Freitag, 27. Oktober 2017

Versorgung sicher gestellt

Die Schweiz werde bis 2035 ausreichend Strom zur Verfügung haben – sofern die Integration in den europäischen Strommarkt gelingt, die Energieeffizienz gesteigert wird und der Anteil an erneuerbaren Energien wächst. So lautet das Fazit einer Studie, welche Bundespräsidentin Doris Leuthard und Benoît Revaz, der Direktor des Bundesamts für Energie, am diesjährigen Infrastrukturtag des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vorgestellt haben. 

Ausgangspunkt der Tagung unter dem Titel „Strommarktdesign – die Herausforderungen“ war die Frage nach der langfristigen Sicherstellung der Stromversorgung mit den Voraussetzungen des heutigen Marktumfeldes. Die Stromversorgung der Schweiz müsse sicher sowie wirtschaftlich und umweltverträglich sein, sagte Bundespräsidentin Leuthard. Dabei sei der gegenwärtig tiefe CO2-Anteil am Schweizer Energiemix zu wahren, was einen Ausbau der erneuerbaren Energiequellen erfordere. Gestärkt werde die Versorgungssicherheit durch eine gute Vernetzung mit den Nachbarländern: „Es ist in unserem Interesse, beim Stromhandel grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. 

Wird die Zusammenarbeit innerhalb der EU institutionalisiert, könnte die Schweiz den Anschluss verlieren“, warnte die UVEK-Vorsteherin. Der Strommarkt der Zukunft muss überdies neue dezentrale Produktionen integrieren, Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, neue Akteure, Tarife und Zahlungssysteme möglich machen und der Innovation genug Raum verschaffen. Dafür brauche es etwa einen funktionierenden europäischen Emissionsmarkt, einen Abbau von Markthemmnissen, Speicherlösungen und einen Ausbau des Übertragungsnetzes, führte die Bundespräsidentin aus.

EU interessiert an Abschluss des Stromabkommens: Die europäische Perspektive brachte Oliver Koch ein, der stellvertretende Referatsleiter im Generaldirektorat Energie der EU-Kommission. Die Reformen und Umbrüche auf dem EU-Strommarkt – insbesondere die Umstellung auf erneuerbare Energien – seien im nationalen Alleingang kaum in bezahlbarer Weise zu bewältigen. Die enge Zusammenarbeit im europäischen Netzverbund könne sicherstellen, dass Strom jederzeit überall verfügbar sei – auch wenn im eigenen Land einmal nicht die Sonne scheine und kein Wind wehe, führte Koch aus. Mit der Umstellung auf erneuerbare Energien würden auch die Vorteile einer engeren Kooperation zwischen der EU und der Schweiz im Strombereich immer deutlicher. So können Stromimporte aus der EU dazu beitragen, die Umstellung auf erneuerbare Energien ohne Versorgungsengpässe zu bewältigen. Die EU profitiere ihrerseits von dem gut ausgebauten Schweizer Stromnetz und den zahlreichen Wasserkraftwerken, die bei ausbleibendem Wind oder Sonnenschein als Puffer dienen können. Erschwert werde die gemeinsame Nutzung des Verbundnetzes allerdings durch das Fehlen eines Stromabkommens. Da die Vorteile eines Abkommens aber Jahr für Jahr greifbarer würden, zeigte sich Koch zuversichtlich, dass es gelingen könne, ein solches Abkommen „zeitnah“ abzuschliessen.  

Für Benoît Revaz, den Direktor des Bundesamts für Energie, ist die heute publizierte Studie zur „System Adequacy“ eine wichtige Grundlage zur Beurteilung der Stromversorgungssicherheit. Die Studie zeige anhand mehrerer Entwicklungsszenarien, dass die Versorgungssicherheit bis 2035 gewährleistet ist. Dies gelte auch für den Fall, dass in der Schweiz und den umliegenden Ländern eine rasche Transformation in Richtung erneuerbare Energien erfolge. Die Schweiz habe auf absehbare Zeit kein Leistungsproblem, so dass ein Kapazitätsmechanismus weder sinnvoll noch notwendig sei. Die langfristige Versorgungssicherheit könne marktorientiert und im Verbund mit unseren Nachbarstaaten sichergestellt werden. Gemäss Revaz müsse das Ziel des neuen Marktdesigns die Stärkung des Marktes und die Integration in die umliegenden Märkte sein. Zur Stärkung der Marktsignale und der Effizienz sei die volle Marköffnung ein wichtiges Element. Um die Energieverfügbarkeit auch in extremen Situationen zu gewährleisten, sei zudem eine strategische Reserve als zusätzliches Sicherheitselement zu einem starken „Energy Only“-Markt zu prüfen.

