
        175'006
        717'711 (+ 310.1%)
Holz in KVA
1990
2016
         26
         30 (+ 15.4%)
        235'505
        433‘684 (+ 84.2%)
Total (mit KVA)
1990
2016
692‘497
573‘532 (- 17.2%)
     3‘250‘360
     5‘055‘646 (+ 55.5%)

Über den Verein Holzenergie Schweiz
Seit bald 40 Jahren fördert Holzenergie Schweiz eine sinnvolle, umweltgerechte, moderne und effiziente energetische Verwendung von Holz, dem zweitwichtigsten erneuerbaren und einheimischen Energieträger der Schweiz. Mit einer Vielzahl von attraktiven und modernen Dienstleistungen sind wir für Fachleute, Bauherren, Politiker, Firmen und interessierte Privatpersonen ein wichtiger und kompetenter Ansprechpartner im Bereich Holzenergie.

Erfahren Sie mehr unter www.holzenergie.ch

Donnerstag, 6. Juli 2017

2030 günstigste Stromquelle


Bandbreite durchschnittlicher Stromgestehungskosten (Levelised cost of electricity = LCOE) einschließlich externer Kosten sowie Kosten der Treibhausgasemissionen (THG) aus verschiedenen Stromerzeugungstechnologien für die G20-Länder im Jahr 2030. Die externen Kosten für Atomkraft beinhalten nicht das hohe Risiko einer begrenzten Schadensabdeckung durch Versicherungen im Fall einer Nuklearkatastrophe - Grafik aus Greenpeace-Studie: Vergleich der Stromgestehungskosten von Erneuerbaren Energien mit denen fossiler und nuklearer Kraftwerke in den G20-Ländern

Im Vorfeld des G20-Gipfels am Wochenende in Hamburg jagt eine Studie die nächste. Greenpeace veröffentlichte am Mittwoch die Ergebnisse einer beauftragten Untersuchung der finnischen Lappeenranta University of Technology, wonach Photovoltaik- und Windkraftanlagen spätestens 2030 in allen G20-Ländern die günstigste Form der Stromerzeugung sein werden. Bereits seit 2015 seien die Erneuerbaren in etwa der Hälfte der Staaten billiger oder genauso teuer wie Strom aus Kohlekraftwerken und AKWs. „Vom G20-Gipfel muss ein klares Signal zum raschen Ausbau der Erneuerbaren ausgehen“, fordert daher Greenpeace-Energieexperte Tobias Austrup von den Teilnehmern des Treffens in Hamburg. Die Studie zeige, dass Klimaschutz in den G20-Staaten immer wirtschaftlicher werde. Investitionen in Kohle und Atom seien nicht mehr wettbewerbsfähig.

Die finnischen Wissenschaftler haben die Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien und fossilen Kraftwerk in den G20-Ländern für die Jahre 2015 und 2030 kalkuliert. Dabei zeige sich, dass Windparks bereits vor zwei Jahren in weiten Teilen Europas, Südamerikas, den USA, China und Australien die günstigste Energiequelle gewesen sein. Im Jahr 2030 rechnen die Forscher damit, dass die Photovoltaik so günstig wird, dass sie die Windkraft preislich noch unterbieten kann. Mit raschem technischen Fortschritt und dadurch sinkende Preise könnte dieser Zeitpunkt schon deutlich vor 2030 erreicht werden, hieß es weiter.

In der Studie wird darauf hingewiesen, dass nach Berichten von UNEP und BNEF die durchschnittlichen Stromgestehungskosten für Photovoltaik im vergangenen Jahr um 17 Prozent und für Windkraft an Land um 18 Prozent gesunken seien. Damit würden in vielen Ländern nun die Kosten für Erneuerbare die Kosten aller anderen neuen Erzeugungskapazitäten unterschreiten. Dies spiegele sich auch in den weltweit niedrigen Ausschreibungspreisen für Photovoltaik und Windkraft wieder.

Die ökonomischen Erfolge der Erneuerbaren schlugen sich inzwischen im Energiemix der G20-Staaten nieder, heißt es bei Greenpeace weiter. So habe der absolute Kohleanteil an der Energieversorgung der Ländergruppe zwischen 2012 und 2014 stagniert. Seither sinke der Anteil der Kohle. Zwischen 2015 und 2016 habe sich die Gesamtkapazität geplanter Kraftwerke halbiert. „Wir erleben den Anfang vom Ende der Kohle“, zeigt sich Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss zuversichtlich. „Die G20 müssen dafür sorgen, dass schmutzige Kohlekraftwerke noch schneller durch saubere Erneuerbare ersetzt werden. Auch Deutschland kann sich nicht mehr vor dem überfälligen Kohleausstieg drücken“, erneuert sie die Forderung an die Bundesregierung. In einer Studie hatte Greenpeace den Weg für den Kohleausstieg bis 2030 in Deutschland aufgezeigt.

Quelle: pv-magazine.de 

Mittwoch, 5. Juli 2017

Rekordwerte in Deutschland

Die Wind- und Solarstromproduktion in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zu 2016 kräftig gestiegen. Das geht aus den vorläufigen Daten der Übertragungsnetzbetreiber hervor.

Der Zubau an regenerativen Energieanlagen im letzten Jahr führt zu einer steigenden Wind- und Solarstromproduktion im ersten Halbjahr 2017. Das zeigen die aktuellen Daten der Transparenzplattform Entso-e der europäischen Übertragungsnetzbetreiber. Von Januar bis Juni 2017 produzierten die Wind- und Solaranlagen in Deutschland nach den Entso-e Daten knapp 68 Milliarden Kilowattstunden Strom (2016, 1. Hj: 58 Mrd. kWh). Der halbjährliche Zuwachs von etwa zehn Milliarden Kilowattstunden Strom entspricht rechnerisch der gesamten Jahresproduktion eines Atomkraftwerks. Den Hauptanteil an der Steigerung im ersten Halbjahr 2017 hält die Windenergie mit einem Plus von rund 7,5 Mrd. kWh.