Energieeffizienz auch in Zukunft zentral: Martin Patel, Professor für Energieeffizienz an der Universität Genf, referierte über die bereits in mehreren Ländern eingeführten Energieeffizienzverpflichtungen (EEO, „Energy Efficiency Obligations“). Es kann als ein System beschrieben werden, das eine Steuer mit Subventionen kombiniert: Die Energieversorger sind berechtigt, den Energiepreis ihrer Kunden um einen Aufschlag zu erhöhen, mit dem sie Energieeffizienzmassnahmen durchführen. Eine mit EEO operierende Energiepolitik könnte auch für die Schweiz von Interesse sein, sagte Patel – werde damit doch die stabile Finanzierung der Energieeffizienz in einem freien Markt abgesichert. EEO könnten sich eignen als eines der Instrumente, die den schrittweisen Übergang von einem Subventions- zu einem Anreizsystem ermöglichen.
Auf dem Podium diskutierten Yves Zumwald, CEO von Swissgrid, Thomas Sieber, Verwaltungsratspräsident der Axpo Holding AG, Regierungsrat Mario Cavigelli (GR), Präsident der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren, Michael Wider, Präsident des Verbandes schweizerischer Elektrizitätsunternehmen sowie Renato Tami, Geschäftsführer der Eidgenössischen Elektrizitätskommission.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Überzeugende Aktienrenditen

Die Vorgängersite von Solarmedia hat anfangs Jahr einen Anlagevorschlag siehe > präsentiert, basierend auf der Nachhaltigkeits-Analyse des Autors. Nun zeigt sich nach neun Monaten ein überzeugendes Resultat mit einer Rendite von über 20 Prozent. Allerdings dürfte es kaum so weitergehen.

So war ein vorgeschlagenes Portfeuille zu Jahresbeginn zusammengesetzt (zehn einzelne Aktien, die von Unternehmen mit einer besonders nachhaltigen Wirtschaftsweise stammen):


Die Analyse bezog mehrere Indikatoren ein und gewichtete sie unterschiedlich (in Tabelle: Wert Total) - wie folgt: Die Punktzahl der einzelnen Aktienbewertung ergibt sich aus einer gewichteten Berücksichtigung folgender Elemente (je von -3 bis +3 Punkte, maximal 24 - Börsenkurse stammen vom 23.1.2017):
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis = KGV  
  • Kennzahl aus Gewinnwachstum / KGV
  • Differenz zu Jahres-Höchstkurs sowie zu -Tiefstkurs
  • Börsenkapitalisierung des jeweiligen Titels
  • Einschätzung Nachhaltigkeit AVB
Am 26.10.17 ergab sich renditemässig folgendes Bild:

Vergrössern mit Klick auf Tabelle !
  
Zwei Titel mussten massive Abschläge verkraften - insbesondere der deutsche Windkraftanlagenbauer Nordex verlor trotz eines an sich guten Geschäftsgangs massiv an Wert. Alle anderen Aktien entwickelten sich aber positiv, einzelne wie die Schweizer Online-Bank Swissquote über alle Erwartungen - gesamthaft ergab sich eine Rendite von 21.66 Prozent. Besser abgeschnitten noch hat, das sei zugestanden, der Index der mittelgrossen Schweizer Unternehmen: der SMIM legte im Beobachtungszeitraum um gut 24 Prozentpunkte zu. Mit einem ETF auf diesen Index fährt man also zweifellos auch recht gut - zumal sich unter den vertretenen Aktien einige befinden, die einer Nachhaltigkeitsprüfung standhalten (wie etwa Swatch, Sonova, Helvetia, Temenos).  

Keinesfalls darf man aufgrund der Entwicklung der letzten Monate auf die nähere Zukunft schliessen. Dennoch dürften alle Firmen als nachhaltig gut aufgestellte Unternehmen auch für die Zukunft ein Investment wert sein - allerdings immer eingeordnet in eine umfassende Anlagestrategie. Dazu gehört insbesondere ein diversifiziertes Engagement, das negative Einzelereignisse, wie auch hier eingetreten, auszugleichen vermag. Für das kommende Jahr wird Solarmedia wiederum einen Anlagevorschlag präsentieren aufgrund einer erneuerten Analyse. 

Für weitere Auskünfte und allfällige Einordnungen in ein persönliches Portfolio (die individuelle Finanz-Situation bestimmt stets die konkrete Investitonstätigkeit) stehe ich gern zur Verfügung - siehe Angaben rechts unter «Rat zu Anlage und Vorsorge».

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Zubau schlägt alle Rekorde

Im Jahr 2017 wird der weltweite Photovoltaik-Zubau bei über 95 Gigawatt liegen. Das prognostiziert Bernreuter Research laut einem Bericht von pv-magazine.de. Dieser hält weiter fest:

Über 95 Gigawatt Photovoltaik-Zubau prognostiziert Bernreuther Research für das Jahr 2017 – nach 74 Gigawatt im Jahr 2016. Das starke Photovoltaik-Wachstum werde hauptsächlich vom massiven Installationsboom in China angetrieben, den kein Analyst zu Beginn des Jahres vorausgesehen habe. China hat Bernreuther Research zufolge in den ersten drei Quartalen bereits 42 Giagwatt Photovoltaik ans Netz angeschlossen. Das Marktforschungsinstitut geht davon aus, dass China 2017 die 50-Gigawatt-Grenze überschreitet. Indien spürt demnach bereits einen negativen Effekt der galoppierenden chinesischen Nachfrage, da hohe Modulpreise und stornierte Modul-Lieferungen aus China neben anderen Faktoren den Photovoltaik-Zubau in Indien seit der Jahresmitte gebremst hätten. Dennoch werde Indien beim Photovoltaik-Zubau mit neun Gigawatt zur Nummer drei hinter den USA mit 12,5 Gigawatt aufsteigen. In Japan erwartet Bernreuther Research sechs Gigawatt neu installierte Photovoltaik-Leistung im Jahr 2017.

Der Marktforschungsfirma zufolge würde das Polysilizium-Angebot sogar einen Zubau von 100 Gigawatt erlauben. Allerdings müssten dafür Lagerbestände des Rohstoffs reduziert werden. Bernreuter Research erwartet für 2017 einen globalen Polysilizium-Ausstoß von 460.000 bis 465.000 Tonnen, darin eingeschlossen sind 30.000 Tonnen sogenanntes Electronic-Grade-Material für die Halbleiterindustrie. Johannes Bernreuther geht davon aus, dass der Polysilizium-Spotpreis von gegenwärtig rund 16,60 US-Dollar pro Kilogramm bis zum Jahresende auf 14 bis 15 US-Dollar pro Kilogramm fallen wird, wenn Kapazitäten, die derzeit gewartet würden, wieder in Betrieb gegangen seien. Falls allerdings China im November höhere Zölle auf Polysilizium-Importe aus Südkorea erhebe, würde der Spotpreis wieder nach oben gehen.

Bernreuther Research schätzt unter Berücksichtigung des Zeitversatzes bei Produktion und Lieferung sowie der Lagerbestände in der Wertschöpfungskette, dass die Photovoltaik-Produktion 2017 bei 100 Gigawatt kristallinen Solarzellen und fünf Gigawatt Dünnschichtmodulen liegt. Der Zubau liege nur bei 95 bis 97 Gigawatt, da mehrere Gigawatt an Solarmodul-Lieferungen in die USA für Installationen im nächsten Jahr gehortet würden, um drohende Zölle auf Zell- und Modulimporte zu vermeiden.

Quelle:  pv-magazine.de  

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Freitag, 20. Oktober 2017

Solarpreisträger im Bild

Am Donnerstag hat Solarmedia die Liste der Gewinner des diesjährigen Solarpreises in der Schweiz publiziert (siehe Solarmedia vom 19.10.17), hier folgen nun Bilder einzelner Preisträger resp. gekrönter Projekte - eine vollständige Vorstellung mit Bildern findet sich > hier.

Seit seiner Gründung im Jahr 2010 fördert der Sahay Solar Verein Schweiz die Photovoltaiktechnik in Äthiopien. Der gemeinnützige Verein unterstützt die Ausbildung von Lehrpersonen undStudierenden und sorgt für die Installation von Solaranlagen für Schulen und Krankenstationen. Dabei arbeitet er mit der Technischen Universität von Arba Minch (AMU) in Äthiopien, der TessinerFachhochschule (SUPSI) und der Hochschule Luzern (HSLU) zusammen. Bisher konnten u.a. 15 Krankenstationen für ein Einzugsgebiet von 350’000 Einwohner/innen mit Solarstorm ausgestattet und das englischsprachige Lehrmittel «Advanced Solar-Training» erarbeitet werden.

Dieses Einfamilienhaus (EFH) in Tamins/GR besticht durch eine perfekt integrierte, gegen Süden gerrichtete PV-Anlage. Die geschuppten Dachflächen mit monokristallinen Solarzellen sind farblich homogen gestaltet und vorbildlich first-, seiten- und traufbündig integriert. Dadurch fügt sich das PlusEnergie-EFH ideal in das bestehende Ortsbild von Tamins ein. Die 17 kW starke PV-Anlage erzeugt jährlich 22’800 kWh/a und deckt den Gesamtenergiebedarf des PlusEnergie-EFH zu 144%. Das Gebäude weist einen Solarstromüberschuss von 6’920 kWh/a auf. Damit können fünf Elektroautos jährlich 12’000 km CO2-frei fahren.

Das neue Schulhaus in Malters wurde im Oktober 2016 in Betrieb genommen. Der Gesamtenergiebedarf des Gebäudes liegt bei 122’400 kWh/a. Für Warmwasser und Beheizung sorgt eine solarbetriebene Wärmepumpe. Auf dem Dach der Schulanlage wurde eine sorgfältig gestaltete PV-Anlage installiert. Die Details von Lukarnen, Abschlüssen und der Grat des flachgeneigten Daches sprechen für sich. Die dachintegrierte 135 kW starke PV-Anlage erzeugt rund 132’700 kWh/a. Daraus resultiert eine Eigenenergieversorgung von 108%. Gerade Schulhausbauten haben eine vielschichtige Vorbildfunktion. Sie veranschaulichen den Kindern, wie eine saubere und nachhaltige Energiezukunft aussehen wird. 

Das Dreifamilienhaus der Familie Kyburz-Graber in Zell/ZH wurde nach der Typologie eines Flarzhauses entworfen und fügt sich sehr gut in die denkmalgeschützte Dorfkernzone ein. Dank seiner energieeffizienten Bauweise nach Minergie-P-Standard und einer Erdsonden-Wärme-pumpe konsumiert der Ersatzneubau nur rund 15’300 kWh/a. Die 25 kW starke PV-Anlage auf der Südseite des Daches ist vorbildlich integriert und erzeugt 26’300 kWh/a. Damit produziert der PlusEnergieBau 72% mehr Energie, als er im Jahresdurchschnitt gesamthaft benötigt. Mit dem Solarstromüberschuss könnten die Bewohner mit acht Elektroautos jeweils rund 12’000 km CO2-frei fahren. 

Seit Ende Februar 2017 ist die vorbildlich integrierte PV-Anlage der Fussballarena im Schaffhauser Herblingertal in Betrieb. Die in den LIPO Park Schaffhausen integrierte 1.4 MW starke Photovoltaikanlage ist in der Schweiz und europaweit die grösste PlusEnergieBau-Anlage eines Fussballstadions. Sie erzeugt jährlich 1’290’000 kWh und deckt 150% des Gesamtenergiebedarfs von 860’500 kWh/a des Stadions inklusive Einkaufs- und Gewerbezentrum mit einer Energiebezugsfläche von 13’157 m2. Die multifunktionale PV-Anlage besticht im Innern durch eine elegante transluzide PV-Fläche. So sorgt sie für Tageslicht und Schutz der Fussballfreunde vor der Witterung. Mit dem Solarstromüberschuss von 429’500 kWh/a können über 300 Elektrofahrzeuge je 12’000 km CO2-frei fahren.