Die Stromerzeugung aus den Wind- und Photovoltaik(PV)-Anlagen in Deutschland beläuft sich im Juni 2017 auf insgesamt 12,49 Mrd. kWh (Mai: 10,8 Mrd. kWh) und damit deutlich über dem Level des Vorjahresmonats Juni 2016 mit 8,09 Mrd. kWh. Der Beitrag der Windenergie (Onshore und Offshore) erreichte im Juni 7,1 Mrd. kWh (Mai: 5,69 Mrd. kWh) und damit rd. 70 Prozent mehr als im Juni 2016 mit lediglich 3,3 Mrd. kWh. Auch die Photovoltaik-Stromproduktion kann weiter zulegen. Im Juni 2017 wurden 5,37 Mrd. kWh Strom erzeugt (Mai: 5,1 Mrd. kWh) und damit rd. 13 Prozent mehr als im Juni 2016 mit 4,7 Mrd. kWh.

Montag, 3. Juli 2017

Wie viel Power?



Viele trauen einem Solarmodul nicht wirklich viel zu. Und es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass für die Herstellung eines Solarmoduls mehr Energie aufgewendet werden muss als das Modul jemals wieder abgeben kann. Dieses Video räumt mit diesem Gerücht auf und beantwortet die Frage, wie viel Power ein Solarmodul wirklich hat. Ein Wettkampf zwischen einem Solarmodul und einem Fahrrad liefert dabei einen Hinweis - Video mit Professor Volker Quaschning.

Freitag, 30. Juni 2017

Immer energie-effizienter

Mit einer konsequenten Effizienzstrategie können Unternehmen viel Energie und Geld sparen. Das beweist die Gruppe Energie-Vorbild Bund. Sie umfasst die zivile Bundesverwaltung, das VBS, den ETH-Bereich und die bundesnahen Unternehmen Post, SBB, Skyguide, Swisscom und neu mit Genève Aéroport auch das erste öffentliche Unternehmen eines Kantons.   

Sie alle haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, ihre Energieeffizienz bis 2020 um 25% gegenüber dem Ausgangsjahr 2006 zu steigern. Dass die Gruppe ihre Vorbildrolle ernst nimmt, zeigen die Ergebnisse für das Jahr 2016: Sie hat ihre Energieeffizienz im Durchschnitt bereits um 27% verbessert und 72% der geplanten Massnahmen umgesetzt. An einer Veranstaltung beim neuen Partner Genève Aéroport informierte die Gruppe heute über ihre Erfahrungen und künftigen Pläne. Dazu gehört auch, weitere öffentliche Organisationen oder Unternehmen zur Teilnahme im Klub der Energievorbilder zu motivieren.  

Die zivile Bundesverwaltung, das VBS, die bundesnahen Unternehmen sowie der ETH-Bereich sind zusammen für rund 2% des schweizerischen Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich. Mit der Gründung der Gruppe Energie-Vorbild Bund und der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung im November 2014 haben sie manifestiert, dass sie eine Vorbildrolle in Sachen Energieeffizienz einnehmen wollen. Ausgehend vom Basisjahr 2006 streben die Akteure bis 2020 eine Steigerung der Energieeffizienz um 25% an. Dazu wurden 39 gemeinsame Massnahmen definiert, die bis 2020 zu 80% umzusetzen sind. Hinzu kommen bis zu 15 spezifische Massnahmen pro Akteur. Mit dem Flughafen Genf ist nun das erste öffentliche Unternehmen eines Kantons zur Initiative gestossen. Gespräche mit weiteren Akteuren auf nationaler und kantonaler Ebene laufen.

16,5 Millionen Passagiere nutzten 2016 den Flughafen Genf. Dieser setzt in seiner Energiestrategie auf einen effizienten Energieverbrauch, die Begrenzung des für den Flughafenbetrieb erforderlichen Energiebedarfs, eine möglichst effiziente Energieproduktion und -verteilung sowie auf erneuerbare Energiequellen. Die Einsparungen auf dem gesamten Flughafengelände betrugen 2016 knapp 13 Gigawattstunden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 3250 Haushalten. 

Bis Ende 2016 hat die gesamte Gruppe Energie-Vorbild Bund ihre Energieeffizienz im Durchschnitt um 27% (2015: 26,7%) gesteigert. Damit ist das Effizienz-Ziel für 2020 bereits übertroffen. Zurücklehnen können sie sich dennoch nicht. Denn ohne weitere Anstrengungen ist nicht garantiert, dass dieser Wert auch im Folgejahr erreicht wird oder gar noch gesteigert werden kann. Die 39 gemeinsamen Massnahmen waren Ende 2016 bereits zu 72% (2015: 67%) umgesetzt. Der durchschnittliche Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch ist hingegen leicht gesunken und lag Ende 2016 bei 57,4% (2015: 59%).

Highlights der Gruppe Energie-Vorbild Bund 2016

Genève Aéroport: Gegenüber dem Basisjahr 2006 hat das Unternehmen seine Energieeffizienz bisher um 21,5% gesteigert. Wichtige Massnahmen im Jahr 2016 waren die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem Schallschutzgebäude, der Bau eines Betriebsgebäudes im Standard Minergie-P und eine Mobilitätslösung speziell für Mitarbeitende im Schichtdienst.