Text und Bilder: www.solaragentur.ch

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Donnerstag, 19. Oktober 2017

Solarpreise 2017 vergeben

Am heutigen Donnerstag wurden in der Palexpo Genf die Schweizer Solarpreise und die Norman Foster Solar Awards vergeben. Die e. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, der Genfer Stadtpräsident Rémy Pagani und Regierungsrat Luc Barthassat sowie weitere prominente Persönlichkeiten aus der Schweizer und der europäischen Politik und Wirtschaft gratulierten den diesjährigen Preisträger/innen.   

17 Schweizer Solarpreise für Persönlichkeiten, Institutionen, Neubauten, Sanierungen und Solaranlagen sowie der HEV-Schweiz-Sondersolarpreis 2017 werden in Ihren Regionen vergeben. Hinzu kommt 1 Norman Foster Solar Award (NFSA), 3 Solarpreise für PlusEnergieBauten (PEB) und 16 PEB-Diplome, die alle für Inlandwertschöpfung in Ihrer Region sorgen. Sie sind Schlüssel für eine ökonomische Energiewende. Unter den Gewinnern 2017 sind fünf Welt-Solar-Rekorde:

  • das PEB-Einfamilienhaus Keller in Gerzensee/BE mit der weltweit höchsten Eigenenergieversorgung von 687%
  • die weltweit grösste mit CO2-freiem PEB-Solarstrom betriebene E-Mobilitätsflotte von CKW & Galliker Transport in Altishofen/LU
  • die stärkste und eleganteste solare Powerfassade F. Hoffmann-La Roche in Kaiseraugst/AG
  • das weltweit grösste PEB-Fussballstadion in Schaffhausen/SH und
  • die weltweit grösste, stadionintegrierte PV-Anlage auf einer Fussball- und Hockey-Arena in Biel/BE!

KATEGORIE A: PERSÖNLICHKEITEN UND INSTITUTIONEN

Persönlichkeiten
01 Beat Gerber, Zentralsekretär SSES, 1595 Faoug/VD
02 Anne Kreutzmann, Chefredaktorin PHOTON, Berlin/D
03 Ruedi Lehmann, Solarpionier, 3997 Bellwald/VS
04 Eva und Stephan Leutenegger, 8700 Küsnacht/ZH

Institutionen
05 SI-REN SA – Les énergies renouvelables de Lausanne, 1003 Lausanne/VD
06 SIG (Services Industriels de Genève), 1211 Genf/GE
07 Solare Eissport- und Fussballarena Tissot, 2500 Biel/BE (Welt-Solar-Rekord)
08 Sahay Solar Verein Schweiz, 4054 Basel/BS

KATEGORIE B: GEBÄUDE

Norman Foster Solar Award (NFSA)
09 144%-PEB-EFH Schneller/Bader, 7015 Tamins/GR

NFSA-Diplom
10 108%-PEB-Schulanlage Bündtmättli, 6102 Malters/LU

PlusEnergieBau-Solarpreis
11 172%-PEB-Dreifamilienhaus Kyburz, 8487 Zell/ZH
12 166%-PEB Galliker Transport, 6246 Altishofen/LU (Welt-Solar-Rekord)
13 156%-PEB Caotec – Haustechnik, 7743 Brusio/GR

HEV Schweiz-Sondersolarpreis
14 125%-PEB-Sanierung EFH Luder, 3661 Uetendorf/BE

PlusEnergieBau-Diplome
15 687%-PEB-EFH Keller, 3115 Gerzensee/BE (Welt-Solar-Rekord)
16 237%-PEB-MFH Schefer, 8843 Oberiberg/SZ
17 213%-PEB-Sanierung EFH HaRihs, 3400 Burgdorf/BE
18 208%-PEB-EFH und -Büro Güller, 5436 Würenlos/AG
19 190%-PEB-EFH Zaugg, 3600 Thun/BE
20 176%-PEB-EFH Pfister/Schafroth, 3084 Wabern/BE
21 174%-PEB-Sanierung EFH Gasser, 8155 Niederhasli/ZH
22 156%-PEB-EFH Kaufmann, 3610 Steffisburg/BE
23 150%-PEB-Sanierung MFH Caviezel, 9500 Wil/SG
24 135%-PEB-Supermarkt Migros, 8580 Amriswil/TG
25 124%-PEB-MFH Ebneter, 9050 Appenzell/AI
26 112%-PEB-Sanierung MFH Hächler, 7000 Chur/GR
27 106%-PEB-EFH Dürig, 3127 Lohnstorf/BE

Neubauten
28 156%-PEB Haustechnik Eugster, 9320 Arbon/TG
29 150%-PEB-Fussballstadion, 8207 Schaffhausen/SH (Welt-Solar-Rekord)
30 Solares Hochhaus Grosspeter Tower, 4052 Basel/BS
31 Collège solaire «Le Suchet», Diplom, 1854 Leysin/VD
32 Pilotprojekt EW Jona-Rapperswil AG, Diplom, 8645 Jona/SG

Bausanierungen
33 233%-PEB-Büro Christen, 3613 Steffisburg/BE
34 98%-MFH-Sanierung, 8057 Zürich/ZH
35 Solare MFH-Sanierung Dubois, 8051 Zürich/ZH
36 Solare Abtei St. Otmarsberg, Diplom, 8730 Uznach/SG

KATEGORIE C: ANLAGEN FÜR ERNEUERBARE ENERGIEN

37 Solares Parkhaus, F. Hoffmann-La Roche AG, 4303 Kaiseraugst/AG (Welt-Solar-Rekord)
38 Solarer Anbau, SBB Cargo, 4132 Muttenz/BL
39 Solares Berggasthaus Gamplüt, 9658 Wildhaus/SG

Montag, 16. Oktober 2017

Schweizer gewinnen Decathlon

Eine Equipe aus Westschweizer Studierenden gewinnt den «Solar Decathlon» in den USA - so die folgende Meldung der Website von Schweizer Radio und Fernsehen SRF. 

Am Wochenende massen sich im US-amerikanischen Denver Hochschulen im nachhaltigen Bauen. Zuvorderst unter den elf Finalisten mit dabei war eine Equipe aus der Westschweiz, darunter auch Studierende aus Freiburg. Ihr Projekt: Ein Quartierzentrum, das nur von Sonnenenergie betrieben wird. Das sogenannte «NeighborHub» überzeugte die Jury – sie verlieh der Equipe den ersten Preis. Er ist mit 300'000 Franken dotiert. Das Solarhaus wurde im Smart Living Lab, dem Labor für intelligentes Wohnen an der Blue Factory in Freiburg entwickelt. Beteiligt waren Studierende der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg, der Universität Freiburg, der ETH Lausanne und der Hochschule für Kunst und Design in Genf. Jean-Nicolas Aebischer, Direktor der Hochschule für Technik und Architektur, freut sich über den Wettbewerbserfolg. «Es ist ein Zeichen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen funktioniert», so Aebischer.

Quelle: SRF

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Sonntag, 15. Oktober 2017

Solaraktien weiter im Vorteil


Der PPVX stieg letzte Woche um 0,2% auf 1.085 Punkte, der NYSE Arca Oil fiel um 0,2%. Seit Jahresanfang 2017 liegt der PPVX mit +12,7% währungsbereinigt rund 27 Prozentpunkte vor dem Erdölaktienindex (-14,5%). Die Top-3-Titel seit Jahresanfang sind SolarEdge Technologies (+138%),Meyer Burger Technology AG (+109%) und Sino-American Silicon Products(+103%). Die grössten Gewinner der Woche waren Shunfeng International (+14%) und Daqo New Energy (+8%), die grössten Verlierer TerraForm Power (-9%) undShinsung E&G (-6%). Der PPVX-Börsenwert beträgt rund 24,8 Mrd. Euro. Seit Anfang 2003 liegt der PPVX (+286%) rund 144 Prozentpunkte vor dem Erdölaktien-Index (mit +142%).


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Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu - Quelle: Öko-Invest-Verlag, Wien, oeko-invest@teleweb.at 

Quelle: oeko-invest.net 

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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Speziele Partnerschaft der EKZ

SOLARWATT, Hersteller von Premium-Photovoltaikanlagen, und die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) arbeiten ab sofort zusammen. Die Kooperation des Herstellers aus Dresden und des Schweizer Energieversorgers fokussiert auf den Vertrieb und ist langfristig angelegt. „Die Schweiz ist für uns ein sehr interessanter Markt. Mit dieser Kooperation gehen wir den nächsten Schritt unserer Internationalisierung“, sagt SOLARWATT-Geschäftsführer Detlef Neuhaus gemäss einer Medienmitteilung des Unternehmens.

Im Fokus der vertrieblichen Partnerschaft mit den EKZ liegt der SOLARWATT EnergyManager (siehe Bild), der im Design speziell für die Elektrizitätswerke angepasst wurde. Der EnergyManager wird in der Schweiz zum Zweck der Eigenverbrauchsoptimierung von Solaranlagen unter dem Produktnamen einfachSolar Steuerung vermarktet und zusammen mit den EKZ weiterentwickelt. Über das einfachSolar Portal der EKZ können die Kunden jederzeit Stromerzeugung und -verbrauch einsehen. Komplettiert wird das Angebot der EKZ durch den Stromspeicher MyReserve Matrix von SOLARWATT.

„Es ist unser erklärtes Ziel, mit Energieversorgern und Stadtwerken zusammenzuarbeiten – in Deutschland wie auch im europäischen Ausland. Die EKZ gehören für uns zu den Schlüsselkunden für die Bearbeitung des Schweizer Marktes und passen damit perfekt zu unserer Strategie. Wir freuen uns auf einen fruchtbaren Austausch und eine Zusammenarbeit, von der alle Seiten profitieren – neben SOLARWATT und den EKZ vor allem auch die Schweizer Kunden und nicht zuletzt die Umwelt“, so Detlef Neuhaus.

Marcel Schürch, Leiter Solartechnik bei den EKZ ergänzt: „Wir bieten unseren Kunden komplette Systeme zur Selbstversorgung mit Solarenergie an – SOLARWATT passt mit seinen hochwertigen Produkten perfekt zu unserem Ansatz. Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit.“ Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich gehören mit rund einer Million Kunden und einem Verteilnetz von insgesamt 15.000 Kilometern zu den größten Schweizer Energieversorgungsunternehmen. Inhaber des selbständigen, öffentlich-rechtlichen Unternehmens ist zu einhundert Prozent der Kanton Zürich.