Skyguide: Zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs und von Treibhausgasen im Flugverkehr verpflichtet sich Skyguide, die Flugzeuge möglichst direkt an ihr Ziel zu leiten. Sie hat deshalb ein Netz direkter Flugrouten über die Schweiz entwickelt, das Wartezeiten der Flugzeuge vor dem Start verringert und mehrere technische Systeme verbessert. Das Unternehmen strebt auch beim Energieverbrauch der eigenen Infrastrukturen maximale Effizienz an. Von 2006 bis 2016 hat Skyguide ihre Energieeffizienz bei praktisch konstantem Gesamtverbrauch um 30,3% gesteigert.

Die Schweizerische Post: 2016 betrug der Endenergiebedarf der Schweizerischen Post 980 Gigawattstunden. Im Vergleich zum Basisjahr 2006 ist er trotz teilweise starkem Geschäftswachstum um 7% gesunken. Dabei hat die Post ihre Energieeffizienz um 26,7% gesteigert. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr unter anderem ihre Transportflotte mit energieeffizienteren Bahnwagen und Lastwagen erneuert und die vollständige Umstellung von Benzinrollern auf Elektroroller abgeschlossen. Zudem erfolgte der Start zum Ersatz der Röhrenbeleuchtung durch LED-Leuchten in den Briefzentren.

SBB: Mit einem umfangreichen Massnahmenpaket plant die SBB 600 Gigawattstunden pro Jahr einzusparen. Diese Reduktion entspricht 20% des prognostizierten Jahresverbrauchs von 2025. 2016 hat das Unternehmen unter anderem die Bahnstromversorgung optimiert, in energieeffiziente Gebäude investiert und Lokführer für eine energiesparende Fahrweise geschult. Trotz starker Zunahme der Personenverkehrsleistung hat die SBB ihre Energieeffizienz gegenüber dem Basisjahr 2006 bisher um 18% gesteigert.

Swisscom: Das Nachhaltigkeitsengagement von Swisscom fokussiert auf die Steigerung der Energieeffizienz im Betrieb und auf den Einsatz elektrischer Energie mit geringen Auswirkungen auf das Klima. Im letzten Jahr hat das Unternehmen zum Beispiel seine ressourcenschonende Server-Virtualisierung weiter ausgebaut, schweizweit neun Repair Centers für Mobiltelefone eröffnet, eine energieeffizientere TV-Box auf den Markt gebracht und das Energiesparprojekt Mistral zur Frischluftkühlung von Telefonzentralen abgeschlossen. Die Energieeffizienz ist von 2006 bis 2016 um 42,9% gestiegen.

ETH-Bereich: Zusätzliche Leistungen und Aufgaben in Lehre, Forschung und WTT, stark wachsende Studierendenzahlen sowie neuartige Grossforschungsanlagen prägen den ETH-Bereich seit 2006. Der Technologisierungsgrad der Gebäude durch neuste Labortechnik und weitere Innovationen nimmt laufend zu. Dank Modernisierung der Gebäudetechnik, vermehrter Nutzung von Abwärme und grossem Bemühen um möglichst energieeffiziente Grossforschungsanlagen konnte die Energieeffizienz seit 2006 um 19,7% verbessert werden, obwohl der Energieverbrauch gesamthaft um 5,7% gestiegen ist.

VBS: Gegenüber 2006 hat das VBS seinen Gesamtenergieverbrauch im letzten Jahr um 7,3% auf 1079 Gigawattstunden reduziert. Zu den erfolgreichen Massnahmen zählen beispielsweise der Gebäude Energieausweis VBS (GEAVBS), die Schulung von Mitarbeitenden und Angehörigen der Armee, ein Pilotprojekt mit gasbetriebenen LKW sowie der Einsatz von ressourcenschonenden Leichtlaufmotorenölen.

Zivile Bundesverwaltung:
Im vergangenen Jahr hat die zivile Bundesverwaltung ihre Energieeffizienz weiter erhöht. Gegenüber 2006 liegt die Steigerung nun bei 53,9%. Der Gesamtenergieverbrauch ist im gleichen Zeitraum um 12% auf 120 Gigawattstunden gesunken. Aktuelle Massnahmen der zivilen Bundesverwaltung sind zum Beispiel energieeffiziente Tunnelausleuchtungen und die Realisierung eines ökologischen Autobahnwerkhofs durch das ASTRA sowie Photovoltaikanlagen und die Aktualisierung der Ökobilanzdaten für den Baubereich durch das BBL.

Dienstag, 27. Juni 2017

10 Jahre Energieregion Goms

Seit zehn Jahren versucht das Goms neben dem Tourismus ein weiteres Standbein im Bereich Energie aufzubauen. Es ist gelungen, das Goms als Energieregion über die Schweiz hinaus bekannt zu machen. Die energieregionGOMS wird heute regelmässig von Gemeinden oder Regionen besucht, und sie kann so ihre Erfahrungen auch an andere Regionen im In- und Ausland weitergeben. Dies ist beste Werbung für die gesamte Region, wie die Verantwortlichen in einer Medienmitteilung schreiben.


Angefangen hat die Initiative mit einigen engagierten Leuten aus der Region. Sie gründeten einen Verein und fingen an, die Marke «energieregionGOMS» mit Hilfe von Projekten und einer gezielten Kommunikation über die Landesgrenze hinaus zu positionieren. Mitgetragen wird die Initiative von den Gemeinden der Region, von lokalen Unternehmen und dem Verein unternehmenGOMS. Mittlerweile wird die Energieregion auch durch eine Geschäftsstelle professionell unterstützt. Das Ziel aller Akteure ist es, regelmässig Projekte im Energiebereich umzusetzen und so die Energieproduktion mit lokalen Ressourcen zu steigern, zugleich unnötigen Energieverbrauch so weit möglich zu vermeiden, und die Region im Energiebereich bekannt zu machen.