Über SOLARWATT: Die 1993 gegründete und weltweit tätige SOLARWATT GmbH mit Sitz in Dresden ist der führende deutsche Hersteller von Photovoltaiksystemen. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer bei Glas-Glas-Solarmodulen und gehört zu den größten Anbietern von Stromspeichern. Alle Produkte werden in Deutschland hergestellt und überzeugen durch Premiumqualität. Seit mehreren Jahren kooperieren BMW i, Bosch und E.ON mit dem Mittelständler, der mittlerweile international mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt. 

Montag, 9. Oktober 2017

Energiewende als Chance

Die Energiewende stellt Stadt- und Gemeindewerke vor Herausforderungen: Welche Netzstrukturen und Technologien braucht es für die künftige Energieversorgung? Wo gilt es, Organisationsformen anzupassen und neue Geschäftsfelder zu erschliessen? Damit Werke die Chancen der Energiewende nutzen können, müssen sie sich frühzeitig mit den aktuellen Entwicklungen auseinandersetzen, so die Organisation Praktischer Umweltschutz PUSCH in einer Medienmitteilung. 

Die Energieversorgung der Schweiz wird sich in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren stark verändern. Stadt- und Gemeindewerke spielen dabei eine wichtige Rolle. Der Umbau hat eben erst begonnen. Und während die Energiebranche traditionellerweise langfristig denkt und plant, gestaltet sich das aktuelle energiepolitische Umfeld sehr dynamisch. Diese Veränderungen bieten nicht nur Risiken, sondern auch Chancen, den Umbau der Energieversorgung aktiv zu gestalten.

Die grossen Stromkonzerne haben bereits die Strategie geändert und neue Geschäftsfelder erschlossen. Doch viele der kleinen bis mittelgrossen Energieversorger stehen vor der Frage, wie sie mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen sollen. Klar ist, dass die Stromzukunft anders sein wird – erneuerbarer, digitaler, dezentraler und vernetzter. Das klassische Stromgeschäft wird schrumpfen und die Stadt- und Gemeindewerke müssen sich etwas einfallen lassen, um zwischen den politisch gesetzten Zielen und dem liberalisierten Markt zu bestehen.  

Die Vorgehensweisen sind dabei sehr unterschiedlich. Die einen Werke warten ab und beobachten die technischen Entwicklungen und die Versuche der anderen, neue Geschäftsfelder zu erschliessen oder sich neu zu organisieren. Andere Werke sind von Anfang an dabei, gehen neue Partnerschaften ein, formieren sich neu oder bieten ihren Kundinnen und Kunden innovative technische Lösungen an. So hat etwa das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen eine Strom-Eigenverbrauchslösung in Form eines Standardpakets mit Solarzellen, Steuerung, Speicherung, Visualisierung und Installation für Einfamilienhäuser auf den Markt gebracht. In Zürich forscht man derweil unter Hochdruck an Batterielösungen für ganze Quartiere. Das Ziel solcher Projekte: Lokal erzeugte Energie wird gleich lokal verbraucht, was Kosten spart und das Netz entlastet.  

Auch in Fehraltorf, Winterthur und Wädenswil setzen sich die Stadt- und Gemeindewerke aktiv mit dem Wandel der Energiebranche auseinander. Während man sich in Fehraltorf in einem Querverbundunternehmen neu organisiert, , reduziert Winterthur den Wärmebedarf des Gebäudeparks. Damit macht die Stadt einen wichtigen Schritt Richtung 2000-Watt-Gesellschaft. In Wädenswil setzt man auf innovative Wärmelösungen und neue Partnerschaften, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren. 

Die aktuelle Ausgabe von «Thema Umwelt» wagt einen Blick in die Zukunft und zeigt, was mit den aktuellen Entwicklungen im Energiebereich auf die Stadt- und Gemeindewerke zukommt. Sie thematisiert die Trends der Branche und diskutiert Chancen, die sich daraus für Stadt- und Gemeindewerke ergeben können. Ausserdem stellt sie innovative Projekte aus kleineren und grösseren Städten und Gemeinden vor. 

«Thema Umwelt» 3/2017 kann für CHF 15.– plus Versandkosten unter www.pusch.ch/themaumwelt oder über 044 267 44 11, mail[at]pusch.ch bezogen werden. Das Jahresabonnement (4 Ausgaben) kostet CHF 50.–.

Freitag, 6. Oktober 2017

Jetzt glaubt's sogar die IEA

Im vergangenen Jahr ist nach dem jüngsten Bericht der Organisation die Photovoltaik weltweit am stärksten gewachsen – sie übertraf alle anderen Stromerzeugungsquellen. Bis 2022 sieht die IEA gerade die Photovoltaik, aber auch die Windkraft auf einem starken Wachstumskurs bei zunehmend wettbewerbsfähigen Preisen - wie die Solarplattform pv-magazine.de schreibt, dort heisst es u.a. weiter: 

Solarmodule, weltweit und soweit
das Auge reicht - Bild: Guntram Rehsche
Der globale Photovoltaik-Zubau hat im Jahr 2016 alle Erwartungen übertroffen. Erstmals sei die Photovoltaik stärker als alle anderen Energiequellen gewachsen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht „Renewables 2017“ der Internationalen Energieagentur (IEA). Die Photovoltaik habe sogar das Nettowachstum bei der Kohle übertroffen. Getrieben von dem starken Photovoltaik-Zuwachs hätten die Erneuerbaren insgesamt rund zwei Drittel aller neu installierten Erzeugungskapazitäten im vergangenen Jahr ausgemacht. Erneuerbaren-Anlagen mit etwa 165 Gigawatt seien ans Netz gegangen, so die IEA.