Im Goms wurden über die letzten Jahre einige Vorzeigeprojekte umgesetzt. So wurden sieben Kleinwasserkraftwerke mit insgesamt 100 GWh Jahresproduktion gebaut, oder der höchstgelegene Windpark Europas auf dem Griespass realisiert, welcher rund 800 Haushalte mit Strom versorgt. Daneben wurden zahlreiche Solaranlagen erstellt, und ein grösserer Holzschnitzelverbund in der Gemeinde Ernen realisiert.
Projekte werden aber auch regelmässig im Bereich Energieeffizienz umgesetzt. Hier versucht man mit Fördermassnahmen Haushalte und Unternehmen zum Energiesparen zu bewegen. In der energieregionGOMS gibt es finanzielle Unterstützung für den Kauf von effizienten Haushaltsgeräten, bei der Durchführung von Gebäudeanalysen oder dem Bau von Solarkollektoren.

Der dritte Bereich bildet die Sensibilisierung. Regelmässig werden Bevölkerung, aber auch Unternehmen und Gemeinden mit Aktivitäten und Veranstaltungen in und ausserhalb der Region zu verschiedenen Energiethemen informiert. Eine wichtige Gruppe bildet die Jugend. Sie soll für einen umsichtigen Umgang mit Energie und Ressourcen sensibilisiert werden. In regelmässigen Abständen werden Energietage und Projekte zusammen mit den Schulen vor Ort durchgeführt. Diesen Sommer nehmen die Schüler beispielsweise mit einer Schnitzeljagd an der  internationalen Elektroauto-Rally WAVE teil, welche das Goms am 13. Juni besucht.

Viele Projekte sind aber nicht reine Energieprojekte. Sie sind vielmehr in einem regionalwirtschaftlichen Kontext zu betrachten, bei denen insbesondere touristische oder land- und forstwirtschaftliche Aspekte schnell einmal zu wichtigen Multiplikatoren werden können. Über das Projekt «e-mob» stellen zum Beispiel einige Gemeinden und Unternehmen ihren Mitarbeitern Elektroautos zur Verfügung, welche auch von Touristen tageweise gemietet werden können. Im Projekt «Dorfkernerneuerung» sollen alte Walliserhäuser in den Dorfkernen energetisch saniert werden. Der Erhalt der Dorfkerne mit ihren typischen sonnenverbrannten Walliserhäusern ist für das intakte und lebendige Dorfbild wichtig, aber auch für die touristische Attraktivität.
Als Vorzeigeregion wird die energieregionGOMS heute auch regelmässig von andern Gemeinden und Regionen besucht, welche ähnliche Ziele verfolgen. Unter dem Titel «Erleben und voneinander Lernen» wurde das Modul exkursionenGOMS aufgebaut, in welchem Firmenausflüge oder Workshops zum Erfahrungsaustausch angeboten werden. So entstehen positive Wirkungen, welche für das Image und das Marketing der Tourismusregion von Bedeutung sind. Gerade die beiden Bereiche Energie und Tourismus lassen sich sehr gut miteinander verbinden.

Die energieregionGOMS verfolgt ihre Vision seit zehn Jahren. Die Initianten wissen heute, dass diese Reise lange und manchmal beschwerlich sein kann. Aber am Ende kann dieser Weg das Gesicht und die Strukturen einer Region positiv verändern – zum Nutzen der lokalen Wirtschaft, der Gesellschaft und auch der Umwelt. Für sie liegt es darum auf der Hand, dass das Goms auch Vorbild für den Kanton werden kann. Als Wasserschloss und Sonnenstube der Schweiz hat das Wallis beste Karten, sich auch als «Energieland Wallis» zu vermarkten - eine Vorzeigeregion, in der modernste Technik, nachhaltiger Tourismus und die intakte Landschaft eine Einheit bilden.

Quelle:  energieregionGOMS

Montag, 26. Juni 2017

Verbrauch von Silizium sinkt

Der durchschnittliche Siliziumverbrauch für die Herstellung multi- und monokristalliner Solarzellen wird von 4,8 Gramm pro Watt (g/W) im vergangenen Jahr um 25 % auf 3,6 g/W im Jahr 2020 sinken. Dies ist das Ergebnis eines neuen Szenarios, das die Polysilizium-Marktforschungsfirma Bernreuter Research entwickelt hat. 

© bernreuter.com | Der spezifische Siliziumverbrauch
der Solarindustrie wird sich von 2010 bis 2020 halbieren.
"Neben dem wachsenden Marktanteil monokristalliner Zellen mit ihren höheren Wirkungsgraden wird vor allem die rasche Verbreitung von Diamantdrahtsägen den spezifischen Siliziumverbrauch pro Watt erheblich nach unten treiben", sagt Johannes Bernreuter, Chef von Bernreuter Research und Autor des Polysilicon Market Outlook 2020.
 
Diamantdrahtsägen in der Produktion monokristalliner Wafer bereits weit verbreitet
Im Vergleich zu traditionellen Drahtsägen, die mit einer den Draht benetzenden Suspension (Slurry) aus Siliziumkarbid-Partikeln arbeiten, erlauben Diamantdrahtsägen nicht nur einen höheren Durchsatz und geringere Kosten in der Waferproduktion, sondern auch die Verwendung eines dünneren Drahts. Während die technische Grenze von Slurry-basierten Drahtsägen bei einer Drahtdicke von 100 Mikrometern (µm) liegt, kann Diamantdraht bis zu 60 µm dünn sein und so den Sägeverlust bedeutend reduzieren. 

Diamantdrahtsägen haben bereits einen großen Marktanteil gewonnen in der Produktion monokristalliner Wafer, die folglich gegenüber der multikristallinen Variante konkurrenzfähiger geworden sind. Zudem treibt LONGi Green Energy Technology, der größte Hersteller monokristalliner Wafer, die monokristalline Technologie mit einem massiven Ausbau seiner Produktionskapazität voran. Bernreuter Research geht deshalb davon aus, dass der Marktanteil monokristalliner Wafer von 27 % im vergangenen Jahr auf 47 % im Jahr 2020 steigen wird. 

Multikristalliner Sektor holt durch angepasste Ätzprozesse auf
Die wachsende Konkurrenz hat den multikristallinen Sektor gezwungen, das technische Problem zu lösen, das bisher den Einsatz von Diamantdraht beim Sägen multikristalliner Wafer verhindert hat: Ihre Oberfläche wird so glatt, dass sie mit der sauren Standard-Ätzlösung nicht texturiert werden kann. 

Inzwischen bieten die Anlagenbauer Schmid, RENA und RCT Solutions angepasste Ätzprozesse mit einem Metallkatalysator oder anderen Zusatzstoffen an, die Diamantdraht-gesägte multikristalline Wafer texturieren können. GCL-Poly, der weltgrößte Hersteller multikristalliner Wafer, sowie die großen integrierten Solarmodul-Produzenten wie Jinko und Canadian Solar haben bereits begonnen, von Slurry-basierten auf Diamantdraht-Sägen umzustellen. "Experten schätzen, dass der Umstieg für die gesamte Industrie vier oder fünf Jahre brauchen wird", sagt Bernreuter. "Daher erwarten wir, dass 2020 mehr als 90 % der multikristallinen Wafer mit Diamantdraht gesägt werden." 

Detailliertes Szenario des spezifischen Siliziumverbrauchs in der Solarindustrie
Selbst mit viel konservativeren Annahmen errechnet Bernreuter Research einen durchschnittlichen Siliziumverbrauch von 4 g/W für 2020. Analyst Bernreuter warnt: "Die Polysiliziumindustrie muss sich auf die Tatsache vorbereiten, dass die Nachfrage an zwei Fronten nachlässt: Die jährliche Wachstumsrate der weltweiten Photovoltaik-Installationen geht zurück, und der Polysiliziumverbrauch für jedes neu installierte Gigawatt wird 2020 nur noch halb so groß sein wie 2010." 

Der Polysilicon Market Outlook 2020 enthält ein detailliertes Szenario des spezifischen Siliziumverbrauchs in der Solarindustrie zwischen 2014 und 2021, mit Daten zu Ingot-, Wafer- und Zellausbeuten, Waferdicke, Sägeverlust und Marktanteil von Diamantdrahtsägen, Zellwirkungsgraden und Marktanteilen von Zelltechnologien. Der 70-Seiten-Report liefert auch Bottom-up-Szenarien zu Polysilizium-Angebot und -Nachfrage, detaillierte Prognosen zu Polysilizium-Preisen und Produktionskosten bis 2020 sowie die jüngste Entwicklung in der Fließbettreaktor-Technologie. Mehr Informationen über den Report finden Sie hier

 

Freitag, 23. Juni 2017

Mehr - auch mehr Erneuerbare

Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2016 gegenüber dem Vorjahr um 1,9% auf 854`300 Terajoule (TJ) gestiegen. Ein wichtiger Grund dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung. Zum Verbrauchsanstieg trugen aber auch die positive Entwicklung der Wirtschaft und das anhaltende Bevölkerungswachstum bei.


Der Anstieg des Endenergieverbrauches um 1,9% gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die etwas kühlere Witterung im Jahr 2016 zurückzuführen. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm gegenüber dem Vorjahr um 6,7% zu. Zum höheren Energieverbrauch haben auch die langfristigen Treiber wie die ständige Wohnbevölkerung (+1,1%), das Bruttoinlandprodukt (+1,3%), der Motorfahrzeugbestand (+1,6%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor) beigetragen. Während der Zuwachs der langfristigen Treiber den Energieverbrauch erhöht, wirken Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte tendenziell dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauches. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen des Energieverbrauches weitere Aufschlüsse liefern können (Publikation im Oktober 2017). 

Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht stieg um 2,4% an, derjenige von Erdgas um 3,8%. Der Elektrizitätsverbrauch blieb unverändert und lag auf dem Vorjahresniveau (siehe Medienmitteilung BFE vom 21. April 2017). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (2016: 53,8%).

Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 5,9% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch 2016: 1,3%). Abgenommen hat der Verbrauch von Kohle (-8,1%) und den schweren Heizölsorten (-52,0%), zugenommen jener von Petrolkoks (+122,5%). Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist gering.

Der Treibstoffverbrauch insgesamt hat erstmals seit drei Jahren gegenüber dem Vorjahr wieder leicht zugenommen (+0,4%). Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich ungebrochen fort: Der Absatz von Dieselöl erhöhte sich um 1,1%, der Benzinverbrauch ging um 3,1% zurück. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg um 4,7%. Die fossilen Treibstoffe machen gut einen Drittel (34,2%) am gesamten Endenergieverbrauch aus. 