Die Organisation erwartet auch für die kommenden Jahre ein weiteres starkes Wachstum. Bis 2022 könnten die Erneuerbaren-Kapazitäten um 43 Prozent steigen. „Wir erwarten, dass die Erneuerbaren um etwa 1000 Gigawatt bis 2022 wachsen, was etwa die Hälfte der derzeit installierten globalen Kapazitäten für die Kohleverstromung entspricht, die in 80 Jahren aufgebaut wurden“, so Fatih Birol, Direktor der IEA. „Wir sind Zeuge der Geburt einer neuen Ära für die Photovoltaik. Wir erwarten, dass die Photovoltaik-Kapazitäten schneller als die aller anderen Erneuerbaren-Technologien bis 2022 wachsen werden“, so Birol weiter.

Mit dem Ausbau werde auch der Beitrag der Erneuerbaren zur Stromerzeugung um mehr als ein Drittel auf mehr als 8000 Terawattstunden bis 2022 ansteigen – dies entspreche dem summierten Gesamtverbrauch von China, Indien und Deutschland. In fünf Jahren würden die Erneuerbaren damit einen Anteil von 30 Prozent an der Stromerzeugung erreichen – sechs Prozent mehr als 2016. Damit würde die Erneuerbaren-Erzeugung doppelt so schnell, wie die von Gas und Kohle zusammen ansteigen. Dennoch bleibe die Kohle die größte Erzeugungsquelle im Jahr 2022, doch die Erzeugungen könnten die Lücke in den kommenden Jahren fast zur Hälfte schließen.

Der Zubau von Photovoltaik und Windkraft war im vergangenen Jahr auch von weiter fallenden Preisen bei den Ausschreibungen weltweit begleitet. Die Kosten seien bis auf 3,0 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Damit seien die Stromgestehungskosten für Photovoltaik und Windkraft bereits teilweise niedriger als aus neu gebauten Gas- und Kohlekraftwerken, heißt es bei der IEA weiter.

Die Organisation erwartet, dass China weiterhin das Zugpferd beim Erneuerbaren-Ausbau bleiben wird. Bis 2022 seien 360 Gigawatt an neu installierten Kapazitäten in diesem Bereich zu erwarten, was 40 Prozent des weltweiten Zubaus entspreche. Der Ausbau werde dabei vor allem durch die Luftverschmutzung im Land und die staatlichen Ziele getrieben. Dabei sei das Photovoltaik-Ausbauziel für 2020 bereits jetzt übertroffen worden. Als wichtigste Herausforderungen für den weiteren Zubau sieht die IEA die steigenden Kosten für die Förderung sowie die Netzintegration der Erneuerbaren-Anlagen.

Neben diesen Erwartungen hat die IEA auch Prognosen für den Fall entwickelt, dass Regierungen verschiedene Wachstumsschranken für die Erneuerbaren beseitigen. Damit könnte der Ausbau der Kapazitäten um weitere 30 Prozent bis 2022 gesteigert werden. Die Hoffnungen für einen noch stärkeren Ausbau würden vor allem durch die Entwicklung in Indien getrieben. Dort gebe es einen Schwenk, bei dem die finanzielle Gesundheit der Energiekonzerne und das Angehen der Netzintegration stärker in den Fokus rückten. Damit könnte sich die installierte Leistung bei erneuerbaren Energien bis 2022 mehr als verdoppeln, womit Indien dann auch die EU übertreffen könnte.

Trotz einiger Unsicherheiten geht die IEA davon aus, dass die USA der zweitstärkste Wachstumsmarkt für erneuerbare Energien bleiben. Dieser werde vor allem durch den Ausbau der Windkraft an Land und der Photovoltaik getrieben. Die ausstehenden Handelssanktionen und angekündigten Steuerreformen könnten allerdings auch zum Hemmnis werden und das Wachstum nicht ganz so hoch wie erwartet bis 2022 ausfallen lassen. 

Für den Offgrid-Photovoltaik-Markt erwartet die IEA bis 2022, dass mehr als 3000 Megawatt bis 2022 bei gewerblichen und privaten Anwendungen sowie in Microgrids hinzukämen. Dabei spielten staatliche Elektrifizierungsprogramme ebenso eine Rolle wie private Initiativen. Die IEA erwartet, dass in den kommenden fünf Jahren fast 70 Millionen Menschen in Asien und Afrika so einen Zugang zu Strom erhalten werden.

Quelle: pv-magazine.de

Montag, 2. Oktober 2017

Solar-Ziegel Made in CH

Im Kanton Freiburg sind die ersten ziegelroten Solar-Dachziegeln installiert worden. Die unauffälligen Solarmodule eignen sich für schützenswerte Bauten und weisen eine verminderte Leistung von lediglich rund 20 Prozent auf.

Auf dem Dach eines Bauernhauses im Kanton Freiburg sind erstmals ziegelrote Solarmodule montiert worden. Das Pilotprojekt soll künftig ermöglichen, geschützte Bauten mit nachhaltiger Energie zu versorgen. Die rot getönten Solarmodule gleichen Ziegeln und ermöglichen dadurch, den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu erhalten, wie der Kanton Freiburg am Montag mitteilte.
Idee des Pilotprojekts ist, die energetischen Ziele sowie die Anforderungen an die Ästhetik und den Denkmalschutz miteinander zu vereinbaren. Die Technologie hat das Schweizerische Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik (CSEM) entwickelt. Die Pilotanlage auf dem Bauernhof im freiburgischen Ecuvillens umfasst eine Fläche von 230 Quadratmetern und wird pro Jahr 28 Megawattstunden Strom produzieren. Das deckt den durchschnittlichen Strombedarf von acht Vier-Personen-Haushalten.
Damit weist die Solaranlage einen etwa 20 Prozent tieferen Wirkungsgrad auf als herkömmliche Photovoltaikanlagen. Für das Bauernhaus reicht der Strom jedoch allemal. Der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist. Laut Kanton Freiburg führt das Projekt «das starke Entwicklungspotenzial der Photovoltaik vor Augen». Im ganzen Kanton haben sich die Photovoltaik-Flächen in den letzten zehn Jahren um das Zwanzigfache vergrössert.
Das Pilotprojekt wurde im Jahr 2014 initiiert. Unterstützt wird es unter anderem vom Amt für Energie und Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg sowie vom Bundesamt für Energie.
Quelle: SDA & Agenturen

Ausschreibungen bringen's nicht

Mit der neuesten EEG Novelle hat die deutsche Bundesregierung einen Paradigmenwechsel bei der Förderung der Erneuerbaren Energien herbeigeführt. So sollten die angeblich wettbewerblichen Ausschreibungen die Kosten begrenzen. Laut Bundesregierung sei dies auch gelungen. Diese Behauptung ist jedoch wissenschaftlich auch von  Uwe Nestle, Berater für Energie- und Klimapolitik, widerlegt. Auch die Energy Watch Group hat erst jüngst eine Studie vorgelegt, wonach die Ausschreibungen große Nachteile für den Klimaschutz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien schaffen.
 
Der deutsche Ex-Parlamentarier
und Grünenpolitiker Hans-Josef
Fell stellt Ausschreibungen
grundsätzlich in Frage.



Die Bundesregierung behauptet dennoch wiederholt, dass die neuesten Novellen das EEG kosteneffizienter gemacht hätten. Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium: „Das hohe Wettbewerbsniveau, die daraus resultierenden niedrigen Zuschlagpreise und die hohe Bürgerbeteiligung zeigen, dass der von uns eingeleitete Paradigmenwechsel von staatlich festgesetzten Fördersätzen hin zu wettbewerblich ermittelten Preisen gut funktioniert.“ Tatsächlich bremst der Wechsel zu Ausschreibungen jedoch den Ausbau der Erneuerbaren Energien, bringt keine hohe Bürgerbeteiligung und schafft nicht einmal eine höhere Kosteneffizienz oder -einsparung gegenüber dem EEG mit Einspeisevergütungen. So hat der stets von der Bundesregierung gepriesene Paradigmenwechsel lediglich zur Folge, dass die Klimabilanz Deutschlands leidet.
 
Insgesamt machen die Ausbaubegrenzungen für Ökostromanlagen das EEG ineffizienter. Denn das EEG ist schon seit 2013 sehr kosteneffizient und hat dabei im Vergleich zu 2010 enorme Fortschritte gemacht- und das noch vor der Umstellung auf ein Ausschreibungsmodell. Somit war eine Ausbaudeckelung nicht notwendig gewesen. Die Tatsache, dass in der sich dem Ende nahenden Legislaturperiode dank EEG Einspeisevergütung wesentlich mehr Windanlagen gebaut wurden als durch die Regierung beschlossen, hat die Kosteneffizienz erheblich erhöht, mit geringen Auswirkungen für die Verbraucher. Ein Ausbaudeckel ist für die Kosteneffizienz also nicht nötig, vor allem bei den kostengünstigen Technologien wie Wind an Land und Sonnenenergie.

Die Umstellung auf das Ausschreibungssystem war also aus Kostensicht nicht notwendig und ist im Gegenteil sogar nicht erfolgreich. Die Umstellung war sogar riskant. Es ist sehr wahrscheinlich, dass staatliche Einspeisevergütungen zu den gleichen Vergütungsabsenkungen geführt hätten. Die bisherigen Ergebnisse der Ausschreibungen lassen nämlich nicht darauf schließen, dass die Ausschreibungen niedrigere Vergütungen zur Folge haben, als sie es im alten EEG-System erreicht hätten, in dem die Vergütungshöhe durch den Bundestag bestimmt wurde.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vergleicht die Auswirkungen verschiedener politischer Instrumente auf Risikofaktoren und damit auf die Finanzierungskosten für Investitionen in die Energiewende. Mit grünen Zertifikaten oder fixen Marktprämien würden laut Studie enorme Finanzierungsprobleme mit zusätzlichen Kostensteigerungen um die 30 Prozent entstehen- mit entsprechender Belastung für die Verbraucher. Das DIW Berlin betont, dass sich Risiken und Fokus der Förderung verschoben haben. Diese Verschiebung muss bei Maßnahmen zur Minimierung der Finanzierungsrisiken berücksichtigt werden und auch Thema bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen sein. 
 
Die Umstellung auf Ausschreibungen hat daher ihr Ziel klar verfehlt.. Der neue Bundestag muss sich daher wieder auf die Kernpunkte des ursprünglichen EEG konzentrieren und die Ausschreibungen unter 40 MW Einzelinvestitionen abschaffen, verbunden mit einer Modernisierung des EEG, welches mit einer Kombikraftwerksvergütung endlich auch die Netzintegration befördert. Ausschreibungen sind genau dafür nicht in der Lage.