Die kühlere Witterung wirkte sich auch auf den Verbrauch der erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus. Der Verbrauch von Energieholz stieg um 7,6%. Auch die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen lag 10,6% über dem Vorjahreswert, ebenso der Verbrauch von Fernwärme (+6,2%) und Solarwärme (+3,8%). Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch 2016 betrug 9,1% (Energieholz: 4,6%, Umgebungswärme: 1,9%, Fernwärme: 2,3%, Solarwärme: 0,3%). Die direkte Nutzung von Biogas blieb konstant. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich ein Anstieg des Biogasverbrauchs um 5,8%. Am gesamten Gasverbrauch machte das eingespeiste Biogas 2016 0,9% aus. Der Verbrauch der biogenen Treibstoffe nahm gegenüber dem Vorjahr wiederum deutlich zu (+72,0%) und hat sich somit innerhalb der letzten drei Jahre insgesamt versiebenfacht. Der Anteil der biogenen Treibstoffe am gesamten Absatz von Benzin und Diesel lag 2016 bei 1,6% (2015: 0,9%). Neben der Befreiung der biogenen Treibstoffe von der Mineralölsteuer wirkt sich auch deren Anrechnung als CO2-Kompensationsmassnahme verbrauchssteigernd aus.

Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2016 ist ab der zweiten Hälfte Juli auf Internet verfügbar und Anfang August 2017 in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick (siehe Anhang).
Quelle: Bundesamt für Energie
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Mittwoch, 21. Juni 2017

Sonnenwende: Solarmedia-Tag

Hier folgt kein Aufruf zum allseits heiss diskutierten Crowdfunding - vielmehr gibt’s zum astronomischen Sommeranfang oder dem längsten Sonnentag eine simple Sponsoring-Aktion: Es müssen nicht unbedingt neue 20er oder 50er Noten sein (siehe Bild), ein alter Hunderter tuts auch:-) Einzuzahlen für: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - vielen Dank! 

Der Blog Solarmedia steht im neunten Jahr seit der Lancierung 2009. Anfangs sogar in Fachkreisen leicht säuerlich belächelt (weil der Autor schon damals an die kraftvolle Macht  der solaren Stromerzeugung und nicht nur von Solarwärme glaubte), wurde das damalige Bekenntnis nur in einer Hinsicht widerlegt: es war noch zu vorsichtig. Damals wie heute gilt aber auch – Solarmedia kann als Blog nur weitermachen, wenn ein gewisses Mass an finanzieller Unterstützung gewährleistet ist (s.u.). 

Jederman, jedefrau kann sich noch heute von den damaligen Infos ein Bild machen, denn der Solarmedia lässt sich bis zu  den Anfängen zurück verfolgen, dem Internet sei Dank (siehe Auflistung nach Jahren in der linken Spalte des Blogs). Und so konnte man im vergangenen Jahrzehnt in der allerersten Meldung vom 13.4.2009 etwa lesen: «Im vergangenen Jahr 2008 wurde ein Anstieg des Solarmarktes von 117 Prozent auf eine Gesamtleistung von rund 15 Gigawatt peak (GWp) verbucht (heute über 300!)» Siehe: http://solarmedia.blogspot.ch/2009/04/13.html
 
Einen Tag später präsentierte sich Solarmedia damals als Social Business: «Es genügt ein kurzer Überblick zur Geschichte der Solarwirtschaft darzutun, dass das Wirtschaften mit der Sonne vorderhand zumindest noch kein einträgliches Geschäft darstellt. Die Landwirtschaft ist ohne die Sonnenenergie zwar nicht denkbar, dort ist sie aber ein klassisches öffentliches Gut, das jeder genäss den klimabedingten Gegebenheiten nutzen kann. Auch als Wärme- resp. Energiespender zur Erwärmung erfüllt die Sonne ihren Zweck seit Menschengedenken. Noch nicht zum Zuge kommt sie allerdings als Elektrizitäts- respektive Stromquelle. Obwohl die technischen Gegebenheiten gegeben wären und der Effekt der photovoltaischen Umwandlung von Licht in Strom bereits durch Albert Einstein entdeckt wurde (wofür er auch den Nobelpreis erhielt). Solarmedia setzt sich nun zum Ziel, die Sonnennutzung in diesem Sinne medial zu begleiten und zu fördern.» Siehe: http://solarmedia.blogspot.ch/2009/04/solarmedia-als-social-business.html 

Damit war umschrieben, was heute noch gilt –  Solarmedia war und ist auf die Unterstützung der LeserInnen angewiesen ist. Leisten Sie Ihren Beitrag (ab 20 CHF als LeserIn, ab 200 CHF als Sponsorin mit Eintrag auf > Sponsorenseite). Hier nochmals die Kontoinformationen: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - Danke! 

Als Dank sei auch auf die neu ergänzte Fotosammlung von Solaraufnahmen aufmerksam gemacht, die Solarmedia weiterhin unter dem Titel «Top Solar Fotos» betreibt - http://solarmedia.blogspot.ch/p/solar-fotos.html. Die Aufnahmen können unter Einhaltung gewisser Regeln (günstige Tarife) weiter verwendet werden.

Samstag, 17. Juni 2017

Who is who Umweltwirtschaft

Der Branchenführer Umweltwirtschaft 2017 leistet Pionierarbeit. Er bietet erstmals einen Überblick über die Akteure der Umwelt- und Cleantechbranche in der Schweiz. Die Publikation ist ein wertvoller Beitrag zu Vernetzung und Austausch einer Branche im Aufwind.  

Die eidgenössische Abstimmung zum Energiegesetz hat gezeigt, in welche Richtung der Wind weht. Der Wertewandel hin zur Nachhaltigkeit geht jedoch weit über Politik und Gesellschaft hinaus. Die Erkenntnis, dass nur langfristig ökonomisch erfolgreich sein kann, wer das Prinzip der Nachhaltigkeit lebt, setzt sich zunehmend quer durch alle Wirtschaftsbranchen durch - ob im stetig wachsenden Biomarkt, der Solarbranche oder im nachhaltigen Anlagemarkt. Doch welche Güter und Dienstleistungen dienen überhaupt dem Umwelt- und Klimaschutz? Wie können diese Gütergruppen erfasst und kategorisiert werden? Welche Organisationen, Branchenverbände und Vereine stehen dahinter?

Diese Fragen beantwortet die OdA Umwelt im „Who is Who“ der Umwelt- und Cleantechbranche: dem Branchenführer Umweltwirtschaft 2017. Auf mehr als 90 Seiten treffen Akteure der Recycling- und Abfallwirtschaft auf Organisationen der Wasserwirtschaft, Naturmuseen auf nachhaltige Planungsbüros. Ein Kapitel widmet sich der Erneuerbaren Energiewirtschaft, während ein anderes sich mit Umwelt- und Naturschutzbehörden befasst. Die Vielfalt an Organisationen, die sich im Feld der Ressourcen- und Energieeffizienz positioniert haben, ist beindruckend. Da es sich bei der Umweltwirtschaft um eine Querschnittsbranche handelt, ist deren Vernetzung und Beschreibung umso anspruchsvoller. Der Branchenführer Umweltwirtschaft 2017 ist deshalb eine wichtige Orientierungshilfe für alle Wirtschaftsbranchen und Fachleute innerhalb der Branchen und entlang der Wertschöpfungsketten. Der Branchenführer soll den Austausch zwischen den Akteuren beleben, die den Wandel der Zeit erkannt haben. Individuen soll er eine Möglichkeit bieten, sich an nachhaltigen Trends und Entwicklungen zu beteiligen – in welcher Form auch immer.

Der Branchenführer Umweltwirtschaft wird 2017 erstmals publiziert. In den nächsten Jahren soll er kontinuierlich weiterentwickelt werden. Weitere Wirtschaftsbranchen werden sich dem Trend der Ressourceneffizienz und der Klimaverträglichkeit anschliessen und neu gegründete Akteure in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten.

Auf umweltprofis.ch liegt der Branchenführer als PDF zum Download (2.8 MB) vor:
http://www.umweltprofis.ch/media/medialibrary/2017/05/Branchenfuhrer_der...

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Mittwoch, 14. Juni 2017

Renomierter Preis für Jenni

Josef Jenni von der Jenni AG in Oberburg bei Burgdorf - dem Solarspeicherpionier reichte es zum Hauptpreis 2 der Auszeichnung Georg Salvamoser Preis, die seit 2011 zum vierten Mal vergeben wurde. 
Bekannt wurde Jenni unter anderem mit diesen
voll solar versorgten Mehrfamilienhäusern
in Oberburg, wo auch die Jenni AG beheimatet ist.
Mit dem Bau des ersten 100 % solarbeheizten Mehrfamilienhauses setzt Jenni Energietechnik neue Massstäbe in der ganzjährigen Nutzung von solarer Wärme, steht in der Begründung, die auf der Website des Preises zu lesen steht. Seit über 40 Jahren verfolgt Josef Jenni konsequent seine Vision der solaren Vollversorgung im Wohnbereich. Das hat die Jury des Georg Salavmoser-Preises überzeugt.Josef Jenni ist ein Solarpionier der ersten Stunde. Als in Kaiseraugst bei Basel im Jahr 1975 ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte, kämpfte er bereits dagegen, übernachtete auf dem besetzten Bauplatz. Mit Erfolg: Das Kraftwerk wurde nie gebaut. 
Auch beruflich wollte Jenni anschließend gegen die Atomkraft kämpfen. Dabei setzte er auf die Solarthermie, was konsequent war, weil die Photovoltaik noch nicht marktreif war. Zudem wurde in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt das Brauchwasser zumeist mit Strom erwärmt, weshalb jeder Kollektor den Stromverbrauch im Land reduzierte – und so der Atomwirtschaft ihre Argumente für einen Reaktorbau nahm. Im Frühjahr 1976 gründete Jenni in Oberburg im Kanton Bern sein Unternehmen. Anfangs stand noch die Steuerungstechnik für Solaranlagen im Vordergrund, bald installierte er Kollektoren. Dabei wollte er sich aber nicht auf die solare Warmwasserbereitung beschränken, er propagierte vielmehr auch die solare Heizungsunterstützung. 
Also installierte er bald große Wasserspeicher mit mehreren 1000 Litern Inhalt. Die Speicher wurden im Laufe der Jahre immer größer. Um zu zeigen, dass auch ein energieautarkes Haus möglich ist, baute er 1989 ein solches mit einem 118.000 Liter fassenden Wärmetank. Heute hat das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern bereits mehr als 20.000 Exemplare des „Swiss Solartank“ ausgeliefert. Der größte fasst gut 200 Kubikmeter für ein Mehrfamilienhaus in der Nähe der Fabrik. So haben die Tanks schon manche Kilowattstunde Strom und manchen Liter Öl eingespart. 

Quelle:georg-salvenmoser-preis.de

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Dienstag, 13. Juni 2017

D: Solar und Atom gleichauf

Deutschland meldet für den Monat Mai einen Rekord beim erzeugten Solarstrom. Derweil zieht auch die Nachfrage nach Solarstromanlagen wieder an. Die Investition in Photovoltaik (PV) und Batteriespeicher ist nach Preisrückgängen inzwischen wieder attraktiv, wie der Bundesverband Solarwirtschaft schreibt.

Im Mai haben die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen die Rekordmenge von rund 5,57 Terawattstunden Strom produziert. Dies entspricht einem Anteil von 12,3 Prozent an der Erzeugung von Nettostrom. Damit lagen sie mit den Kernkraftwerken (5,65 Terrawattstunden und 12,5 Prozent der Nettoerzeugung) quasi gleichauf. Dies geht aus Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hervor. Die Nachfrage nach Solarstromanlagen und Batteriespeichern zog in Deutschland nach Auskunft des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) in den letzten Monaten spürbar an, was maßgeblich auf gesunkene Preise zurückzuführen ist. 

„Solarenergie ist preiswert geworden und entwickelt sich zu einer wichtigen Säule der Energieversorgung. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für den Einstieg in die eigene Solarenergieversorgung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Ein Großteil der Solarenergie-Potenziale im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor liege jedoch noch brach und müsse jetzt konsequent gehoben werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen, so Körnig. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern am Fraunhofer IWES kann die installierte Solarstromleistung in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf über 300 Gigawatt ausgebaut werden. Derzeit liegt sie bei rund 42 Gigawatt. 

Nach aktuellen Meldedaten der Bundesnetzagentur war der Photovoltaik-Zubau in den ersten vier Monaten dieses Jahres mit rund 480 Megawatt rund 64 Prozent größer als im Vorjahreszeitraum. Beflügelt wird die wachsende Nachfrage durch die seit Herbst 2016 erneut gesunkenen Systemkosten. „Solarstrom vom Eigenheim- oder Gewerbedach gibt’s inzwischen meist bereits für die Hälfte der Preise regionaler Versorgertarife“, so Körnig. „Im Kraftwerksmaßstab kann Solarstrom in Deutschland bereits für rund 6 Cent je Kilowattstunde erzeugt werden. Das Preis-Leistungsverhältnis der Solarenergie liegt damit auf Augenhöhe mit neuen konventionellen Kraftwerken.“ 

Mit Hilfe eines Solarstromspeichers lassen sich große Anteile des selbst erzeugten Stroms auch selbst verbrauchen. Bereits jeder zweite Eigenheimbesitzer, der sich eine neue Solarstromanlage installiert, kombiniert diese inzwischen mit einem Heimspeicher. Die durchschnittlichen Preise für stationäre Batteriespeicher sanken in den letzten vier Jahren um 40 Prozent. Die Preise gewerblicher Batteriespeicher haben sich in diesem Zeitraum sogar halbiert. Das geht aus einem Preisindex hervor, den der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. 2013 mit Unterstützung der Messe Intersolar/EES Europe aufgebaut hat. 

Vom 17. bis 25. Juni können sich tausende Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der diesjährigen Woche der Sonne deutschlandweit bei lokalen Veranstaltungen über Erneuerbare Energien informieren. Mit Tagen der offenen Tür, Anlagenbesichtigungen, Informationsveranstaltungen, Vorführungen oder Sommerfesten werben Handwerksbetriebe, Unternehmen und regionale Initiativen für den Einsatz von Solarenergie, Holzpellets, Wärmepumpe und Speichern im eigenen Zuhause. Die Teilnahme an der Woche der Sonne ist kostenlos. Die in Eigenregie durchgeführten Veranstaltungen können in den zentralen Veranstaltungskalender auf www.woche-der-sonne.de eingetragen werden. Alles Wichtige rund um die Woche der Sonne findet man ebenfalls auf www.woche-der-sonne.de.

Montag, 12. Juni 2017

Beiträge fürs Stromsparen

2017 werden zum achten Mal Wettbewerbliche Ausschreibungen zum Stromsparen im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten durchgeführt. Die Resultate für die erste Ausschreibung 2017 für Projekte liegen vor: 20 Projekte erhalten insgesamt 3.8 Millionen Franken an Förderbeiträgen, um möglichst kostengünstig und nachhaltig Strom zu sparen. Die 2. Ausschreibung 2017 für Projekte startet heute am 12. Juni 2017. 

 

Für die erste Wettbewerbliche Ausschreibung für Projekte 2017 sind bei der Geschäftsstelle ProKilowatt insgesamt 36 Projektangebote eingegangen. Die Auswahl der eingereichten Vorschläge erfolgte in einem Auktionsverfahren: Den Zuschlag erhielten diejenigen Projekte mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis, das heisst mit der billigsten eingesparten Kilowattstunde.


Das Kosten-Nutzen-Verhältnis (Förderbeitrag pro eingesparte Kilowattstunde) der geförderten Projekte liegt zwischen 1.6 und 3.7 Rappen pro Kilowattstunde (Durchschnitt 2.6 Rp./kWh, Vorjahr 3.3 Rp./kWh). Das thematische Spektrum reicht von der Erneuerung und Optimierung von Prozess- und Kälteanlagen, Druckluft und Beleuchtung bis zu Effizienzsteigerungen von elektrischen Antrieben. Die bewilligte Fördersumme der ersten Runde beträgt 3.8 Mio. CHF.

Seit heute 12. Juni 2017 können Projekte für die zweite Projektrunde 2017 eingereicht werden. Eingabetermin ist der 10. August 2017. Für die Abwicklung ist die Firma CimArk SA in Sion im Auftrag des Bundesamts für Energie verantwortlich. Mit dem Instrument der Wettbewerblichen Ausschreibungen unterstützt der Bund Projekte und Programme zur Förderung der Effizienz im Strombereich, die möglichst kostengünstig zum sparsameren Stromverbrauch im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten beitragen. Die Wettbewerblichen Ausschreibungen werden über einen Zuschlag auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze finanziert. Für die Ausschreibungen für Projekte und Programme stehen 2017 insgesamt 45 Millionen Franken zur Verfügung.

Quelle: Bundesamt für Energie BFE

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